Mo, 15:33 Uhr
05.10.2015
Kulturszene aktuell
Liz Clark Trio begeisterte
In seiner Rezension schaut Fred Böhme vom Panorama Museum Bad Frankenhausen zurück auf das Konzert des s aus Irland, dass am vergangenen Freitag, 2. Oktober im Panorama Museum stattfand...
Am vergangenen Freitag, dem 2. Oktober, gastierten die beiden irischen Liedermacherinnen Liz Clark und Tessa Perry, verstärkt durch den Schlagzeuger Timo Weber aus Hannover, im Eingangsfoyer des Panorama Museums. Als LIZ CLARK TRIO waren sie an dieser Stelle erstmals zu erleben gewesen. Trotzdem vermochten sie etwa 130 Gäste in Vorfeiertagslaune auf den Schlachtberg zu locken.
Als die Musiker die Bühne enterten, eröffnete Liz ihren Auftritt mit der Ankündigung, dass ihr Deutsch doch recht schlecht sei und sie auf Englisch ausweichen müsse, aber die wichtigsten deutschen Wörter ihr doch bekannt seien wie Kaffee, Kuchen, Schnitzel und Bier. Unzweifelhaft ein interessanter irischer Fokus auf den deutschen Alltag, den das Publikum mit unüberhörbaren Lachern quittierte.
Gleich beim ersten Stück Quite The Same von Tessas und Liz´ gemeinsamer CD And all of life space in the whole wide world wurden die musikalischen Koordinaten abgesteckt. Liz übernahm den Liedgesang mit ihrer verblüffend an Amber Rubbarth erinnernden Gesangsstimme, dazu eine simple Gitarrenakkordbegleitung, desgleichen Tessa, die im Refrain mit ihrer tieferen Stimme einstimmte, vorab aber ein Mundharmonika-Intro lieferte.
Diese Zweistimmigkeit der beiden betonte aber nicht in jedem Fall die Wirkung der Erststimme, sie also gewissermaßen kontrastierend und damit sie lebhaft unterstreichend, sondern klang oft eher wie eine wundersame Stimmverdoppelung, die aus meiner Sicht die Songwirkung nicht immer positiv hob sondern lediglich die Lautstärke des Gesangsvortrags. Angesichts der vielen Leute setzte Liz wohl auf Tempo und Dynamik.
Der simplen Gitarrenakkordbegleitung lieferte der Schlagzeuger ein sensibles, dynamisches Rhythmusfundament und sorgte für eine zusätzliche Bewegung des Songs. Trotzdem wirkte das Stück verglichen mit der fett produzierten CD-Version, mit deren Country-Breitwand-Gitarre und den dröhnenden Schlagzeugbeats, hier entkleidet und geradezu bis auf die Songstruktur entschlackt und entpuppte sich als simples kleines Pop-Liedchen, das aber mit viel Engagement vorgetragen wurde. Das Konzert begann somit durchaus furios.
Als nächstes folgte die obligatorische Frage an das Publikum, wer aus dem Publikum wo in Irland schon einmal gewesen ist, Dublin? Cork? Und tatsächlich gab es einige Fingerzeige. Tessa erzählte dann, dass sie aus einem 300-Seelen-Dorf stamme und hier die versammelte Zuhörerschar ihr halbes Dorf sein könnte. Folglich übernahm sie im nächsten Stück Fragile den Hauptgesangspart und Liz steuerte den Backroundgesang bei.
In dieser Weise wechselten sich die beiden an diesem Abend immer wieder ab, ohne dass es größere Varianten in den Arrangements gab oder instrumentales Virtuosentum den Songs eine zusätzliche Spannung verlieh. Vielmehr vertrauten sie ganz auf die Eigenwirkung der Stücke, auf deren mitunter prägnante kleine Melodien, die sie temperamentvoll vortrugen und darauf vertrauten, dass sie irgendwann schon zünden werden, was sie dann im zweiten Teil auch tatsächlich taten. Vermutlich hätte ihren Stücken etwas mehr Ruhe und weniger Aufgeregtheit besser getan, aber wer möchte diesen Künstlerinnen angesichts solch einer Publikumsgröße ihre Aufgeregtheit verübeln?
Komischer Weise war es aber gerade ein kleines traditionelles irische Liedchen, welches Tessa ganz allein mit simpler Gitarrenbegleitung melancholisch-leise vorgetragen hatte, also ohne übergroßes Tempo, ohne Schlagzeug und Zweitstimme, welches sich mir am nachhaltigsten einprägte. Insgesamt gefielen mir gerade diese Stücke, die sie weniger forciert vortrugen und die dann tatsächlich eine nachhaltigere Wirkung entwickelten.
So arbeiteten sie sich durch die mittlerweile vier CDs von Liz, davon zwei Co-Produktionen von Liz und Tessa. Und am Ende, nach einer Referenz an Bob Dylan und einer etwas gradlinigeren Bluesnummer von Tessa lag das Publikum ihnen endlich zu Füßen und forderte noch eine Zugabe.
Fred Böhme
Panorama Museum
Fotos: Olaf Telle
Autor: khhAm vergangenen Freitag, dem 2. Oktober, gastierten die beiden irischen Liedermacherinnen Liz Clark und Tessa Perry, verstärkt durch den Schlagzeuger Timo Weber aus Hannover, im Eingangsfoyer des Panorama Museums. Als LIZ CLARK TRIO waren sie an dieser Stelle erstmals zu erleben gewesen. Trotzdem vermochten sie etwa 130 Gäste in Vorfeiertagslaune auf den Schlachtberg zu locken.
Als die Musiker die Bühne enterten, eröffnete Liz ihren Auftritt mit der Ankündigung, dass ihr Deutsch doch recht schlecht sei und sie auf Englisch ausweichen müsse, aber die wichtigsten deutschen Wörter ihr doch bekannt seien wie Kaffee, Kuchen, Schnitzel und Bier. Unzweifelhaft ein interessanter irischer Fokus auf den deutschen Alltag, den das Publikum mit unüberhörbaren Lachern quittierte.
Gleich beim ersten Stück Quite The Same von Tessas und Liz´ gemeinsamer CD And all of life space in the whole wide world wurden die musikalischen Koordinaten abgesteckt. Liz übernahm den Liedgesang mit ihrer verblüffend an Amber Rubbarth erinnernden Gesangsstimme, dazu eine simple Gitarrenakkordbegleitung, desgleichen Tessa, die im Refrain mit ihrer tieferen Stimme einstimmte, vorab aber ein Mundharmonika-Intro lieferte.
Diese Zweistimmigkeit der beiden betonte aber nicht in jedem Fall die Wirkung der Erststimme, sie also gewissermaßen kontrastierend und damit sie lebhaft unterstreichend, sondern klang oft eher wie eine wundersame Stimmverdoppelung, die aus meiner Sicht die Songwirkung nicht immer positiv hob sondern lediglich die Lautstärke des Gesangsvortrags. Angesichts der vielen Leute setzte Liz wohl auf Tempo und Dynamik.
Der simplen Gitarrenakkordbegleitung lieferte der Schlagzeuger ein sensibles, dynamisches Rhythmusfundament und sorgte für eine zusätzliche Bewegung des Songs. Trotzdem wirkte das Stück verglichen mit der fett produzierten CD-Version, mit deren Country-Breitwand-Gitarre und den dröhnenden Schlagzeugbeats, hier entkleidet und geradezu bis auf die Songstruktur entschlackt und entpuppte sich als simples kleines Pop-Liedchen, das aber mit viel Engagement vorgetragen wurde. Das Konzert begann somit durchaus furios.
Als nächstes folgte die obligatorische Frage an das Publikum, wer aus dem Publikum wo in Irland schon einmal gewesen ist, Dublin? Cork? Und tatsächlich gab es einige Fingerzeige. Tessa erzählte dann, dass sie aus einem 300-Seelen-Dorf stamme und hier die versammelte Zuhörerschar ihr halbes Dorf sein könnte. Folglich übernahm sie im nächsten Stück Fragile den Hauptgesangspart und Liz steuerte den Backroundgesang bei.
In dieser Weise wechselten sich die beiden an diesem Abend immer wieder ab, ohne dass es größere Varianten in den Arrangements gab oder instrumentales Virtuosentum den Songs eine zusätzliche Spannung verlieh. Vielmehr vertrauten sie ganz auf die Eigenwirkung der Stücke, auf deren mitunter prägnante kleine Melodien, die sie temperamentvoll vortrugen und darauf vertrauten, dass sie irgendwann schon zünden werden, was sie dann im zweiten Teil auch tatsächlich taten. Vermutlich hätte ihren Stücken etwas mehr Ruhe und weniger Aufgeregtheit besser getan, aber wer möchte diesen Künstlerinnen angesichts solch einer Publikumsgröße ihre Aufgeregtheit verübeln?
Komischer Weise war es aber gerade ein kleines traditionelles irische Liedchen, welches Tessa ganz allein mit simpler Gitarrenbegleitung melancholisch-leise vorgetragen hatte, also ohne übergroßes Tempo, ohne Schlagzeug und Zweitstimme, welches sich mir am nachhaltigsten einprägte. Insgesamt gefielen mir gerade diese Stücke, die sie weniger forciert vortrugen und die dann tatsächlich eine nachhaltigere Wirkung entwickelten.
So arbeiteten sie sich durch die mittlerweile vier CDs von Liz, davon zwei Co-Produktionen von Liz und Tessa. Und am Ende, nach einer Referenz an Bob Dylan und einer etwas gradlinigeren Bluesnummer von Tessa lag das Publikum ihnen endlich zu Füßen und forderte noch eine Zugabe.
Fred Böhme
Panorama Museum
Fotos: Olaf Telle

