Mi, 13:44 Uhr
03.05.2017
Flüchtlinge 2017
Die Peter-Klasse - was ist daraus geworden?
Mit viel politischer Prominenz startete die Autohaus Peter Gruppe Anfang 2016 den Versuch, 16 junge Flüchtlinge in eine Ausbildung zum Mechatroniker zu bringen. Nach Monaten der Vorbereitung begann im September die Ausbildung...
Die volle Punktzahl bei dieser Arbeit (Foto: nnz)
Ein Team von RTL drehte heute zu diesem Thema wieder in Nordhausen und im Landkreis. Es beobachtet die Peter-Klasse seit mehreren Monaten. Es genauer Sendetermin steht noch nicht fest.
Von den einst 16 Männern im Alter zwischen 19 und 37 Jahren sind noch zehn "dabei". Das sei allerdings eine durchaus normale Fluktuation, sagt Achit Tölle, der Ausbildungsverantwortliche der Peter-Gruppe. Beispiel: Von den 38 deutschen Azubis befinden sich nur noch 18 in der Ausbildung.
Soweit die aktuellen Zahlen. Diejenigen, die heute noch auf der Schulbank in der Straße der Genossenschaften drücken, die wollen unbedingt den Abschluss und sie geben sich alle erdenkliche Mühe. Als besonders leistungsstark werden die Michael und Biniam aus Eritrea eingeschätzt, doch bei der Rückgabe von Aufgaben schätzte Berufsschullehrer Reiner Sturm heute einen gesamt-guten Durchschnitt bei den Zensuren ein. "Die Flüchtlinge werden nach den gleichen Anforderungen unterrichtet wie alle anderen Azubis, da gibt es keine Ausnahmen." Auch ein Dolmetscher ist nicht mehr nötig.
Der Blick der jungen Männer richtet sich auf zwei Termine in diesem Jahr. Zum einen sollen sie Ende dieses Monats mit der Fahrerlaubisschulung auf Deutsch beginnen, zum anderen stehen dann die ersten Prüfungen ins Haus. Achit Tölle betont, dass die Handwerkskammer da keine Ausnahmen gegenüber deutschen Azubis zulassen wird. Im zweiten Ausbildungsjahr werden die zehn Männer dann in der Klasse der deutschen Azubis weiterlernen, die praktische Ausbildung absolvieren sie sowieso zusammen in den Werkstätten des Unternehmens.
Trotz der Abgänge, zeigt sich Helmut Peter zufrieden mit den Ergebnissen. "Ich wollte es einfach wissen, ob Integration auf dieser Weise vonstatten gehen kann, ob wir das auch in der Praxis schaffen?" Und: schafft man es? "Je intensiver die Betreuung der Flüchtlinge ist, desto höher die Chancen auf Erfolg. Dennoch hat alles seine Grenzen und es kostet viel an unternehmerischer Energie", formuliert es der Geschäftsführer. Wie es zum Beispiel mit der Förderung und Unterstützung weitergeht, das steht in den politischen Sternen. Helmut und Andreas Peter werden nicht aufgeben, das ist nicht ihr Ding.
Die Peter-Klasse zeigt, dass die Integration gelingen kann, dass unsere Gesellschaft vielleicht auch etwas zurückbekommt von dem, was sie an Geld und Ehrenamt investiert. Doch der Erfolg wird nur von punktueller Natur sein. Es sind die vielleicht nicht einmal fünf Prozent jener über einer Million Flüchtlinge, die nach Deutschland kamen und weiterhin kommen. Mittelfristig wird eine erfolgversprechende Integration aller dieser Menschen ein Ding der Unmöglichkeit sein. Selbst ein Land wie Deutschland wird an seine Grenzen kommen. Dies wird schneller passieren, wenn die eigenen Grenzen nicht sicher sind.
Die Peter-Klasse ist - in Quantität und Qualität - weit und breit eine Ausnahme. Auch deshalb interessieren sich vor allem überregionale Medien wie heute RTL für dieses Thema. Zur Regel wird und kann sie nicht werden.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red
Die volle Punktzahl bei dieser Arbeit (Foto: nnz)
Ein Team von RTL drehte heute zu diesem Thema wieder in Nordhausen und im Landkreis. Es beobachtet die Peter-Klasse seit mehreren Monaten. Es genauer Sendetermin steht noch nicht fest.
Von den einst 16 Männern im Alter zwischen 19 und 37 Jahren sind noch zehn "dabei". Das sei allerdings eine durchaus normale Fluktuation, sagt Achit Tölle, der Ausbildungsverantwortliche der Peter-Gruppe. Beispiel: Von den 38 deutschen Azubis befinden sich nur noch 18 in der Ausbildung.
Soweit die aktuellen Zahlen. Diejenigen, die heute noch auf der Schulbank in der Straße der Genossenschaften drücken, die wollen unbedingt den Abschluss und sie geben sich alle erdenkliche Mühe. Als besonders leistungsstark werden die Michael und Biniam aus Eritrea eingeschätzt, doch bei der Rückgabe von Aufgaben schätzte Berufsschullehrer Reiner Sturm heute einen gesamt-guten Durchschnitt bei den Zensuren ein. "Die Flüchtlinge werden nach den gleichen Anforderungen unterrichtet wie alle anderen Azubis, da gibt es keine Ausnahmen." Auch ein Dolmetscher ist nicht mehr nötig.
Der Blick der jungen Männer richtet sich auf zwei Termine in diesem Jahr. Zum einen sollen sie Ende dieses Monats mit der Fahrerlaubisschulung auf Deutsch beginnen, zum anderen stehen dann die ersten Prüfungen ins Haus. Achit Tölle betont, dass die Handwerkskammer da keine Ausnahmen gegenüber deutschen Azubis zulassen wird. Im zweiten Ausbildungsjahr werden die zehn Männer dann in der Klasse der deutschen Azubis weiterlernen, die praktische Ausbildung absolvieren sie sowieso zusammen in den Werkstätten des Unternehmens.
Trotz der Abgänge, zeigt sich Helmut Peter zufrieden mit den Ergebnissen. "Ich wollte es einfach wissen, ob Integration auf dieser Weise vonstatten gehen kann, ob wir das auch in der Praxis schaffen?" Und: schafft man es? "Je intensiver die Betreuung der Flüchtlinge ist, desto höher die Chancen auf Erfolg. Dennoch hat alles seine Grenzen und es kostet viel an unternehmerischer Energie", formuliert es der Geschäftsführer. Wie es zum Beispiel mit der Förderung und Unterstützung weitergeht, das steht in den politischen Sternen. Helmut und Andreas Peter werden nicht aufgeben, das ist nicht ihr Ding.
Die Peter-Klasse zeigt, dass die Integration gelingen kann, dass unsere Gesellschaft vielleicht auch etwas zurückbekommt von dem, was sie an Geld und Ehrenamt investiert. Doch der Erfolg wird nur von punktueller Natur sein. Es sind die vielleicht nicht einmal fünf Prozent jener über einer Million Flüchtlinge, die nach Deutschland kamen und weiterhin kommen. Mittelfristig wird eine erfolgversprechende Integration aller dieser Menschen ein Ding der Unmöglichkeit sein. Selbst ein Land wie Deutschland wird an seine Grenzen kommen. Dies wird schneller passieren, wenn die eigenen Grenzen nicht sicher sind.
Die Peter-Klasse ist - in Quantität und Qualität - weit und breit eine Ausnahme. Auch deshalb interessieren sich vor allem überregionale Medien wie heute RTL für dieses Thema. Zur Regel wird und kann sie nicht werden.
Peter-Stefan Greiner




