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Sa, 12:30 Uhr
17.11.2018
Kommunalpolitiker äußern sich

Schließung DRK Krankenhaus

Auch mit etwas Abstand sitzt der Schock über die Ankündigung über die Schließung des DRK Manniske-Krankenhauses zum Ende des Jahres noch tief in den Gliedern. So beginnt die Stellungnahme von Bad Frankenhausens Stadtrat Steffen Kobrow. Hier der weitere Wortlaut...

Wenn man die Entwicklungen der letzten Monate betrachtet, war dieses Szenario zwar nicht unrealistisch, aber alle Seiten betonten immer wieder, dass das unbedingt vermieden werden soll.
Was in den letzten Tagen in Bad Frankenhausen passiert ist, zeigt eines ganz deutlich. Die Rechnung für Unstimmigkeiten zwischen Gesellschaften wie der gGmbH des DRK und der Politik, trägt am Ende immer der, der am wenigsten dafür kann. In diesem Fall in erster Linie die Mitarbeiter des Krankenhauses und nicht zu vergessen des Medizinischen Versorgungszentrums und natürlich auch die Patienten und die ganze Region im Altkreis Artern.

Die Anschuldigungen welche jetzt von der Politik in Richtung DRK geäußert werden und die Unterstellungen die in die umgekehrte Richtung gehen verbessern die Situation für die Angestellten in keinster Weise. Im Gegenteil, sie verwirren und spalten. Wer am Ende die Hauptschuld oder wer welche Teilschuld trägt ist vollkommen irrelevant. Ein Faktencheck ist hier für den Normalbürger auch gar nicht möglich.

Fakt ist und das werden alle Mitarbeiter des DRK Krankenhauses bestätigen können, dass die Geschäftsführung der Klinik die Mitarbeiter an der Nase herum geführt hat. Sie sind in den letzten Monaten bewusst nicht über die Entwicklungen informiert wurden. Erst nach öffentlichem Druck durch außen, kam es vor einigen Wochen zu einer Mitarbeiterversammlung, in der erstmals und nur ansatzweise die Möglichkeit einer Schließung im Raum stand. Und auch von der Schließung des Hauses zum 31.12. wusste kein Mitarbeiter zum Zeitpunkt der Veröffentlichung in den Medien wie durch Herrn Schneider behauptet.

Die Mitarbeiter, welche sich Jahre oder Jahrzehnte lang für das DRK den Arsch aufgerissen haben, mussten aus den sozialen Medien von der Schließung und ihrer drohenden Arbeitslosigkeit erfahren. Das ist in keinster Art und Weise akzeptabel oder tolerierbar.

Es geht hier um Angestellte und deren Familien. Familien mit kleinen Kindern, welche auf ihr Einkommen angewiesen sind. Es geht verdammt nochmal um Existenzen, die hier leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden und nicht um eine Gewinn- und Verlustrechnung in der Buchhaltung.

Übrigens hat der DRK Landesverband auch auf einen offenen Brief vom 10.09. diesen Jahres, anders als vom Pressesprecher des DRK in Erfurt versprochen, nicht reagiert.

Die Frankenhäuser und die Angestellten des Manniske-Krankenhauses, unseres Manniske, werden kämpfen und erwarten, dass den großen Worten der Politik aus den letzten Monaten, auch die entsprechenden Taten folgen. Und wir erwarten, dass das Deutsche Rote Kreuz alles dafür tut unserer Stadt unserer Manniske zu lassen auch wenn das wirtschaftlich vielleicht nur eine B-Lösung darstellen würde.

Man darf nämlich nicht vergessen, dass die jetzigen Probleme über Jahre selbst geschaffen wurden. In den aktuellen Diskussionen wird nämlich immer vergessen zu erwähnen, dass die Krankenhausgesellschaft das Haus schon seit einigen Jahren Schritt für Schritt abgebaut und Stationen komplett geschlossen hat um Kapazitäten nach Sömmerda oder Sondershausen umzuverlegen, anstatt das Haus wie an den anderen Standorten auf bestimmte Teilbereiche zu spezialisieren. Spezialisten kamen und gingen bereits nach kurzer Zeit wieder, die Ärzteschaft war unzufrieden und unter den Angestellten machte sich aufgrund der fehlenden Kommunikation die Frustration breit.

Das das am Ende zu dem führt, was jetzt Realität geworden ist, ist auch für jemanden klar der nicht Betriebswirtschaft studiert hat.

Alle Seiten müssen jetzt an einen Tisch und die beste Lösung für das Manniske finden. Eine komplette Schließung ist für UNS keine Option.

Steffen Kobrow
Stadtrat Bad Frankenhausen
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Kommentare

17.11.2018, 14.39 Uhr
tannhäuser | Mal davon abgesehen...
...dass man in Sondershausen mit einem kranken Kind gar nicht in der Notaufnahme erscheinen braucht:

Die wollen sich doch immer mehr auf Geriatrie spezialisieren und haben ansonsten meist Chirurgen als Ärzte, bei denen man froh sein muss, dass sie verständliches Deutsch sprechen.

Und nun wird Bad Frankenhausen dichtgemacht? Wo soll das noch hinführen? Nennt sich dieser Zustand noch medizinische Grundversorgung?

Das Video des Interviews mit der Landrätin ist ein Offenbarungseid. Blanke Hilflosigkeit. Wie Merkel, nur ohne deren modische Peinlichkeiten, Eloquenz und Selbsgerechtigkeit.
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