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Fr, 12:40 Uhr
18.11.2016
Lehrermangel wird akut

Notstand an Nordthüringens Regelschulen

Zu wenig, zu alt, zu oft krank - der Lehrerkollegien in Nordthüringen, vor allem im Regelschulbereich, stehen vor dem Kollaps. Im kleinen Mackenrode trafen sich gestern Elternvertreter und Lehrer aus der Region um über die kritische Situation an ihren Schulen zu sprechen und die Politik endlich zum handeln aufzufordern...

Versammlung in Mackenrode - die Regelschulen stehen vor dem Kollaps (Foto: Angelo Glashagel) Versammlung in Mackenrode - die Regelschulen stehen vor dem Kollaps (Foto: Angelo Glashagel)

Wenn die Regelschule Ellrich in den letzten Wochen in der Presse aufgetaucht ist, dann meistens wegen erfreulicher Nachrichten. Die neue Turnhalle wurde eröffnet, man bekam eine frische Küchenausstattung für den Hauswirtschaftsunterricht und kann als Stützpunktschule über Erfolge bei der Integration von Migrantenkindern berichten. Die Schule ist auf einem guten Weg, sollte man meinen, materiell hat sich in letzter Zeit viel bewegt. Auch anderswo geht es voran, das Humboldt-Gymnasium in Nordhausen und das Schillergymnasium in Bleicherode stehen vor großen Sanierungsmaßnahmen.

Das die, sehr willkommenen, Baumaßnahmen im wahrsten Sinne des Wortes nur Fassade sind, das konnte man gestern in Mackenrode erfahren. Eltern und Lehrer aus dem Landkreis hatten auf bBtreiben der Ellricher Schulleitung und ihrer Elternsprecher in die Gaststätte "Zum Wutz" geladen, um ihre Sorgen den Landtagsabgeordneten des Landkreises eindringlich darzulegen.

Denn die schicke neue Turnhalle nützt Carola Böck wenig, wenn sie keine Sportlehrer mehr hat. Die Schulleiterin der Ellricher Oberschule ist seit 28 Jahren als Pädagogin tätig und hat eine ansehnliche Liste an Klagen mitgebracht. Man habe lang und hart gearbeitet eine Abschlussorientierte Oberschule zu werden, unterrichte integrativ, mit Haupt-, und Regelschülern, deutschen und nicht-deutschen Schülerinnen und Schülern, mit Kindern die besonderen Förderbedarf haben und solchen die es nicht tun, erklärte Böck, zusammen in einer Klasse. Seit Jahren schon. Kein Schüler verlasse ihr Haus ohne Abschluss, sagte die Lehrerin stolz.

Das alles drohe jetzt wegzubrechen, warnte die Schulleiterin gestern in einem eindringlichen Appell an die Verantwortlichen in Erfurt. Das Kernproblem ist die Personalsituation. Hört man der in Mackenrode versammelten Runde aus Eltern, Lehrern und Beamten zu, muss man den Eindruck bekommen, dass man hier sehr kurz vor einem Desaster steht. Die Kollegien im Freistaat sind überaltert, rund ein Viertel aller Lehrer wird in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen. Nachwuchs gibt es, nur nicht unbedingt in den Fächern, in denen der Notstand am größten ist und nicht im Regelschulbereich. Selbst wenn sich passende Kandidaten finden, tun sich die Schulen schwer junge Kollegen auch zu halten, denn die suchen ihre berufliche Zukunft lieber in den Nachbarbundesländern, welche mitunter schon im Referendariat deutlich besser bezahlen, als man dies in Thüringen tut.

In Ellrich habe man zur Zeit noch nicht einmal ausreichend Kräfte, um das Minimum an Unterricht zu leisten, sagt Böck. Einige Fächer, wie zum Beispiel Wirtschaft, Recht und Technik oder auch Informatik, kann die Schule überhaupt nicht mehr aufstellen. Musik gibt es nur noch, weil Schulleiterin Böck hier vom Fach ist. Sie und ihre Vertreterin fungieren auch als Klassenleiterinnen. Vertretungsweise zwar, aber niemand weiß so recht, für wie lange. "Wir haben zwei Mathematiklehrer, fällt einer aus, dann weiß ich schon jetzt das fünf Klassen in den nächsten zwei Wochen kein Mathe mehr haben werden", erklärte Böck am Abend, "ich habe keine einzige Stunde im Plan, die ich irgendwo über habe".

Fünf Kollegen sind dauerkrank, das Durchschnittsalter in der Lehrerschaft beträgt 55,8 Jahre, der einzige junge Kollege ist 28 Jahre alt. Und im Moment in Elternzeit. 29 Stunden werden in der nächsten Zeit ausfallen, sieben davon allein in Klassenstufe acht, 15 sind im Vertretungsplan vorgesehen. Und gleichzeitig soll Böck ihre alternde Lehrerschaft schonen.

Trotzdem hält man an den hohen Zielen fest, sorgt dafür das keiner ohne Abschluss die Schule verlässt. Die Belohnung - Ellrich bekommt keinen zweiten Sozialarbeiter, die gibt es nur für Schulen in denen viele Schüler ohne Abschluss die Schulbank verlassen.

Eine weitere Kraft würde schon helfen, auch wenn es sich nicht um ausgebildete Pädagogen mit Staatsexamen handelt. Denn selbst wenn Stunden ausfallen, muss jemand die Jungen und Mädchen beaufsichtigen. Selbst dafür ist kaum Zeit, in Ellrich ist man inzwischen darauf ausgewichen, sich den Busbegleiter der Grundschule "auszuborgen", um die Betreuung wenigstens für ein paar Stunden sicher zu stellen.

"Es geht so definitiv nicht weiter", sagte Böck am Abend, "wir versündigen uns an unseren Kindern und betreiben Raubbau an unseren Lehrern." Die Schulleiterin sehe im Moment keinen Ausweg, und sie ist nicht allein.

Auch anderen Regelschulen geht es ähnlich, berichtet Anja Laude von der Käthe-Kollwitz Schule in Nordhausen. Sieben Lehrer fehlen hier zur Zeit. Ein Schulleiter könne so etwas nicht abdecken. Schuld an der Misere sei nicht das Schulamt in Worbis, das auch nur die Vorgaben des Ministeriums umsetze. In Erfurt kenne man die Problematik, es werde aber schlicht nicht genug Geld bereitgestellt, neue Lehrer einzustellen und den Standort Thüringen attraktiver zu machen.

Hier liegt letztlich die Krux der Sache. Das Problem ist seit längerem bekannt, gegengesteuert wurde aber nur halbherzig, die ganze Misere geht letztlich auf Entscheidungen in den 90er und verpasste Chancen in den 2000er Jahren zurück. Das musste auch Egon Primas unumwunden zugeben. Der Abgeordnete der CDU findet sich dieser Tage auf der Oppositionsbank wieder, welche Entwicklung das Schulwesen nehmen würde, war aber schon lange vor Rot-Rot-Grün abzusehen. Und auch hier ist man der Situation gegenüber nicht völlig blind. Immerhin 500 neue Lehrer pro Jahr stellt die Landesregierung derzeit pro Jahr neu ein, was angesichts der Lage nicht vielmehr als der sprichwörtliche Tropfen auf dem heißen Stein ist.

Ihre Fraktion fordere innerhalb der Regierung seit längerem die Zahl auf 1000 Neueinstellungen hochzuschrauben, wohl wissend das auch das nicht reichen würde, sagte Katja Mitteldorf, die für die Partei Die Linke im Landtag sitzt. Sie könne den Frust der Eltern und Lehrer sehr gut nachvollziehen, da man diesen in den Verhandlungen innerhalb der Koalition ähnlich erlebe.

Selbst wenn man die Zahl der Neueinstellungen höher ansetzen würde sei noch nicht viel gewonnen, meinte Christian Tischner, Bildungspolitischer Sprecher der CDU Fraktion und selber Gymnasiallehrer. "Sie finden die Lehrer gar nicht mehr", sagt Tischner und hat Zahlen mitgebracht. Gerade einmal zwei Referendare mit dem Fachbereich Chemie habe es im vergangenen Jahr für den Realschulbereich gegeben. In Physik keinen einzigen. 172 Lehrer schieden aus dem Regelschulbetrieb aus, 99 wurden neu eingestellt. Der Flaschenhals wird immer enger. Das Problem sei derart drängend, das man keine Zeit mehr habe zu warten, sagte Tischner, im Grunde müsse Bildungsministerin Klaubert jeden Tag laut aufschreien, damit man sie im Finanzministerium endlich höre.

Ad hoc können die Nordthüringer Abgeordneten nicht viel mehr tun, als den Appell der Eltern und Lehrer mit nach Erfurt zu nehmen. Man ist nicht allein, vor allem in den Randlagen des Freistaates ist das Problem akut, eben weil es nicht weit ist, bis ins nächste Bundesland. Die Nachbarn haben erkannt, was man in Thüringen immer noch versäumt - Lehrer, auch solche die frisch von der Uni kommen, müssen ordentlich bezahlt werden. In Sachsen ist man wieder dazu übergegangen Lehrer zu verbeamten. In Brandenburg tut man das nachwievor nicht, hat dafür aber schon bei den Referendaren die Gehälter deutlich erhöht.

Neben der Geldfrage ist auch die Thüringer Bürokratie ein Problem, die "Einstiegskorridore" in den Beruf stimmen nicht mit der Vergabe der Abschlüsse überein, sagte Carola Böck der nnz. Die Bewerbungsfristen für die Stellen enden schon bevor die Absolventen ihr Zeugnis in den Händen halten. Im schlimmsten Fall hängen die angehenden Lehrer dann ein halbes Jahr in der Luft. Oder sie entscheiden sich dazu, ihr Glück im Nachbarland zu versuchen, in denen die Prozesse besser aufeinander abgestimmt sind.

"Ich sehe keinen Ausweg", sagte Böck zu den Abgeordneten, "sagen sie wie mies es hier am Ende von Thüringen aussieht, machen sie deutlich, dass man sich das nicht mit der Situation in Erfurt, Jena oder Weimar schönreden kann". Wenn die Regierung die Probleme offen auf den Tisch legen würde, wäre man bereit bei der Lösung des Problems zusammenzuarbeiten, sagte Egon Primas und begrüßte ausdrücklich die Anwesenheit der Linken Abgeordneten Katja Mitteldorf. Die wiederum riet dazu mit der Kritik in Richtung Erfurt nicht nachzulassen und alle zur Verfügung stehenden Kanäle zu nutzen. Mehr Druck auf das Bildungsministerium könne auch Ministerin Klaubert dabei helfen, offensiver gegenüber dem Finanzministerium aufzutreten, sekundierten die CDU Männer Nüßle und Tischner.

Und es gibt durchaus praktische Lösungen, zumindest auf Zeit. Etwa den Zugang von Quer- und Seiteneinsteigern, die nicht von Haus aus Pädagogen sind. Regulatorische Eingriffe in die Studienwahl wären ebenso denkbar wie mehr Werbung für den Lehrerberuf schon in den Schulen selbst. Und vor allem: bessere Rahmenbedingungen. All das wird Zeit brauchen und man wird bald gemeinsam handeln müssen, wenn sich die Lage nicht noch weiter zuspitzen soll.
Angelo Glashagel
Autor: red

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Kommentare
C.Doe
18.11.2016, 13:33 Uhr
Herr Ober die Rechnung bitte!
Jetzt tritt das ein, was jeder normale Mensch, also bspw. Eltern und Lehrer vor Ort seit 10 Jahren immer wieder den Landespolitikern in Stammbuch geschrieben haben.
Alle Kultusminister wußten es besser. Egal ob zu Zeiten der Großen Koalition, der CDU-Alleinherrschaft oder jetzt bei rot-rot-grün.
Ich habe den Eindruck, welcher sich jetzt zur Gewissheit verdichtet: Im Kultusministerium herrschte und herrscht absolute Ahnungslosigkeit garniert mit reichlich ideologischem Ballast.
Die Zeche zahlen unsere Kinder und auch die Eltern, die mangelnden Wissenstranfer im Rahmen der täglichen Hausaufgabenerledigung nachholen.
Haushaltsmittel wurden und werden für eine Menge Kinkerlitzchen und vor allem Prestige ausgegeben.
Beispiel gefällig?: Millionen für den Flughafen Erfurt, die Erfurter Spielbank oder Reisetätigkeiten des Ministerpräsidenten zum Pabst oder Reisen von Angeordneten nach Russland und wo sonst auch immer hin. Die Liste ist sehr lang. 25 Jahre Projekte zur Stasivergangneheitsbewältigung und V-Leute im NPD-Umfeld. Auch diese Liste ist lang, sehr lang.
Nur Geld für unsere Kinder war und ist keins da.
Es ist erbärmlich.
free Gigi
18.11.2016, 13:41 Uhr
Was muss denn
Noch passieren, bis die Herrschaften endlich mal aufwachen? Volk erhebt euch!!!
Gudrun1974
18.11.2016, 14:20 Uhr
Mehr Dankbarkeit für die schöne Ellricher Turnhalle
... der Service Gmbh wäre angebracht, Frau Böck!
Leser X
18.11.2016, 15:01 Uhr
Riese87
haben Sie den Beitrag überhaupt vollständig gelesen? Hier geht es nicht um Dankbarkeiten, sondern um die Lösung von Problemen. Seien Sie froh, dass Sie - vermute ich mal - vor der Wende einen geordneten Schulbesuch genießen durften.
h3631
18.11.2016, 15:02 Uhr
Dankbarkeit für den LR fehlt
Riese87
Ihre Dankbarkeit gegenüber dem LR fehlt auch.
Sie müssen klare Kante zeigen.
Anna Lüst
18.11.2016, 15:14 Uhr
Riese...
... hat Ihnen jetzt einer die letzte Hirnwindung gerade geklopft??? Wozu die neue Sporthalle, wenn die Schüler mangels Lehrer keinen Sportunterricht machen können? Stellen Sie sich mal vor, man stellt Ihnen eine Straßenbahnhaltestelle vor die Tür, verlegt dann aber keine Schienen dorthin... Manchmal glaube, Sie sind hier nur ein Fake von PSG, um ein wenig Bambule hervorzurufen. Ist in diesem Fall gelungen. Ich kann mir niemanden vorstellen, der gebetsmühlenartig derartig tumbe Meinungsäußerungen absondert...
AdolfundEva
18.11.2016, 17:01 Uhr
Auch im Harztor
Das wir Lehrermangel haben bestätigt sich nicht nur in Ellrich und Nordhausen sondern auch im Harztor und die gesamte Region ! Es ist sehr schade das so keine vernünftige Schulbildung der Kinder gesichert ist . Aber wenn man sagt dann sagt man unterrichtet seine Kinder zu Hause , heißt es Schulpflicht und wenn du dein Kind nicht schickst musst du Strafe bezahlen ! Was nützt eine Schulpflicht wenn meine Kinder mehr Ausfall als Stunden haben . Sehr traurig . Auch im Harztor will man sich mit den Elternvertretern auf den Weg nach Erfurt machen ! Vielleicht sollten sich alle Schulen mal im Umkreis zusammen tun und gemeinsam das Problem angehen !
Peter59
18.11.2016, 17:10 Uhr
An den Riesen.......
Ich hoffe nicht, dass der Riese eine "Frankenstein-Kreatur" ist, vielleicht hat er aber doch ein paar Nähte am Körper....man kann es nicht wissen...... Riese 87-springen Sie ein und unterstützen Sie das Kollegium: Fächer für Sie: "Dummdödelei und Fischbrötchenweitwurf".....
Sind Sie sich im Klaren, was hier eigentlich abgeht, die Statements und Kommentare haben ihre Berechtigung!!!!!!
Lassen Sie Ihre stereotypen Floskeln, machen Sie sinnvolle Vorschläge oder halten Sie endlich Ihre Klappe, Sie werden ja nocht nicht mal als "Troll" wahrgenommen, wie schäbig......
In dieser Situation hilft nur permanenter Druck der Betroffenen, die "Verwaltungsoligarchen" interessiert das ansonsten nicht........Das Volk hatte gewählt, war vielleicht doch nicht so gut, diese Wahl.....
Günther Hetzer
18.11.2016, 17:52 Uhr
Ich bin da voll und ganz bei Riese87
Ich bin unserem LR auch immer Dankbar, dass er jeden morgen die Sonne aufgehen lässt.
othello
18.11.2016, 19:02 Uhr
Prioritäten setzen !
Wir müssen mehr investieren in Schule und Bildung ! Kommen ihnen diese Sprüche bekannt vor?
Gebetsmühlenartig höre ich diese Sprüche schon seit Jahren aus den Mündern unserer Politiker egal aus welcher Partei, die gerade regiert. Schon seit Jahren sind die Probleme zu diesem Thema bekannt, und in voller Härte trifft es jetzt die RRG – Regierung in Erfurt. Pläne zum Personalabbau in der Verwaltung von 8800 Stellen waren mit Koalitionsbeschluss bis 2020 anvisiert. Welche Gutachter und Expertenkommissionen habe diesen weltfremden Beschluss in die Wege geleitet ?
Alle vier Jahre haben solche Expertenkommissionen Polizeireformen vorgeschlagen, welche auch umgesetzt wurden. Jetzt muss wieder eine solche Kommission alles neu ordnen.
In vielen Politikfeldern werden diese Kommissionen und Gutachter, siehe auch Gebietsreform, eingesetzt. Ich komme nur zu dem Schluss, wenn ich die Ergebnisse sehe, dass hier nur Geld zum Fenster hinausgeworfen wird und damit immer wieder neues Chaos angerichtet wird.

Die geschilderten Gegebenheiten in Nordthüringer Regelschulen erinnern an Zustände wie in sogenannten Schwellenländern. Diese Zustände sind auch Bundesweit in bestimmten Regionen zu beobachten, noch verschärft durch die Zuwanderung aus uns fremden Ländern, mit entsprechenden Kosten und Personalaufwand. Überall fehlen Gelder für Personal. Auch in Thüringen wurde jahrelang der Personalmangel schön geredet und nun steht man vor einem Dilemma, welches kurzfristig anscheinend auch nicht gelöst werden kann, denn Lehrer fallen nicht vom Himmel.
Trotz angeblich sprudelnder Steuereinnahmen hat der Thüringer Finanzminister offenbar kein Geld, für mehr Lehrer in ausreichender Größenordnung oder ihre bessere Bezahlung. Von einem umdenken, wie man die Steuermittel für Schule und Bildung aus dem Haushalt entnehmen kann, scheint er keinen Plan zu haben. Vielleicht sollte man andere Haushaltsmittel drastisch kürzen, die nur einer bestimmten Klientel im Lande nutzen.
C.DOE @ hat schon einige Beispiele genannt, welche in dieser Richtung weit mehr ausgeweitet werden können. Hat man eigentlich schon geprüft, welchen Nutzen politische Bildungsinitiativen haben ? Als Verfechter des Laizismus in Deutschland fallen mir dazu natürlich einige Thüringer Ausgaben für religiöse Gruppen ins Auge, die nach meiner Ansicht eine Frechheit sind.
2,5 Millionen für ein paar Studien zur Reformation. Geplante Ausgaben zum Kirchtag in Erfurt.
75 Millionen Euro zur Sanierung von Kirchen nur aus dem Haushalt des Denkmalschutzes, viele Millionen Euro aus anderen sogenannten Finanztöpfen für die Kirchen, die nicht erwähnt werden.
Wie viele Millionen hat der Papstbesuch in Thüringen verschlungen ? Wie viele Euros in Millionenhöhe wird das Lutherjahr den Steuerzahler kosten ? Wie viel zusätzliches Personal in kirchlichen sozialen Einrichtungen und Vereinen werden vom Land bezahlt ? Diese Liste fände fast kein Ende.

Der Einwand, man soll Gruppen nicht gegeneinander ausspielen, denn alle haben ein Recht auf finanzielle Zuwendungen, schon per Gesetz, ist natürlich richtig, und sie sollen auch Gelder bekommen. Doch es müssen in bestimmten Zeiten Prioritäten gesetzt werden, und die Priorität hat besonders unser Schulsystem !
Wenn es nicht bald ein drastisches Umdenken/Umlenken gibt, befürchte ich, dass solche Leute wie
@ N.Baxter die Zukunft bestimmen.
Mein Spruch lautet : Nicht in den Kirchen wird die Zukunft aufgebaut, sondern in unseren Staatlichen Schulen !
Zukunft
18.11.2016, 19:11 Uhr
Dauerkrank
Es ist doch kein Wunder, wenn heute Lehrer Dauerkrank sind. Warum muss jeder einen Schulabschluss haben? Wer nicht lesen, schreiben und rechnen kann, kann doch keinen Schulabschluss bekommen. Und immer sind die Lehrer Schuld.

Das Schulsystem hat in meinen Augen versagt. Selbst Universitäten klagen bezüglich des Niveaus selbst der Studierenden. Schlechte Rechtschreibung und Grammatik, Zusammenhänge werden nicht erkannt. Wird sich daran etwas ändern, ich glaube nicht.
Wie Bitte
18.11.2016, 20:27 Uhr
schicken sie die kinder
in integrationsklassen, wenn sie lehrermangel beklagen. für die integrationsklassen werden doch lehrer eingestellt wie hier zu lesen war. dann sitzen ihre kinder zwar zwischen ali und aische, aber werden unterrichtet. dann lernen sie auch gleich türkisch und syrisch, die amtsprache für das deutschland in ein paar jahren.
traurig aber war!
Beatle
18.11.2016, 20:54 Uhr
Schulpflicht ohne Recht auf Lehrer
Die jetzige Entwicklung in Nordthüringen ist seit Jahren von den verantwortlichen Schulleitern beim Schulamt in Worbis aufgezeigt worden. Leider wurde dort immer mit dem Verweis reagiert, dass die Situation in anderen Landkreisen noch schlimmer ist.

Es bleibt aber zu bemerken, das die Kinder der Schulpflicht unterliegen. Wenn kein Lehrer mehr verfügbar ist an den Schulen, wieso existiert dann diese. Da das Land dafür verantwortlich ist die Schulpflicht durchzusetzen, dann muss den Schülern auch das Recht auf einen entsprechenden Fachunterricht eingeräumt werden.

Dies bedeutet die Bereitstellung von Finanzmitteln des Landes für das Einstellen von Lehrkräften. Allerdings sollte dies auch zu einem Zeitpunkt geschehen, der nicht erst vor oder während der Sommerferien terminiert ist. Die meisten Referendare sind zu diesem Zeitpunkt schon in andere Bundesländer unterwegs.

Eine weitere Frage ist, warum sind die Schulämter sehr gut besetzt, die Schulen aber um so schlechter? Aus meiner Sicht nutzt die "beste" Verwaltung nichts wenn es nichts mehr zu verwalten gibt. Hier muss ebenso vom Bildungsministerium angesetzt werden.

@Adam: Ihr Vorschlag ist sehr gut. Leider habe ich den letzten Jahren keine gemeinsame Strategie oder Initiative der Schulen aus dem Landkreis Nordhausen oder deren Elternvertreter festgestellt. Hier muss von allen Betroffenen ein Weg der klaren Kommunikation in Richtung Erfurt gefunden werden.
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