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Do, 13:25 Uhr
07.07.2016
IHK-Blitzumfrage zum Brexit

Handelshemmnisse befürchtet

Nach dem Brexit-Votum im Vereinigten Königreich erwarten die Unternehmen im Bereich der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt eine schwächere Entwicklung der Exporte nach Großbritannien. Die politische und rechtliche Unsicherheit könnte bei jedem Zweiten zu sinkenden Ausfuhren führen. Das ergab eine Blitzumfrage der deutschen Industrie- und Handelskammern Ende Juni unter bundesweit über 5.600 Betrieben, davon rund 150 aus Nord- und Mittelthüringen...


„Die Wirtschaft erwartet mit dem Brexit dauerhafte Einbrüche im Handel mit dem Vereinigten Königreich“, erklärt Professor Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der IHK Erfurt. Während in der voraussichtlich zweijährigen Verhandlungsphase zwei Drittel der Firmen noch mit einem konstanten bilateralen Handel rechneten, würde nach vollzogenem Austritt jeder zweite Befragte sinkende Export- und Importzahlen befürchten.
„Auch die Investitionspläne der hiesigen Firmen auf der Insel leiden unter dem Brexit“, merkt Grusser an. So wollte jedes vierte Unternehmen seine Ausgaben künftig reduzieren.

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„Das größte Risiko sehen die Thüringer Betriebe in den aktuellen politischen und rechtlichen Unsicherheiten im Geschäftsverkehr. So zeigen sich die Manager über eine Zunahme von Handelshemmnissen wie Zöllen und Steuern, aber auch zusätzliche Bürokratielasten und Ausfuhrbescheinigungen besorgt“, sagt der IHK-Chef. Gerade für die kleinen und mittelständischen Betriebe ohne eigene Exportabteilung spielten diese Aspekte eine besondere Rolle. Als weiteres Problem würden auch die Währungsabwertung und die Wechselkursrisiken eingestuft.

Welche konkreten Auswirkungen der Brexit für Unternehmen habe, hänge jetzt wesentlich vom Inhalt und Ergebnis der Austrittsverhandlungen ab. Hier sei wichtig, dass eine Balance gefunden werde zwischen guten Handelsbeziehungen mit dem Vereinigten Königreich und einem weiterhin funktionierenden Binnenmarkt.

„Großbritannien ist für die Thüringer Wirtschaft der viertwichtigste Auslandsmarkt mit einem jährlichen Außenhandelsvolumen von insgesamt mehr als 1,6 Milliarden Euro. Über sechs Prozent der hier produzierten Waren von Kraftfahrzeugen über Maschinen und Anlagen bis zu Kunststoffartikeln gehen auf die Insel. Gegenwärtig unterhalten immerhin 290 Thüringer Betriebe stabile Geschäftsbeziehungen mit Großbritannien“, informiert der IHK-Hauptgeschäftsführer.
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