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Fr, 07:00 Uhr
12.08.2016
Spielvorschau mit Joe Albersinger

„Gemeinsam ein tolles Erlebnis haben!“

Das Wetter wird gut, Wacker will Wiedergutmachung und der Gegner sich nicht verstecken. Wir erwarten das erste Tor von „Toni“ Sailer und der Anstoß ist so zeitig (13.30 Uhr), dass die Wacker-Fans nicht beim Mittagsabwasch helfen müssen. Ideale Bedingungen also!

Glücklich sieht anders aus - am Mittwochabend im Lok-Stadion (Foto: Bernd Peter) Glücklich sieht anders aus - am Mittwochabend im Lok-Stadion (Foto: Bernd Peter)
Die Enttäuschung saß am Mittwochabend beim Trainerteam schon tief

Wacker-Trainer Joe Albersinger (Mitte) ist kein Mann großer Worte. Er lässt lieber Taten sprechen. Seine Spieler mögen die akribisch engagierte, aber stets unaufgeregte Art ihres Fußball-Lehrers. Inzwischen ist der Bayer „angekommen“ in Nordhausen und der Regionalliga Nordost. Wie aber steht er zur heiß debattierten Auseinandersetzung der Fußballfans großer Traditionsvereine mit denen noch größerer Kommerzvereine, von denen Wacker in der „Leipziger Woche“ zwei Exemplare bespielen muss?

Joe Albersinger muss nicht lange überlegen, ehe er antwortet: „Beides hat seine Berechtigung und ich sehe Red Bull durchaus positiv. Ich habe in Salzburg als Trainer hospitiert und die Arbeitsweise dort kennen gelernt. Traditionsvereine wie Lok sind auch sehr spannend, zuletzt war ich selbst bei einem in München (TSV 1860). Letztendlich muss jeder seinen eigenen Weg finden. Ich halte nichts davon, immer aufeinander los zu gehen.“

Nach dieser diplomatischen Antwort auf eine schwierige Frage interessierte uns, ob er als ehemaliger U23-Trainer eines Bundesligisten (Ingolstadt 04) denn genau weiß, wie solche Mannschaften wie RB II ticken?

„Das sind alles gute Jungs“, sagt Albersinger. „Dazu kommen die jungen Spieler aus dem Profikader. Alle sind technisch und taktisch bestens geschult. Es wird sehr gut gearbeitet in den Bundesligavereinen. Da ist es eine schwer zu lösende Aufgabe gegen die U23 von RB Leipzig zu spielen. Die U23-Spieler haben alle den Anspruch, erfolgreich zu sein und so schnell wie möglich den Sprung in den Profibereich zu schaffen.“

Und wie will der Wacker-Trainer die taktische Ausrichtung gestalten gegen eine solche Truppe? „Wir haben eine klare Spielidee von permanenter Aktivität und eigenem Ballbesitz. An deren Umsetzung arbeiten wir täglich, um sie über 90 Minuten auf den Platz zu bekommen. Wir müssen uns eben immer weiter steigern.“

In der Regel ist das Zuschauerinteresse eines Regionalliga-Vereins bei Spielen gegen die „Bundesliga-Bubis“ nicht so groß wie gegen „normale“ Gegner. In der letzten Saison interessierten sich gerade mal 731 zahlende Zuschauer für den Auftritt gegen RB II. Wie beurteilt das der Nordhäuser Coach?

„Das ist sehr schade, denn die spielen meist einen frischen, attraktiven und offensiven Fußball, der gut anzuschauen ist. Für uns ist die Unterstützung unserer Fans immer äußerst wichtig. Die Mannschaft setzt alles daran, dass der Funke vom Platz auf die Zuschauer überspringt und wir gemeinsam ein tolles Erlebnis haben.“

A pro pos tolles Erlebnis. Die Mannschaft besuchte am letzten Samstag das Altstadtfest. Mag der Übungsleiter Albersinger solche PR-Termine oder hätte er in der Zeit lieber seine Jungs trainiert? „Nein, solche Termine sind enorm wichtig. Mannschaft, Verein und Präsidium zeigen so den Fans, dass sie etwas in der Region bewegen und Vertrauen zurückgeben wollen. Ich fand es toll, wie die Mannschaft von Hunderten von Leuten so begeistert aufgenommen und beklatscht wurde. Das stärkt uns zusätzlich in unserem Siegeswillen.“

Am Sonntag (14.8. um 13.30 Uhr) wird die jüngste Mannschaft der Liga (das Durchschnittsalter der „Jungbullen“ liegt bei 19,5 Jahren) im AKS erwartet. Auch der Trainer Robert Klauss ist mit 31 Jahren der deutlich jüngste seiner Kollegen. In einem Interview hat er versprochen den „spannendsten Fußball der Liga“ spielen zu wollen. Auf unsere Nachfrage präzisierte er das so: „Wir wollen mutig, schnell und dynamisch spielen und den Zuschauern immer ein offensives Spektakel bieten. Natürlich wollen wir dabei auch hinten sicher stehen. Wichtig ist es, ständig aktiv zu sein, das Spiel zu gestalten.“

Da sind es also schon zwei Teams am Sonntag, die das Spiel machen wollen. Im Wacker-Lager sieht man der Begegnung professionell gelassen entgegen. Joe Albersinger sagt: „Wir werden uns nicht am Gegner orientieren, sondern an unserem eigenen Stil arbeiten. Wir wollen unsere Fähigkeiten ausspielen und verbessern.“

In der Summe klingt das nach einem offensiven Spiel, in dem beide Parteien mit offenem Visier ihr Heil im Angriff suchen. Dort fehlen Wacker weiterhin zwei wichtige Stürmer. Sowohl Tino Semmer als auch Zafer Yelen sind noch nicht wieder fit. Die gute Nachricht ist aber, dass die Rasenballer im AKS nicht mit einer Vielzahl von Bundesliga-Profis auflaufen können, denn die sind im Trainingslager und haben sogar einige aus dem Kader der U23 dabei, verriet Robert Klauss.

Im Tor wird jedenfalls einer stehen, der vorige Woche in Cottbus einen Punkt festhielt und schon etwas über 23 Jahre alt ist. Benjamin Bellot verkörpert gleichzeitig das ganze Leipziger Dilemma. Der gebürtige Leipziger durchlief die Torwartschule des VfB bis zu dessen Pleite 2004 und wechselte dann zum FC Sachsen, bis der sich als Verein von der Welt verabschiedete. Nach seinem erneuten Wechsel wird er heute als RB-Talent bezeichnet.
Olaf Schulze
Autor: nnz


Kommentare
Flitzpiepe
12.08.2016, 09.30 Uhr
Mich kotz das RB Bashing auch an
Da feiern sich die Fangruppen von Wacker und Lok am Mittwoch gemeinsam, dass sie zusammen einen Wechselgesang mit 'Scheiß RB' hinbekommen, und andererseits ist Wacker auch nichts anderes als ein kleines RB.
Wacker hat auch einen Geldgeber, der inzwischen bestimmt, wo der Hase lang läuft. Wacker ist genauso von ihm abhängig wie RB von Mateschitz. Das ist Heuchelei was unsere Fans da veranstalten mit Plakaten und Gesängen.

Das Spiel am Sonntag wird in der Hinsicht grausam werden.
Wo ist eigentlich das Problem bei RB Leipzig? OK, die haben viel Geld von einer Person und sind von ihm abhängig. Na und?

Die machen eine super Nachwuchsarbeit in ihrem 40 Mio. € Nachwuchszentrum. Zu denen kann man noch mit Kindern bedenkenlos ins Stadion gehen, ohne Angst zu haben, dass eine eigene Ultragruppe ausflippt.

Um sehr guten Fußball zu spielen ist Tradition unnötig. Viel Geld reicht völlig. Das ist nun mal so in dieser perversen vom Geld bestimmten Gesellschaft. Ich hätte nie gedacht, dass Fans so traditionsduselig sentimental werden können.
Johann George
12.08.2016, 09.56 Uhr
Liebe Flitzpiepe
Da hast du wohl einiges nicht richtig verstanden in den letzten Jahren. Wacker als kleines "RB" zu bezeichnen ist jenseits der Realität. Auch wenn Wacker einen großen Sponsor hat, so gibt es schon noch einige andere, die sich engagieren. Bei RB engagieren sich nur Herren und Damen, die schnell viel Geld verdienen wollen. Wacker würde aber auch mit viel Geld nicht versuchen, die Infrastruktur anderer Vereine zu zerstören. So wie die es nun einmal tun.

Der Hauptangriffspunkt der Fans ist aber die Struktur des Konstrukts Rasenballspott . Selbst Hopps Hoffenheimer Dorfverein ist eben ein Verein. RB hat acht Mitglieder, von denen wahrscheinlich 5 Mateschitz heißen. In Deutschland ist so eine Betriebsform für Fußballvereine eigentlich gar nicht zulässig.

Wenn sich Fans von Traditionsvereinen nicht gegen diese Brausetruppe stellen würden, dann hätten sie kein Herz für den ursprünglichen Fußballgedanken. Und keins für ihre Region. RB ist seelenloser internationaler Kommerz.
Flitzpiepe
12.08.2016, 10.26 Uhr
Kleines RB kommt nicht von mir
sondern von Kommentaren in Regionalliga Nordost Foren.
Es ist nichts anderes als RB - nur einige Nummern kleiner.
Die öffentliche Stimmung von anderen gegenüber Wacker kippt.

Wacker steht an 5. Stelle aller Regionalligisten Deutschlands beim Marktwert der Mannschaft. Es wurde eine Söldnertruppe zusammengekauft ohne Sinn und Verstand. Das machen die anderen auch, nur nicht in dem Maße.
Die anderen Vereine machen sich lächerlich über die Ziele von Wacker. Das Umfeld ist überhaupt nicht mit gewachsen.
Die Unterstützung der Politik ist nicht da.

Ich würde gern mal die Antwort des DFBs lesen zu den 2 beantragten Drittligalizenzen von 14/15 und 15/16.
Auch wenn Kleofas das anders sieht, ein Umbau des AKS mit Landesgeldern ist nicht in Sicht.

PS: Am Mittwoch in Leipzig habe ich das erste Mal mitbekommen, dass sich zwei jüngere Wackerfans aus Angst nicht auch als RB-Unterstützer zu erkennen gegeben haben. Es wurde nur getuschelt. Ist das nicht krank?
Momentmal
12.08.2016, 15.27 Uhr
Ach die gute alte Zeit
Da wurde noch so ziemlich jeder Gegner gleich ernst und mit gesunder Rivalität genommen. Heute scheints nur noch zusammen symphatisierend gegen RB vorzugehen. Heute "müssen" die Traditionsteams zusammenstehen und sich im Wechselgesang der Fans beweisen. Was dabei herauskommt,ist wahrscheinlich ein von Hass geprägtes Spiel am kommenden Sonntag im AKS. Vl fliegen wieder Bierbecher.
Das Wetter wird gut,bis 25 Grad. Ideale Bedingungen. Ich würde noch ein paar Sofas aufstellen. Oder ne Couch
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