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Di, 15:32 Uhr
03.11.2015
Neues aus Bad Frankenhausen

Orgelpfeife kehrt in ihr Heimatinstrument zurück!

Man liest ja ab und an in der Zeitung, dass ein „reuiger Dieb“ etwas an den ehemaligen Besitzer zurückbringt. Dies geschah nun auch der Großen-Strobel-Orgel der Unterkirche in Bad Frankenhausen...

Vor einiger Zeit erhielt Kantorin Laura Schildmann einen Anruf aus einer von uns weit entfernten Gegend Deutschlands. Der Anrufer bat um einen Vororttermin, weil er die Strobelorgel kennt und sie wieder mal sehen wollte. Nach einigen Tagen kam es zu einer Begegnung zwischen beiden. So erfuhr Kantorin Schildmann die Geschichte des „Diebstahls“.

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Kurz nach der Wende hatte der Gast „aus fernen Landen“ Orgelunterricht bei Matthias Dreißig (Kantor in Bad Frankenhausen von 1984 bis 1994, heute Kirchenmusikdirektor in Erfurt und Professor für Orgel in Weimar). Da muß man auch fleißig zwischen den Unterrichtstunden üben. Nun lagen neben der Orgel auf der 2. Empore zahlreiche Holz- und Metall-Orgelpfeifen. Sie wurden dort abgelagert, weil durch wechselnde Musikentwicklungen immer mal wieder Kantoren Pfeifenregister aus-, um- oder neu einbauten. Während sehr oft die überbleibenden Orgelpfeifen zwecks Geldbeschaffung verkauf wurden, hat die Frankenhäuser Kirchgemeinde dies nie getan - zum Vorteil für die kommende Sanierung der Strobelorgel.

Aber wenn sie da so verführerisch lagen, kann man nachempfinden, dass man gerne solch ein Souvenir haben möchte, zumal wenn man die Heimat verlässt und in die Ferne zieht. So nahm sich der ehemalige Orgelschüler als Erinnerung an sein Instrument eine von den zahlreichen Pfeifen mit. Sie lagerte seitdem in seiner Wohnung immer auf den Klavier und erinnerte ihn an die Zeiten in Bad Frankenhausen und die Strobelorgel. Dank Internet erfuhr er, dass es nun ernst wird mit der Sanierung der Strobelorgel und dass sogar das neben der Orgel befindliche primitive Chorpodest demontiert wird. Es wurde vor Jahrzehnten mit Hilfe von „ausrangierten“ Holzpfeifen errichten, aber diese „Reste“ werden von den Orgelbauern benötigt.

Orgelpfeife kehrt in ihr Heimatinstrument zurück! (Foto: Peter Zimmer) Orgelpfeife kehrt in ihr Heimatinstrument zurück! (Foto: Peter Zimmer) So entschloss sich der ehemalige Orgelschüler zu einem Treffen mit Kantorin Laura Schildmann, erzählte ihr die ganze Geschichte und überreichte ihr die Orgelpfeife. Es ist eine in der Werkstatt Strobel gefertigte originale Metallpfeife aus einem Trompetenregister, welches in späteren Zeiten durch ein anderes Trompetenregister ersetzt wurde. Der Überbringer ist heute Inhaber einer kleinen Firma und hat erklärt, dass er auch eine „kleine Ausleihgebühr“ für die Zeit der Abwesenheit dieser Trompetenpfeife für die Orgelsanierung spenden will. Kommentar von Kantorin Schildmann: „Solche positiven Geschichten könnten uns häufiger passieren!“ – Warten’s wir mal ab.

Text und Foto: Peter Zimmer
Autor: khh

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