eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Fr, 12:12 Uhr
03.03.2017
Entsetzen sogar beim Bürgermeister?

Aus dem Stadtrat Bad Frankenhausen

Am gestrigen Donnerstag fand in Bad Frankenhausen die Sitzung des Stadtrats statt. Themen u.a. gemeinsame Erklärung von Stadtrat zu Krankenhaus, REWE-Markt und Gebietsreform. Von der CDU-Fraktion kam dazu diese Meldung...

Am Donnerstag den 02.03.2017 fand um 19 Uhr die nächste Stadtratssitzung der Stadt Bad Frankenhausen statt. Von den 6 CDU Stadträten waren 5 anwesend. Es gab im öffentlichen Teil 3 zentrale Punkte zu behandeln.

Einer der Themen war das DRK-Manniske-Krankenhaus. Dieser Punkt wurde kurzfristig auf die Tagesordnung gebracht. Wie seit einigen Tagen öffentlich bekannt geworden ist, ist die DRK Krankenhausgesellschaft relativ weit mit den Planungen aus dem örtlichen Krankenhaus mit unterschiedlichsten Bereichen, eine geriatrische Spezialklinik zu machen, was durchaus auch Einschnitte in die Grund- und Regelversorgung haben könnte.

Der gesamte Stadtrat einigte sich einstimmig darauf, eine gemeinsame Erklärung an die entsprechenden Stellen abzugeben. Die Fraktionsvorsitzenden von CDU, SPD und Linken werden daher in den nächsten Tagen, stellvertretend für alle Mitglieder des Stadtrates, eine Erklärung abgeben, in der man Einschnitte in die medizinische Grund- und Regelversorgung der Stadt und des ganzen Ostkreises kategorisch ablehnt.

Anzeige symplr (1)
In einer Kur- und Erholungsstadt die neben den rund 9.000 Einwohnern viele Kur- und Rehagäste begrüßen darf und in der ein Bundeswehrstandort von mittlerweile weit über 1.500 Soldaten und Zivilbeschäftigten existiert, kann und darf an der medizinischen Versorgung nicht in diesem Maße umstrukturiert werden. Wir versichern allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des DRK-Manniske-Krankenhauses unsere Unterstützung. Sie können gewiss sein, dass der Stadtrat der Stadt Bad Frankenhausen an Ihrer Seite steht.

Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung war die Abstimmung darüber, ob Bürgermeister Strejc Gespräche Ringleben und Ichstedt aufnehmen darf, deren Ziel die Gemeindefusion beider Kommunen im Zeitraum der Freiwillig-
keitsphase ist. Es soll eine Arbeitsgruppe unter Leitung des Bürgermeisters gebildet werden.

Vertreten sind dort die beiden Beigeordneten sowie jeweils ein Mitglied der Fraktionen des Stadtrates. An dieser Stelle sei gesagt, dass die CDU Fraktion grundsätzlich gegen die Gebietsreform ist. Den Nutzen, den die Vertreter der rot-rot-grünen Landesregierung in der Gebietsreform sieht, können wir nicht nachvollziehen. Die Gebietsreform wird den ländlichen Raum schwächen und geht somit zu Lasten unserer Bürgerinnen und Bürger. Da wir uns als CDU Fraktion aber den Gegebenheiten und Tendenzen in Erfurt nicht verschließen dürfen, haben wir uns dazu entschieden, der o.g. Beschlussvorlage zur Eingemeindung von Ringleben und Ichstedt zuzustimmen.

Eine weitere wichtige Beschlussvorlage gab es zum Thema Rewe Markt. Der Rewe Markt möchte gerne auf dem Gelände des Busbahnhofes einen neuen Einkaufsmarkt bauen, um sich zu vergrößern. Für die Gewerbefläche des aktuellen Rewe Marktes hat bereits ALDI sein Interesse bekundet, da auch dieser Markt sich vergrößern möchte bzw. muss. In die Räumlichkeiten des ALDI würde dann die Rossmann Drogerie umziehen, so dass am Ende lediglich die Fläche des jetzigen Rossmann leer wäre.

Aber auch hier hat der Eigentümer erkennen lassen, dass man sehr optimistisch ist, dass die Gewerbefläche zeitnah neu belegt werden könnte. In der Beschlussvorlage ging es lediglich darum, ob der Stadtrat ganz grundsätzlich einer Neuansiedlung des REWE-Marktes auf dem Gelände des Busbahnhofes befürwortet. Allen Stadträten waren die Gegebenheiten bekannt, da der Bürgermeister über z.B. die Interessenbekundungen von ALDI und Rossmann zeitnah informierte.

Es war auch allen Stadträten bekannt, dass für den LKW-Parkplatz auf dem Busbahnhof eine alternative geschaffen werden sollte. Die Bushaltestelle an der Unterkirche würde zum neuen zentralen Busbahnhof umgebaut werden und der Kantor-Bischoff-Platz hätte im Zuge dieser Maßnahme direkt mit saniert werden können.

Für die CDU Fraktion war hier ganz klar, dass man grundsätzlich für die Verlagerung ist und die Stadtverwaltung damit beauftragt, Verhandlungen mit der REWE-Gruppe und den Investoren und Planern aufzunehmen. In einer Stadt, die glücklicherweise entgegen dem Trend im ländlichen Raum, einen Bevölkerungszuwachs zu verzeichnen hat, deren Übernachtungszahlen von Kur- und Rehagästen steigt, in der sich auch die Zahl der Touristen positiv entwickelt und in der mittlerweile auch in der Kyffhäuserkaserne über 1.500 Menschen arbeiten bzw. leben, ist die Vergrößerung des REWE-Marktes ein logischer Schritt.

Zum Entsetzen unserer Fraktion und zum Entsetzen des Bürgermeisters selber, entschieden sich die Fraktionen der SPD und der Linken mehrheitlich gegen die vorgelegte grundsätzliche Zustimmung und damit gegen die Beauftragung der Stadt, in Verhandlungen zu treten. Auch eine Wortmeldung des anwesenden REWE Vertreters wurde durch die gesamte SPD- und Linkenfraktion abgewiesen.

Wir bedauern den Entschluss der Mehrheit des Stadtrates und die Art und Weise, wie man mit dem Vertreter der REWE-Gruppe umgegangen ist. Die REWE-Gruppe ist seit 10 Jahren in unserer Kurstadt beheimatet und hätte einen anderen Umgang mit der Thematik verdient gehabt.

Die CDU Fraktion
Stadtrat Bad Frankenhausen

Busbahnhof (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Busbahnhof (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Archivfoto kn vom Busbahnhof
Autor: khh

Anzeige symplr (6)
Kommentare
muraschke
03.03.2017, 12:46 Uhr
GREEN BUILdingsbums
Scheint so, dass die Betroffenen (immer noch) glauben, REWE&Co würden nur bauen, um der Stadt und den Menschen Glück zu bringen. Geht es doch viel mehr um reinen Verdrängungswettbewerb zwischen den Discountern, der hier auf Kosten der Stadt und ihrer Infrastruktur ausgetragen wird.

Den Auswertigen sei gesagt, dass die Stadt mit NORMA, NETTO, LIDL, ALDI, EDEKA... gut bestückt ist und niemand (auch in Zukunft) hungern oder schlangestehen muss.

Trotzdem hat die Stadt weniger ein Problem mit Beton. Eher stören Buschwerk und Bäume. Wenn gut gewachsene Birken nun schon gefällt wurden, weil deren Blätter auf Autos (öffentlicher Parkplatz!) fallen, stimmt was nicht mit dem Klima im Kopf bei den Verantwortlichen. Langsam verlieren (zumindest einige) Einwohner die Geduld und werden im Sommer dann bei 40 Grad die Stadtwerke und den Bürgermeister zum schattenlosen Gespräch über die Zukunft der Stadt einladen...

Und... wer unbedingt zu REWE will: Es sind nur wenige Kilometer bis zum Heldrunger Kreisel. Da gibts dann auch "Green Building" ohne Bäume
A.G.
03.03.2017, 16:49 Uhr
Handwerklich einfach schlecht gemacht !
Die Darstellung des Vorhabens und die Vorbereitung durch die Verwaltung ließen den Stadträten keine andere Wahl.
Ein entsprechendes Verfahren, welches alle Belange allein durch das Verfahren abprüfen muß, wäre möglich gewesen.
Mit einem vorhabensbezogenen Bebauungsplan hätte man das erreichen können. Verkehrskonzept, Umgestaltung der Kreuzung, alle Versorgungsträger befragt,
Kosten am Kantor-Bischofs-Platz umgelegt, LKW-Parkplätze, Lärmschutz für die Anwohner bei der Warenschleuse usw. usf.

Ein entsprechendes Verfahren hätte alles beleuchtet und geprüft mit einem dann zu akzeptierenden Ergebnis.
Der Stadtrat sollte nach § 34 einen Grundsatzbeschluss fassen und dieser Schnellschuss ging nach hinten los.
Das Entsetzen ist berechtigt bei den Befürwortern, doch müssen sie zuerst über die eigenen Fehler entsetzt sein.
Sollte ein VBP geplant gewesen sein und man hat das den Räten nicht vermittelt, muß man nicht entsetzt, sondern bestürzt sein.
Franziskus
05.03.2017, 18:22 Uhr
Hat denn von den
gewählten Stadtvertretern auch Jemand an den zusätzlichen Feinstaub der PKW`s und LKW`s in einer Kurstadt gedacht ,wohl kaum.

Das muß noch dazu:
Selbst wenn es ein bisschen kalt wird, lassen Einige Einheimische, weil man es ja schon immer so gemacht , den Motor während des Eiskratzen im Stand laufen.
Aber die Gesetze haben sich seit 1990 geändert, das ist verboten laut StVO § 30 Absatz 1.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)