So, 21:14 Uhr
02.07.2017
Metaller fordern mehr Freizeit für mehr Lebensqualität
Das Ziel sind 35 Stunden
Die Beschäftigten in Mittel- und Nordthüringen können sich auf den ersten Blick gut mit den Arbeitszeitregelungen im Betrieb identifizieren. Folgt man den Umfrageergebnissen gibt es allerdings mindestens vier gravierende Punkte bei denen Unzufriedenheit aufkommt...
Genauer betrachtet, so Bernd Spitzbarth, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Erfurt und Nordhausen, fordern die Beschäftigten für die erbrachte Flexibilität nun auch Gegenleistungen von den Arbeitgebern.
Hierzu gehören:
Auch um einfach einmal abschalten zu können, um sich vom dauernden Jetlag der Schichtarbeit erholen zu können. Hier sind neue tarifliche Regelungen dringend erforderlich.
Für die Angleichung der Arbeitszeit Ost an West sprechen knapp 90 % (im Osten 91) aus. Auch das verwundert nicht. Zum einen wird die 35 als die Wunscharbeitszeit bei den Metallerinnen und Metallern Bundesweit befürwortet. Zum anderen ist es eine Frage der Gerechtigkeit. Gegen die Mauer im Osten haben sich die Menschen 28 Jahre gewehrt. Die Einheit war damals wie heute erklärtes Ziel.
28 Jahre nach der Einheit, ist es nun mehr als erforderlich, die Einheit auch bei den Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen herzustellen. Dazu gehören auch die Arbeitszeiten in der Metall- und Elektroindustrie.
Die Basis für die 35 Stundenwoche wurde 1984 mit dem Leberkompromiss gelegt. Der Grundtenor lautete – Arbeitszeitverkürzung für Flexibilität. An Flexibilität mangelt es den Beschäftigten in Thüringen genau so wenig wie in Sachsen oder anderswo in der Republik. Was im Osten fehlt, ist die Gegenleistung der Arbeitgeber. Statt die Arbeitnehmerschutzgesetzen zu schleifen, ist es an der Zeit, dass die Arbeitgeber ihrer Zusage für Flexibilität, die Einführung der 35 nun auch im Osten der Republik nachkommen.
Flexibilität ist keine Einbahnstraße, Gerechtigkeit ist eine Grundsatzfrage. Der Gesellschaftsvertrag setzt auf Lebensqualität durch soziale Gerechtigkeit und stärkt somit die Demokratie. Und das ist gut so, sagt Spitzbarth abschließend.
Autor: redGenauer betrachtet, so Bernd Spitzbarth, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Erfurt und Nordhausen, fordern die Beschäftigten für die erbrachte Flexibilität nun auch Gegenleistungen von den Arbeitgebern.
Hierzu gehören:
- mehr Zeitsouveränität über die angesammelten Zeitguthaben auf den Arbeitszeitkonten; Präventionszeiten für gesundheitlich gefährdende Arbeitszeiten wie z. B. Schichtarbeit, speziell die Nachtarbeit;
- Zeit zum Erholen – über zwei Drittel beklagen zunehmenden Zeitdruck und/oder fühlen sich gehetzt;
- Absenken der Arbeitszeit für Erziehung, Pflege Erholung mit Rückehrrecht auf Vollzeit.
Auch um einfach einmal abschalten zu können, um sich vom dauernden Jetlag der Schichtarbeit erholen zu können. Hier sind neue tarifliche Regelungen dringend erforderlich.
Für die Angleichung der Arbeitszeit Ost an West sprechen knapp 90 % (im Osten 91) aus. Auch das verwundert nicht. Zum einen wird die 35 als die Wunscharbeitszeit bei den Metallerinnen und Metallern Bundesweit befürwortet. Zum anderen ist es eine Frage der Gerechtigkeit. Gegen die Mauer im Osten haben sich die Menschen 28 Jahre gewehrt. Die Einheit war damals wie heute erklärtes Ziel.
28 Jahre nach der Einheit, ist es nun mehr als erforderlich, die Einheit auch bei den Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen herzustellen. Dazu gehören auch die Arbeitszeiten in der Metall- und Elektroindustrie.
Die Basis für die 35 Stundenwoche wurde 1984 mit dem Leberkompromiss gelegt. Der Grundtenor lautete – Arbeitszeitverkürzung für Flexibilität. An Flexibilität mangelt es den Beschäftigten in Thüringen genau so wenig wie in Sachsen oder anderswo in der Republik. Was im Osten fehlt, ist die Gegenleistung der Arbeitgeber. Statt die Arbeitnehmerschutzgesetzen zu schleifen, ist es an der Zeit, dass die Arbeitgeber ihrer Zusage für Flexibilität, die Einführung der 35 nun auch im Osten der Republik nachkommen.
Flexibilität ist keine Einbahnstraße, Gerechtigkeit ist eine Grundsatzfrage. Der Gesellschaftsvertrag setzt auf Lebensqualität durch soziale Gerechtigkeit und stärkt somit die Demokratie. Und das ist gut so, sagt Spitzbarth abschließend.