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Mi, 12:08 Uhr
10.05.2017
„Charta für Holz 2.0“

Neue Perspektiven für das Holz

Die jüngst von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt vorgestellte „Charta für Holz 2.0“ stellt nach Ansicht von ThüringenForst-Vorstand Volker Gebhardt eine wichtige Weichenstellung für effiziente Klimaschutz- und Ressourcenaktivitäten im Freistaat dar....



Zusätzlich wird die nachhaltige und naturnahe Waldbewirtschaftung in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Denn nicht nur in Deutschland, auch und gerade im waldreichen Thüringen ist Holz der wichtigste nachwachsende Rohstoff überhaupt.

Innovative Forst- und Holzwirtschaft im Freistaat fortentwickeln
Seit September 2016 arbeitete das Bundeslandwirtschaftsministerium gemeinsam mit Experten aus den Bundesländern, der Wissenschaft und der Wirtschaft an der Aktualisierung der „Charta für Holz 1.0“. Die neue Schwerpunktsetzung gilt dem Holzbau, der Bioökonomie, der Ressourcen- und Energieeffizienz, der Wirtschaftsbranche Forst und Holz und dem Ansehen von Wald und Holz in der Gesellschaft.

Mit dieser Agenda sollen ab Juni 2017 Arbeitsgruppen Umsetzungspläne und Realisierungsoptionen erarbeiten. „Das waldreiche Thüringen und seine innovative Forst- und Holzwirtschaft sind eine gute Ausgangslage für eine nachhaltige Holznutzung“, so Gebhardt.

Schon jetzt seien neu entwickelte Holzprodukte aus Thüringen auf bestem Weg, in Weltmärkte einzudringen. So etwa die Fa. Pollmeier, Europas größter Laubholzverarbeiter mit Sitz in Westthüringen, die mit dem Produkt „Baubuche“ den nationalen wie internationalen Markt für konstruktives Bauen mit Holz revolutionieren will.

Wald in Thüringen: Gute Ausgangslage für nachhaltige Holznutzung
Thüringen verfügt, im bundesweiten Vergleich, über produktive sowie arten- und strukturreiche Wälder. Der Natur- und vor allem der Artenschutz entwickelt sich positiv. Es wächst kontinuierlich mehr Holz nach als geerntet wird. Die Wald- fläche nimmt stetig zu. Thüringens Wälder sind nach den Ergebnissen der Bundeswaldinventur 3 vorratsreicher, naturnäher und gemischter als vor zehn Jahren.

Jeder Hektar Landeswald speichert im Moment 5,3 Tonnen CO2 pro Jahr. Weitere 10,4 Tonnen CO2 pro Jahr, mithin die doppelte Menge, werden allein im Landeswald durch nachhaltige Holznutzung, etwa für Dachstühle, Möbel oder Papierprodukte gebunden. „Weitere Flächenstilllegungen über 5 % oder zusätzliche Wildnisgebiete auf 2 % der Waldfläche lehne ich deshalb ab. Dies umso mehr, da die Deutsche Bundestiftung Umwelt eigenen naturschutzfachlich wertvollen Waldbesitz in Thüringen forstwirtschaftlich kraftvoll nutzt, aber auf die Stilllegung von Staatswaldflächen verweist“, so Gebhardt weiter.

Die „Charta für Holz 2.0“, davon ist Gebhardt überzeugt, unterstützt die Tatsache, dass Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft einen wichtigen Beitrag für internationale, europäische und nationale Strategien und Programme in den Bereichen Klimaschutz, aber auch Stärkung des ländlichen Raums sowie Ressourcenschutz leisten wird.
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