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Do, 09:57 Uhr
08.11.2018
Meldung aus der Wirtschaftswelt

Bauern kämpfen mit Problemen

Nach einem sehr schwierigem Erntejahr, kamen gestern am Abend viele Landwirte zur Mitgliederversammlung des Kreisbauernverbandes. Und die Themen waren brisant, teils mit viel Kritik verbunden: Biosphärenreservat, Hochwasserschutz und Mitgliedsbeitrag...

Der Präsident des Thüringer Bauernverbandes Dr. Klaus Wagner brachte es in seinem Fazit zum Ausdruck, die Politik kommt immer wieder nur mit Forderungen, das dürft ihr nicht und das wird verboten, aber mit Vorschlägen wie es wirklich besser gehen soll, mit den Landwirten im Freistaat kommen nicht!

Bauern kämpfen mit Problemen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Zuerst aber legte der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Dr. Wolfgang Peter seinen Rechenschaftsbericht vor, der später auch so von den Mitgliedern bestätigt wurde.
Hervorgehoben wurde die gemeinsame Vorstandssitzung mit dem Kreisverband Nordhausen, die Flurfahrt und die Landwirtschaftskonferenz, sowie das Erntegespräch mit den Medien.

Rückblickend stellte er fest, dass das Jahr 2018 für die Landwirte in Thüringen durch die Dürre ein ganz schweres Jahr hatten. Besonders betroffen die Landwirt im Kyffhäuserkreis. Immerhin über 180 Landwirte mussten thüringenweit Dürrehilfe beantragen.

Dr. Peter stellte aber diese Themen in den Vordergrund, weil sie die Landwirte noch einige Zeit beschäftigen werden:

Biosphärenreservat

Er informierte, dass in der Region ein Biosphärenreservat etabliert werden soll, mit einer Größe von rund 300 Quadratkilometern. Nach den Vorgaben des Freistaates soll Natur und Tourismus gefördert werden, so Dr. Peter. Aber die Tendenz sieht anders aus. Im Vordergrund scheint der Naturschutz zu stehen und wir bekommen als Landwirte wieder gesagt, was wir tun und lassen sollen.

Kritik jetzt schon: Immer noch nicht wurden vom Freistaat die möglichen Grenzen mitgeteilt. Wir wissen immer noch nicht, welche Landwirte betroffen werden oder nicht.

Um sich zu informieren, gab es bereits mehrere Treffen mit Landwirten aus der egion Rhön, die vom dortigen Biosphärenreservat betroffen sind.

Ob es überhaupt ein Biosphärenreservat geben wird, hängt aber von den betroffenen Städten und Gemeinden ab. Sollte nur eine Gemeinde dagegen sein und gegen das Biosphärenreservat klagen, dann wird die Unesco das Biosphärenreservat nicht genehmigen. So passiert beim Nachbarn in Sachsen-Anhalt, als Rottleberode klagte. So etwas will der Freistaat verhindern.

Bauern kämpfen mit Problemen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Weil es noch viele Unklarheiten gibt, hat der Bauernverband ein unabhängige Studie verlangt, die zur zeit in Arbeit sein soll. Es geht darum, was es für Nutzungseinschränkungen geben soll, wie soll der Tourismus entwickelt werden und ähnliche Themen.

Hochwasserschutz

Mit dem was der Freistaat an Unstrut und Wipper vorhat, finden die Bauern, es sei nicht der richtige Weg. Es gehen bei dem ökologischen Hochwasserschutz zu viele landwirtschaftliche Flächen verloren. Man fordert deshalb, den technischen Hochwasserschutz nicht zu vernachlässigen.

Aus diesem Grund wurde eine Interessenvereinigung Hochwasserschutz gebildet, welche die Belange der Landwirte besser schützen soll.

Der Kreisbauernverband hat wegen der Ausbaupläne deshalb eine Stellungnahme gefordert.

Gewässerrandstreifen

Die vom Freistaat für alle Wasserläufe vorgeschriebenen Größe von 10 Meter auf beiden Seiten kostet rund 8.000 ha verlorengegangene Ackerfläche. Und das eigentlich ohne Not, weil nur an wenigen Meßstellen im Freistaat (4 Prozent) einen Überschreitung der Stickstoffbelastung zu verzeichnen ist.

Zum Thema Windenergie gab Dr. Peter betroffenen Landwirten den Tipp, wer Probleme hat, sollte sich mit der Thüringer Energie- und GreenTech - Agentur in Verbindung treten (www.thega.de).

Bauern kämpfen mit Problemen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Dr. Wagner stellte das TBV - Konzept 2020 vor. Es soll die Entwicklung des Thüringer Bauernverbandes darstellen. Hier die gesamte Darstellung zu bringen, würde den Rahmen sprengen.

Bauern kämpfen mit Problemen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Aber die Probleme sind nicht einfach, hat doch der Thüringer Bauernverband 17.270 ha Betragsflächen verloren mit 89 Mitgliedsbetrieben weniger. Das hat Konsequenzen.

Obwohl eigentlich durch die Politik die Aufgaben immer größer werden, ist der Ausfall an Mitgliedsbeiträgen erheblich, denn die werden auf der Basis der Betragsfläche berechnet. Deshalb wird eine Betragserhöhung diskutiert, die TBV im Dezember bei der Landesvertreterversammlung beschlossen werden sollen.

Gestern wurde das bei den Mitgliedern diskutiert. Das der Beitrag um einen Euro / ha wurde bei 3 Nein-Stimmen und 4 Enthaltungen noch akzeptiert. Beim Zeitpunkt, ab wann der neue Beitrag erhoben werden soll, lag man weit auseinander.

Nur eine Stimme gab es für den Start der Betragserhöhung ab 2019. Für eine gestaffelte Erhöhung (2019 - 75 Cent und 2020 - 25 Cent) gab es 15 Stimmen. Eine Betragserhöhung erst ab 2020 erhielt 10 Stimmen. Es gab eine ganze Menge Enthaltungen.

Die Beitragserhöhung trifft die Landwirte aus dem Kyffhäuserkreis besonders hart, denn sie hatten thüringenweit erheblich Ausfälle wegen der Dürreperiode.
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