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Do, 21:07 Uhr
17.01.2019
Thüringer HC

Als Außenseiter nach Bietigheim

Eine Woche hat der Thüringer HC jetzt Pause. Herbert Müller hat seinen Damen nach dem schweren Spiel gegen Metzingen heute und morgen frei gegeben. Als Gäste des DHB sahen sie sich gemeinsam in der Max-Schmeling-Halle das letzte Gruppenspiel der deutschen Männernationalmannschaft gegen Serbien an...


Dann geht es an die Vorbereitung auf das nächste, das schwerste Spiel der Saison. Der amtierende deutsche Meister muss zum Nachholspiel des 7. Spieltages zum Vizemeister der vergangenen Saison. Dort entscheidet es sich, wer Halbzeitmeister 2018/19 wird: der ungeschlagene Thüringer HC oder der ebenso verlustpunktfreie Verfolger SG BBM Bietigheim.

Rückblick:
Nach einem attraktiven, an Spannung kaum zu überbietenden, mitreißenden Handballspiel findet Herbert Müller am Tag danach, nach einer fast schlaflosen Nacht, lobende Worte über seine Mannschaft, die über den Kampf zu ihrem Spiel fand und so mit den TusSies aus Metzingen einen ganz heißen Meisterschaftsanwärter besiegen konnte. „Das war Spitzenhandball pur, zunächst zwei Meisterschaftsanwärter mit offenem Visier, wo Metzingen besser im Spiel war. Unser Plan A mit der Überraschungsvariante Manndeckung gegen Monika Kobylinska ging dabei nicht auf.“

Bis zur Pause kämpfte sich das THC-Team von minus vier Toren wieder heran. „Dabei half uns Plan C, mit Lydia Jakubisova auf halb rechts im Rückraum. Mit starker Deckung sorgten wir so für den nötigen Druck im Angriff. In der zweiten Halbzeit lief unser Spiel. Einmal mehr bewährte sich das sieben gegen sechs, das wir fast 45 Minuten gespielt haben.“ In der zweiten Halbzeit wollte der THC den Sieg. Das konnte jeder in der fast ausverkauften Salzahalle sehen. Innerhalb von 15 Minuten zog das Team mit einem 10:2 Lauf, von minus zwei auf plus sechs Tore davon und konnten so das Spiel in der 45. Minute vorentscheiden.

„Das war ein 4-Punkte-Spiel, keine Vorentscheidung, aber richtungsweisend. Nach wie vor haben alle drei Spitzenklubs die Chance auf die Meisterschaft“, sagt Herbert Müller. Schön zu sehen, wie sich nach dem Spiel die Mädels, viele deutsche Nationalspielerinnen beider Mannschaften, zusammenfanden, um das gemeinsam Erlebte auszuwerten. Für Ina Großmann gab es ein Wiedersehen mit ihrem langjährigen Team, für den THC ein Wiedersehen mit Anika Niederwieser. Josefine Huber suchte das Gespräch mit ihrer österreichischen Nationalmannschaftskollegin Patricia Kovacs, mit der sie sich zuvor kämpferische Duelle geliefert hatte.

Zum Spiel:
In einer Woche, dann schon wieder vier Tage vor dem Auftakt der EHF Champions League Hauptrunde mit dem Spiel gegen FTC Budapest, wartet auf den Meister ein enorm schweres Spiel. Bietigheim ist finanziell und kadermäßig noch ganz anders aufgestellt als der THC. Alle Positionen sind doppelt besetzt, fast ausschließlich mit Weltklasse. Da ist die starke niederländische Fraktion mit den Bronze-Medaillengewinnern der letzten Europameisterschaft in Frankreich: Angela Malestein, Charris Rozemalen, Laura van der Heijden und Spielmacherin Maura Visser. Angela Malestein bildet zusammen mit der Linksaußen Fie Woller (dänische Nationalspielerin) eine gefährliche Flügelzange. Auch die Polin Karolina Kudlacz-Gloc oder die Schwedin Daniela Gustin erfüllen das Prädikat Weltklasse. Ein besonderes Spiel wird es für die deutsche Nationalmannschaftstorhüterin Nummer eins, Dinah Eckerle. Nach acht Jahren beim THC spielt sie nun für Bietigheim und trifft zum ersten Mal auf ihren alten Verein. Herbert Müller zeigt sich kämpferisch: „Wir wollen nichts unversucht lassen, um als Außenseiter befreit und locker in das Match zu gehen, um vielleicht auch dort zu punkten“. Der Druck liegt bei den Gastgebern. Wer Herbert Müller kennt, weiß, er hat schon jetzt einen Plan.

Zum Kader:
Es gibt innerhalb einer Woche keine Veränderung. Iveta Luzumova trainiert schon wieder, leichte körperliche Kontakte inbegriffen. Sie steht mit Co-Trainer Helfried Müller in der Halle und ist nicht mit in Berlin. Sie kommt bald zurück, aber nicht in Bietigheim. Bei Alicia Stolle rechnet man mit drei bis vier Wochen, Saskia Lang geht an Krücken. Es dauert noch, bis sich das Lazarett lichtet, aber in so einer prekären personellen Situation darf man den THC keinesfalls unterschätzen, da ist er oftmals am gefährlichsten.
Hajo Steinbach/THC
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