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Mo, 12:02 Uhr
11.03.2019
Kulturszene aktuell

Rückblick auf Veranstaltungen

In den letzten Tagen hat es in Bad Frankenhausen ein ganze Reihe kultureller Veranstaltungen gegeben. Einen Rückblick auf die Veranstaltungen des Panorama Museums macht Fred Böhme...

Dieser Tage habe ich das Juni-Konzert mit der großartigen argentinischen Sängerin und Akkordeonistin GUADALUPE MEDIAVILLA gebucht, die uns mit ihrer mexikanischen Band zum zweiten Mal erfreuen wird. Damit wurde es auch möglich die letzten Filme vor der Sommerpause zu bestellen, so dass unser Programm für die erste Jahreshälfte fertig ist.

Die letzten beiden Filmveranstaltungen waren erfreulich gut besucht gewesen. „Die Frau, die vorausgeht“ bot einen historischen Stoff, die Geschichte zweier Außenseiter der amerikanischen Gesellschaft und ihrer zaghaften Annäherung, nämlich einer verwitweten Malerin aus dem liberalen New York und eines gebrochenen ehemaligen Kriegshäuptling, der am Ende der Indianerkriege im späten 19. Jahrhundert den von seinen einstigen Gegnern angefeindet, den Status eines noch geduldeten Gefangenen genoss.

Der Film beleuchtet dabei die verschiedensten Facetten der damaligen Situation zwischen der indigenen Bevölkerung und der weißen us-amerikanischen Bevölkerung und dessen Militär, nahm aber nicht einseitig Partei für die eine oder andere Seite und warb insbesondere um ein Verständnis und Anteilnahme für die schwierige Lebenssituation der amerikanischen Ureinwohner. Er machte sehr anschaulich wie die neoliberale weiße Weltsicht auf die der Indianer prallte.

Erstere basierte auf Landbesitz und der alleinigen kapitalistischen Nutzung und Ausbeutung des Landes, letztere ging von einer Gott gegebenen, unveräußerlichen Schenkung und einem angestammten Gewohnheitsrecht bei der Nutzung des Landes aus. Daraus ergab sich ein scheinbar unlösbarer Konflikt, der letztlich durch die Macht des Stärkeren – also ganz in amerikanischer Tradition – gewaltsam mit Mord an dem Häuptling, Vertreibung, dem Massaker am Wounded Knee und letztlich der Gefangenschaft der indianischen Restbevölkerung in Reservaten gelöst wurde. Diese ungeschminkte und differenzierte Sicht auf diesen Konflikt, wie auch die Veranschaulichung des kulturellen Verlustes für die amerikanische Gesamtkultur durch den Genozid an der indigenen Bevölkerung war eine besondere Stärke des Films.

Auch die Aufführung von „Elle“ war gut besucht gewesen, löste jedoch kontroverse Reaktionen beim Publikum aus, wie mir meine Kollegin berichtet hatte.

Ansonsten wurden auch zwischenzeitlich die Ausstellungen von Fakher Atassi und mir im Regionalmuseum und die von Fritz Overbeck bei uns im Panorama Museum mit vielen interessierten Besuchern eröffnet. Es ist also viel Kunst momentan in Bad Frankenhausen zu erleben.

Fred Böhme
Panorama Museum Bad Frankenhausen
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