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Mo, 10:49 Uhr
08.10.2018
Kennzeichnen und Registrieren von Hunden

Expertennetzwerk fordert Ende der Freiwilligkeit

Am Mittwoch dieser Woche ist Welthundetag. Dann dreht sich in den Medien wieder alles rund um den besten Freund des Menschen. Eine gute Gelegenheit, um ein wichtiges Thema voranzubringen, findet das Expertennetzwerk „Kennzeichnung und Registrierung (K&R)“ und bekräftigt daher seine Forderung nach einer Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht von Hunden in Deutschland...

Hund mit FINDEFIX-Plakette (Foto: Tierschutzbund Deutschland)
Zwar ist ein großer Teil der Hunde hierzulande bereits in einem Haustierregister registriert und kann damit im Ernstfall einem Halter zugeordnet werden, doch bislang obliegt die Entscheidung zur Registrierung oft allein dem Hundehalter. Nur in wenigen Bundesländern besteht eine Pflicht.

Doch diese Regelungen sind nicht einheitlich und reichen auch nicht immer weit genug, da sie ihren Fokus nicht auf die Rückvermittlung entlaufener Tiere legen, sondern auf die Erfüllung ordnungspolitischer Maßnahmen.

Dies ist nur einer der Gründe, warum das vor mehr als zwei Jahren gegründete Expertennetzwerk „Kennzeichnung und Registrierung“, ein Arbeitskreis bestehend aus den Tierschutzbeauftragten der Länder sowie Experten aus den Bereichen der Tiermedizin, der Transpondertechnologie, der Haustierregister und des Tierschutzes eine einheitliche Regelung für ganz Deutschland fordert.

„Eine bundeseinheitliche Kennzeichnung und Registrierung von Hunden und auch Katzen ist die Lösung für zahlreiche Tierschutzprobleme“, sagt Dr. Hans-Friedrich Willimzik, Landesbeauftragter für Tierschutz des Saarlandes und Leiter des Netzwerks „K&R“. „Mit einer solchen Pflicht könnte zum Beispiel endlich effektiver gegen das illegale Aussetzen von Heimtieren sowie den illegale Welpenhandel vorgegangen werden.“ Zudem würden durch die schnelle Rückvermittlung von Fundtieren Tierheime und Kommunen deutlich entlastet werden. Willimzik: „Der Welthundetag ist eine gute Gelegenheit, dieses Thema in den Fokus zu rücken und entsprechende Regelungen endlich auf den Weg zu bringen.“

Das Konzept Registerverbund

Für die Umsetzung hat das Netzwerk „K&R“ auch bereits ein Konzept parat. In einigen EU-Mitgliedstaaten gibt es bereits Modelle mit mehreren Registern, die in einem einzigen Datenbanksystem miteinander vernetzt sind. Eine solche Lösung wäre laut den Experten auch eine optimale Lösung für Deutschland.

So könnte auf mehr als zehn Millionen bereits registrierte Tiere aus den bestehenden Registern zurückgegriffen werden, ohne diese Daten kostenintensiv und mit hohem administrativem Aufwand erneut zu erheben. Die mit hohen Kosten verbundene Einrichtung und Verwaltung einer neuen Datenbank würde bei einem solchen Modell entfallen. Lediglich die Entwicklung eines Webservices, dem alle Register im Verbund angeschlossen sind, wäre vonnöten.

Tierhalter oder Finder von entlaufenen Tieren sowie öffentliche Stellen wie Städte, Gemeinden oder die Polizei könnten nach diesem Modell über individuell angepasste Abfragemöglichkeiten ihre Anfragen stellen. Darüber hinaus wäre ein solches System kompatibel mit einer europaweiten Kennzeichnung von Hunden und Katzen, wie sie vom Europaparlament seit Jahren gefordert wird.
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