Do, 00:02 Uhr
10.03.2016
Neues aus Bad Frankenhausen
So schnell kann es gehen
Ungewollter Rekordversuch der ehemaligen Fliederkönigin Anja II aus Bad Frankenhausen endete glücklich...
Wenn es um Rekorde geht ist Bad Frankenhausen und Umgebung in vielen
Kategorien ganz weit, weit vorn. Ob mit dem schiefsten-höchsten Kirchturm, dem größten Rundgemälde auf dem Schlachtberg, dem tiefsten Burg-Brunnen in der Kyffhäuser-Denkmals-Anlage, dem größten Reisigbesen im Ortsteil Udersleben oder der größten Anhydrit-Höhle in der Nachbargemeinde Rottleben.
Dies sind alles Pfunde, auf die wir Einwohner sehr stolz sind und gewiss, wenn so manch einer seinen Urlaub in der Ferne verbringt, auch damit angeben. Nun liebe Kurstädter können wir auf einen weiteren Rekord verweisen. Einen Rekord bei dem es um Geburt und Hochzeit geht. Beides lässt sich in der Familienplanung sehr gut unter einen Hut bringen. Aber manchmal kommt es halt anders als man denkt. Jetzt fragt man sich, wo hier eigentlich Rekorde aufgestellt werden können?
So schnell kann es gehen (Foto: Goebel/Bark)
Hier die wahre Geschichte, die sich sicherlich nicht so oft im Alltag wiederholen wird. Die Hautperson spielt darin unsere ehemalige Fliederkönigin aus der Residenzzeit 2004 und 2005, Anja II., mit bürgerlichen Namen Anja Eckardt (Foto: Goebel / Bark). Aber fangen wir von vorn an.
Anja (in guter Hoffnung) und Ihr Freund Steve hatten sich entschlossen zu heiraten.
Das berechnete Geburtsdatum fiel auf den 26.Februar 2016. Schließlich wollten beide, dass der Nachwuchs nach der Eheschließung zur Welt kommt.
Alles wurde gut durchdacht und terminlich mit dem Standesamt in Weißensee auf den 06. Februar 2016, um 10:30 Uhr, festgelegt. Wie es eben so ist, zur Eheschließung wurden Verwandte, Bekannte und Freunde eingeladen.
Die Hochzeitskleider wurden ausgesucht, das richtige Lokal geordert, die Getränke und Menüs ausgewählt, die Hochzeitstorte und die musikalische Unterhaltung bestellt. Alles im allem, es war perfekt vorbereitet und der Tag der Hochzeit war da.
Gott liebt Überraschungen über alles, wie wir sicher schon alle in unserem Leben oft erfahren haben. Wilhelm Busch drückte das so aus: Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. So auch im Fall unserer ehemaligen Frankenhäuser Fliederkönigin.
Bereits am frühen Morgen machte sich der Nachwuchs ungewöhnlich bemerkbar, sodass Anja umgehend in das DRK-Krankenhaus eingewiesen wurde. Man kann sich die große Aufregung vorstellen. Der zukünftige Vater und Ehemann bekam Hitzewallungen. Den Eltern und Schwiegereltern strömte trotz Kälte der Schweiß von der Stirn. Jeder war von den Gefühlen hin- und hergerissen. Was sollte man in solch einer Situation tun, da über 40 Personen bereits auf dem Weg zum Standesamt waren. Um dies zu Händeln war eine logistische Meisterleistung von Nöten.
Vielen Dank, rückwirkend, an Martin Cooper, den Erfinder des modernen Mobiltelefons. Die Handys wurden auf Betriebstemperatur gebracht. Über Facebook, WhatsApp, ICQ, Twitter, per MMS, SMS und sogar über das gute alte analoge Haustelefon wurden alle über die freudige Situation informiert. Und wer gedacht hat, dass die Hochzeit abgesagt wurde, der musste sich eines Besseren belehren lassen.
So schnell kann es gehen (Foto: Privat)
Pünktlich unpünktlich und nichts ahnend vom Hochzeitssupergau, kam um 13:24 Uhr mit einem Freudenschrei Emma Sophie auf die Welt, mit 50 cm Länge und einem Startgewicht von 2915 Gramm. Mit der Hebamme wurde sofort ein relevanter, körperlicher und psychischer Befund erstellt, ob es möglich wäre, dass die Mutter und Braut in der Lage ist die Prozedur einer Eheschließung zu verkraften.
Emma Sophie und Mutter ging es bestens. Also wurde mit Erlaubnis der Hebamme der Akt einer standesamtlichen Eheschließung am selben Tag weiter verfolgt. Wieder wurden die Handys angeschmissen und mit den Behörden versucht, die dafür vorgesehenen Unterlagen und die Standesbeamte sowie die Gäste zur Eheschließung zusammenzuführen. Es war wie in der MDR-Sendereihe Mach-dich-ran, wo die Aufgabenstellungen, die mit Behörden zu tun haben, meistens nicht erfüllt werden.
So aber nicht in Weißensee und Sömmerda. Wenn einer sagen sollte, das deutsche Beamtentum sei unflexibel, der hat sich geirrt.
Auf direktem Weg wurde mit dem Standesamt in Weißensee korrespondiert, um die amtlichen Unterlagen dort abholen zu können. Nur ein paar kleinere Probleme standen noch im Weg: Der verschlossene Tresor mit den darin befindlichen Personenstandsurkunden und das Auffinden der verantwortlichen Standesbeamtin. Nach unzähligen Telefonaten wurde die Standesbeamtin, die sich bereits im Feierabend befand, ausfindig gemacht. Die Papiere wurden abgeholt und nach Sömmerda gebracht. Ob dabei der Bräutigam die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der Straße mit seinem Auto eingehalten hat, darüber lässt sich nur spekulieren.
In der Zwischenzeit schlüpfte Anja, ohne aufgeregt zu wirken, in ihr wunderschönes Hochzeitskleid. Der Bräutigam holte seine Braut zur Eheschließung ab. Die kleine Emma Sophie wurde in der Zwischenzeit von der Hebamme mütterlich betreut.
Was dann auf dem Standesamt passierte, glich einem Empfang von Promis, welche mit Geschenken, Blumen und Gratulationen überhäuft wurden. Nachdem Anja und Steve sich das JA-Wort gegeben hatten, eilten die jungen verheirateten Eltern zu ihrer Tochter in das Krankenhaus zurück. Die zurückgelassene Hochzeitsgesellschaft feierte dafür gleich zwei Großereignisse ausgiebig.
Kommen wir zum eigentlichen Thema zurück. Wieso ein weiterer Rekord? Ganz einfach. Schließlich war und bleibt Anja eine unserer Fliederköniginnen und Vertreterinnen unserer Kur- und Erholungsstadt. Sie hat ihr damaliges Amt mit voller Hingabe und uneigennützig für ihre Heimatstadt ausgeübt. Wie diese Geschichte zeigt, lagen zwischen Geburt und Hochzeit nur 2 Stunden und 36 Minuten. Ein Rekord, der sich sehen lassen kann.
Wir als Frankenhäuser wünschen der Familie Anja und Steve Schaubs mit ihrer kleinen Emma Sophie, alles Gute, Gesundheit und viel Glück.
Vielleicht besteigt Emma Sophie, so wie ihre Mutter einst, eines Tages den Thron der Fliederkönigin in Bad Frankenhausen.
Peter Möbius
Stadtverwaltung
Bad Frankenhausen
Autor: khhWenn es um Rekorde geht ist Bad Frankenhausen und Umgebung in vielen
Kategorien ganz weit, weit vorn. Ob mit dem schiefsten-höchsten Kirchturm, dem größten Rundgemälde auf dem Schlachtberg, dem tiefsten Burg-Brunnen in der Kyffhäuser-Denkmals-Anlage, dem größten Reisigbesen im Ortsteil Udersleben oder der größten Anhydrit-Höhle in der Nachbargemeinde Rottleben.
Dies sind alles Pfunde, auf die wir Einwohner sehr stolz sind und gewiss, wenn so manch einer seinen Urlaub in der Ferne verbringt, auch damit angeben. Nun liebe Kurstädter können wir auf einen weiteren Rekord verweisen. Einen Rekord bei dem es um Geburt und Hochzeit geht. Beides lässt sich in der Familienplanung sehr gut unter einen Hut bringen. Aber manchmal kommt es halt anders als man denkt. Jetzt fragt man sich, wo hier eigentlich Rekorde aufgestellt werden können?
So schnell kann es gehen (Foto: Goebel/Bark)
Hier die wahre Geschichte, die sich sicherlich nicht so oft im Alltag wiederholen wird. Die Hautperson spielt darin unsere ehemalige Fliederkönigin aus der Residenzzeit 2004 und 2005, Anja II., mit bürgerlichen Namen Anja Eckardt (Foto: Goebel / Bark). Aber fangen wir von vorn an.Anja (in guter Hoffnung) und Ihr Freund Steve hatten sich entschlossen zu heiraten.
Das berechnete Geburtsdatum fiel auf den 26.Februar 2016. Schließlich wollten beide, dass der Nachwuchs nach der Eheschließung zur Welt kommt.
Alles wurde gut durchdacht und terminlich mit dem Standesamt in Weißensee auf den 06. Februar 2016, um 10:30 Uhr, festgelegt. Wie es eben so ist, zur Eheschließung wurden Verwandte, Bekannte und Freunde eingeladen.
Die Hochzeitskleider wurden ausgesucht, das richtige Lokal geordert, die Getränke und Menüs ausgewählt, die Hochzeitstorte und die musikalische Unterhaltung bestellt. Alles im allem, es war perfekt vorbereitet und der Tag der Hochzeit war da.
Gott liebt Überraschungen über alles, wie wir sicher schon alle in unserem Leben oft erfahren haben. Wilhelm Busch drückte das so aus: Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. So auch im Fall unserer ehemaligen Frankenhäuser Fliederkönigin.
Bereits am frühen Morgen machte sich der Nachwuchs ungewöhnlich bemerkbar, sodass Anja umgehend in das DRK-Krankenhaus eingewiesen wurde. Man kann sich die große Aufregung vorstellen. Der zukünftige Vater und Ehemann bekam Hitzewallungen. Den Eltern und Schwiegereltern strömte trotz Kälte der Schweiß von der Stirn. Jeder war von den Gefühlen hin- und hergerissen. Was sollte man in solch einer Situation tun, da über 40 Personen bereits auf dem Weg zum Standesamt waren. Um dies zu Händeln war eine logistische Meisterleistung von Nöten.
Vielen Dank, rückwirkend, an Martin Cooper, den Erfinder des modernen Mobiltelefons. Die Handys wurden auf Betriebstemperatur gebracht. Über Facebook, WhatsApp, ICQ, Twitter, per MMS, SMS und sogar über das gute alte analoge Haustelefon wurden alle über die freudige Situation informiert. Und wer gedacht hat, dass die Hochzeit abgesagt wurde, der musste sich eines Besseren belehren lassen.
So schnell kann es gehen (Foto: Privat)
Pünktlich unpünktlich und nichts ahnend vom Hochzeitssupergau, kam um 13:24 Uhr mit einem Freudenschrei Emma Sophie auf die Welt, mit 50 cm Länge und einem Startgewicht von 2915 Gramm. Mit der Hebamme wurde sofort ein relevanter, körperlicher und psychischer Befund erstellt, ob es möglich wäre, dass die Mutter und Braut in der Lage ist die Prozedur einer Eheschließung zu verkraften.Emma Sophie und Mutter ging es bestens. Also wurde mit Erlaubnis der Hebamme der Akt einer standesamtlichen Eheschließung am selben Tag weiter verfolgt. Wieder wurden die Handys angeschmissen und mit den Behörden versucht, die dafür vorgesehenen Unterlagen und die Standesbeamte sowie die Gäste zur Eheschließung zusammenzuführen. Es war wie in der MDR-Sendereihe Mach-dich-ran, wo die Aufgabenstellungen, die mit Behörden zu tun haben, meistens nicht erfüllt werden.
So aber nicht in Weißensee und Sömmerda. Wenn einer sagen sollte, das deutsche Beamtentum sei unflexibel, der hat sich geirrt.
Auf direktem Weg wurde mit dem Standesamt in Weißensee korrespondiert, um die amtlichen Unterlagen dort abholen zu können. Nur ein paar kleinere Probleme standen noch im Weg: Der verschlossene Tresor mit den darin befindlichen Personenstandsurkunden und das Auffinden der verantwortlichen Standesbeamtin. Nach unzähligen Telefonaten wurde die Standesbeamtin, die sich bereits im Feierabend befand, ausfindig gemacht. Die Papiere wurden abgeholt und nach Sömmerda gebracht. Ob dabei der Bräutigam die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der Straße mit seinem Auto eingehalten hat, darüber lässt sich nur spekulieren.
In der Zwischenzeit schlüpfte Anja, ohne aufgeregt zu wirken, in ihr wunderschönes Hochzeitskleid. Der Bräutigam holte seine Braut zur Eheschließung ab. Die kleine Emma Sophie wurde in der Zwischenzeit von der Hebamme mütterlich betreut.
Was dann auf dem Standesamt passierte, glich einem Empfang von Promis, welche mit Geschenken, Blumen und Gratulationen überhäuft wurden. Nachdem Anja und Steve sich das JA-Wort gegeben hatten, eilten die jungen verheirateten Eltern zu ihrer Tochter in das Krankenhaus zurück. Die zurückgelassene Hochzeitsgesellschaft feierte dafür gleich zwei Großereignisse ausgiebig.
Kommen wir zum eigentlichen Thema zurück. Wieso ein weiterer Rekord? Ganz einfach. Schließlich war und bleibt Anja eine unserer Fliederköniginnen und Vertreterinnen unserer Kur- und Erholungsstadt. Sie hat ihr damaliges Amt mit voller Hingabe und uneigennützig für ihre Heimatstadt ausgeübt. Wie diese Geschichte zeigt, lagen zwischen Geburt und Hochzeit nur 2 Stunden und 36 Minuten. Ein Rekord, der sich sehen lassen kann.
Wir als Frankenhäuser wünschen der Familie Anja und Steve Schaubs mit ihrer kleinen Emma Sophie, alles Gute, Gesundheit und viel Glück.
Vielleicht besteigt Emma Sophie, so wie ihre Mutter einst, eines Tages den Thron der Fliederkönigin in Bad Frankenhausen.
Peter Möbius
Stadtverwaltung
Bad Frankenhausen


