nnz-tv Eichsfelder Nachrichten Mansfeld-Südharz-Zeitung neue nordäuser zeitung Unstrut-Hainich Zeitung
Mi, 22:33 Uhr
10.05.2017
Meldung aus der Wirtschaftswelt

Immer mehr Pendler im Kyffhäuserkreis

IG BAU fordert mehr bezahlbaren Wohnraum in Großstädten. 20 Prozent mehr Pendler im Kyffhäuserkreis seit 2000. Dazu diese Meldung der IG Bau...


Immer mehr Pendler im Kyffhäuserkreis: Zuletzt verließen 43 Prozent aller Berufstätigen auf dem Weg zur Arbeit die Grenzen des Landkreises – 20 Prozent mehr als noch im Jahr 2000. Das hat die IG Bauen-Agrar-Umwelt mitgeteilt. Die IG BAU Nordthüringen beruft sich hierbei auf eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Danach zählt der Kyffhäuserkreis rund 12.000 sogenannte Auspendler.


Kaffeepause am Steuer – klingt gut. Viele Berufspendler machen sie allerdings nicht freiwillig. Für sie bedeutet der Weg zur Arbeit immer wieder Staufrust. Foto: IG Bau

Die Gewerkschaft sieht die Zahlen mit Sorge. Tausende müssten weite Strecken zur Arbeit zurücklegen – und verbrächten viel Lebenszeit im Stau, kritisiert Bezirksvize Harald Buntfuß. Dafür sei maßgeblich auch eine verfehlte Wohnungsbaupolitik in den Ballungsgebieten verantwortlich.

„Seit Jahren hält das Angebot bezahlbarer Wohnungen nicht mit dem Bedarf Schritt. Wir haben gerade in den größeren Städten eine gute Entwicklung bei den Arbeitsplätzen, aber für die Menschen wird es immer schwieriger, sich dort auch eine Wohnung zu leisten“, sagt Buntfuß. Strecken von über 50 Kilometern bis zum Betrieb seien mittlerweile gang und gäbe. Dies belaste nicht nur die Umwelt, sondern auch die Nerven und die Gesundheit der Betroffenen.

Die IG BAU fordert ein Umdenken in der Wohnungspolitik. „Die öffentliche Hand muss viel mehr als bisher investieren, um bezahlbaren Wohnraum in den Metropolen und Ballungsräumen zu schaffen“, betont Buntfuß. Es würden mehr Sozialwohnungen und mehr bezahlbare Mietwohnungen gebraucht. Dafür müsse es eine deutlich bessere Förderung geben – etwa durch höhere steuerliche Abschreibungen und gezielte KfWProgramme. Durch solche Anreize für das Bauen im bezahlbaren Segment ließe sich ein Großteil der fehlenden Wohnungen errichten.

Um die Berufspendler zu entlasten, müsse mittelfristig jedoch auch die Verkehrsinfrastruktur ausgebaut werden, fordert Buntfuß. „Wir brauchen bessere Schienennetze und mehr Radwege. Aber auch bei Straßen und Brücken ist der Nachholbedarf groß.“

Die Entwicklung im Kyffhäuserkreis ist nach Angaben des BBSR Teil eines bundesweiten Trends: Im Jahr 2015 pendelten 60 Prozent aller Beschäftigten zum Arbeitsplatz. Durchschnittlich legten sie dabei 16,8 Kilometer zurück. 15 Jahre zuvor lag die Pendlerquote in Deutschland noch bei 53 Prozent.
→ Druckversion
← zum Nachrichtenüberblick

Kommentare

11.05.2017, 08.44 Uhr
muraschke | Entschleunigung
Ob die Staubsaugerpolitik (Jena, Weimar, Erfurt) in Thüringen ökonomisch und ökologisch sinnvoll ist, muss man bezweifeln. Nicht Menschen müssen immer mehr zur Arbeit fahren, sondern die Arbeit muss näher zu den Menschen. Pendler als Teil des zunehmenden Verkehrs werden das Mobilitätschaos beschleunigen. In wenigen Jahren werden wir davon reden, unser Sein zu entschleunigen.

Der Kreis kann als Tagesaufgabe sofort den Pendlerparkplatz (eine Schande!) am Heldrunger Bahnhof erweitern bzw. "aufhübschen". Hier zeigt sich, was Politik wirklich tut... oder auch nicht. Statt sinnlos Fördermittel abzugreifen, um unnütze Projekte zu streicheln, wäre hier eine kurzfristige Lösung für die HIERBLEIBER möglich. Also MACHEN statt LABERN.

0   |  0     Login für Vote
→ Kommentar hinzufügen



Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.

Wir verwenden Cookies um die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren und geben hierzu Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an Partner weiter. Mehr Informationen hierzu finden Sie im Impressum und der Datenschutzerklärung.