Di, 15:13 Uhr
15.12.2015
Pilotprojekt zur Qualifizierung
Nicht nur reden, handeln!
Sprachbarriere, Anerkennung von Abschlüssen, Qualifikationen - es wird viel geredet wenn es um die Flüchtlinge und den Arbeitsmarkt geht. Die Nordhäuser Unternehmer wollen jetzt Taten sprechen lassen und haben im Autohaus Peter eine Ausbildungsoffensive gestartet...
Nicht reden, handeln - die Autohaus Peter Gruppe und andere Unternehmer starten Ausbildungsoffensive (Foto: Heidrun Fischer)
Herzlich willkommen in der Autowelt-Peter, Ihrem möglichen künftigen Arbeistplatz! – mit diesen Worten begrüßte Helmut Peter, Geschäftsführer der gleichnamigen Autohaus-Gruppe, heute 30 junge Männer und eine Frau aus Syrien und Eritrea in der Skoda-Autowelt.
Sie alle flohen aus ihrer Heimat; entweder vor Assad, dem IS oder Diktator Isayas Aferwerki. Der Mann, der Eritrea beherrscht, behandelt Menschen wie Sklaven, zwingt junge Männer zu lebenslangem Militärdienst. Wer sich weigert, ist über Nacht verschwunden.
Wir möchten Ihnen die Chance auf eine Ausbildung geben, führte Peter in sein Vorhaben ein, das er in Zusammenarbeit mit Arbeitsagentur und Unternehmern der Region auf die Beine stellte. Anlass war der Ausspruch von Kanzleramtsminister Peter Altmayer Ende Oktober im Duderstädter Mercedes-Autohaus, dass alle nur redeten, aber niemand handle. Damals hatte ihm Helmut Peter zugerufen: Geben Sie mir 30 Flüchtlinge, und wir machen eine neue Peter-Klasse.
Nun sei es an der Zeit, Wort zu halten und ein Zeichen zu setzen, betonte Peter und brachte so den Stein ins Rollen. Mit seiner Erwartung an Disziplin, Ordnung, Fleiß Pünktlichkeit und Freundlichkeit gab er die Richtung vor. Basis für eine Zukunft in diesem Land sei zudem das Beherrschen der deutschen Sprache. Dann folge die berufliche Qualifikation.
Mit der Erinnerung an seinen Start ins Unternehmertum und die Marktwirtschaft vor 25 Jahren verglich Helmut Peter seine damalige Startposition mit der der geflohenen jungen Menschen heute. Ich hatte mir eine schöne bunte Welt vorgestellt, hatte keine Ahnung von sozialer Marktwirtschaft. Aber ich beherrschte – im Gegensatz zu Ihnen – die deutsche Sprache. Und: Ich hatte einen festen Willen!
Heute führe er mit seinem Sohn Andreas ein Unternehmen mit 26 Autohäusern an 15 Standorten in drei Bundesländern, in dem 700 Mitarbeiter für 12 Automarken zuständig seien. Wer einen ebensolchen festen Willen habe, für den sei ein ordentliches Leben in Deutschland machbar.
Landrat Matthias Jendricke würdigte Peters Initialzündung. Noch nie sei der Zustrom von Flüchtlingen so groß gewesen wie derzeit. 50 kämen jede Woche. Deshalb sei das Engagement der Menschen wie das Helmut Peters so wichtig.
Die Chance auf Fachkräfte sah auch Niels Neu, Chef des Nordhäuser Unternehmerverbandes, in den Neuankömmlingen. Für die Integration in die Region sei die Erlangung der Ausbildungsreife ausschlaggebend. Genau dies wolle Helmut Peter fördern. Er ist keiner, der nur redet, sondern einer, der etwas tut!
Ebenso wie Neu signalisierten auch Unternehmer Axel Heck und Stadtwerke-Chef Olaf Salomon ihre Bereitschaft, die Initiative zu unterstützen. Als Vorreiter gehe man erste Schritte, jedoch wollen man jenen, die bereit seien, für diese Gesellschaft etwas zu tun und sich in sie zu integrieren, auch eine echte Chance geben, so Axel Heck. Flächendeckend bestehe Bedarf in den Bereichen Bau, Metall, Transport/Verkehr und bei Bildungsträgern. Fachkräfte brauchen Ausbildung, dann ist eine hervorragende Integration möglich, bekräftigte Olaf Salomon.
Als Helferin stellte sich Uta Vollant von der Agentur für Arbeit hinter die Peter-Initiative und sicherte beiden Seiten – Unternehmen und Flüchtlingen - jegliche Unterstützung zu.
Ab Februar sollen die jungen Menschen parallel die deutsche Sprache erlernen und Einblicke in die Berufswelt und deren Anforderungen erhalten. Mit einem Praktikum im Autohaus Peter. – Die Weichen sind gestellt, das Signal steht auf Grün. Der Zug rollt an und weitere Unterstützer könnten aufspringen.
Autor: red
Nicht reden, handeln - die Autohaus Peter Gruppe und andere Unternehmer starten Ausbildungsoffensive (Foto: Heidrun Fischer)
Herzlich willkommen in der Autowelt-Peter, Ihrem möglichen künftigen Arbeistplatz! – mit diesen Worten begrüßte Helmut Peter, Geschäftsführer der gleichnamigen Autohaus-Gruppe, heute 30 junge Männer und eine Frau aus Syrien und Eritrea in der Skoda-Autowelt.
Sie alle flohen aus ihrer Heimat; entweder vor Assad, dem IS oder Diktator Isayas Aferwerki. Der Mann, der Eritrea beherrscht, behandelt Menschen wie Sklaven, zwingt junge Männer zu lebenslangem Militärdienst. Wer sich weigert, ist über Nacht verschwunden.
Wir möchten Ihnen die Chance auf eine Ausbildung geben, führte Peter in sein Vorhaben ein, das er in Zusammenarbeit mit Arbeitsagentur und Unternehmern der Region auf die Beine stellte. Anlass war der Ausspruch von Kanzleramtsminister Peter Altmayer Ende Oktober im Duderstädter Mercedes-Autohaus, dass alle nur redeten, aber niemand handle. Damals hatte ihm Helmut Peter zugerufen: Geben Sie mir 30 Flüchtlinge, und wir machen eine neue Peter-Klasse.
Nun sei es an der Zeit, Wort zu halten und ein Zeichen zu setzen, betonte Peter und brachte so den Stein ins Rollen. Mit seiner Erwartung an Disziplin, Ordnung, Fleiß Pünktlichkeit und Freundlichkeit gab er die Richtung vor. Basis für eine Zukunft in diesem Land sei zudem das Beherrschen der deutschen Sprache. Dann folge die berufliche Qualifikation.
Mit der Erinnerung an seinen Start ins Unternehmertum und die Marktwirtschaft vor 25 Jahren verglich Helmut Peter seine damalige Startposition mit der der geflohenen jungen Menschen heute. Ich hatte mir eine schöne bunte Welt vorgestellt, hatte keine Ahnung von sozialer Marktwirtschaft. Aber ich beherrschte – im Gegensatz zu Ihnen – die deutsche Sprache. Und: Ich hatte einen festen Willen!
Heute führe er mit seinem Sohn Andreas ein Unternehmen mit 26 Autohäusern an 15 Standorten in drei Bundesländern, in dem 700 Mitarbeiter für 12 Automarken zuständig seien. Wer einen ebensolchen festen Willen habe, für den sei ein ordentliches Leben in Deutschland machbar.
Landrat Matthias Jendricke würdigte Peters Initialzündung. Noch nie sei der Zustrom von Flüchtlingen so groß gewesen wie derzeit. 50 kämen jede Woche. Deshalb sei das Engagement der Menschen wie das Helmut Peters so wichtig.
Die Chance auf Fachkräfte sah auch Niels Neu, Chef des Nordhäuser Unternehmerverbandes, in den Neuankömmlingen. Für die Integration in die Region sei die Erlangung der Ausbildungsreife ausschlaggebend. Genau dies wolle Helmut Peter fördern. Er ist keiner, der nur redet, sondern einer, der etwas tut!
Ebenso wie Neu signalisierten auch Unternehmer Axel Heck und Stadtwerke-Chef Olaf Salomon ihre Bereitschaft, die Initiative zu unterstützen. Als Vorreiter gehe man erste Schritte, jedoch wollen man jenen, die bereit seien, für diese Gesellschaft etwas zu tun und sich in sie zu integrieren, auch eine echte Chance geben, so Axel Heck. Flächendeckend bestehe Bedarf in den Bereichen Bau, Metall, Transport/Verkehr und bei Bildungsträgern. Fachkräfte brauchen Ausbildung, dann ist eine hervorragende Integration möglich, bekräftigte Olaf Salomon.
Als Helferin stellte sich Uta Vollant von der Agentur für Arbeit hinter die Peter-Initiative und sicherte beiden Seiten – Unternehmen und Flüchtlingen - jegliche Unterstützung zu.
Ab Februar sollen die jungen Menschen parallel die deutsche Sprache erlernen und Einblicke in die Berufswelt und deren Anforderungen erhalten. Mit einem Praktikum im Autohaus Peter. – Die Weichen sind gestellt, das Signal steht auf Grün. Der Zug rollt an und weitere Unterstützer könnten aufspringen.











