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Mo, 12:35 Uhr
10.06.2019
Kulturszene aktuell

Dina Ivanova zur Liszt-Biennale am Liszt-Flügel

Am vergangenen Samstag war im Riesensaal von Schloss Sondershausen die russische Pianistin Dina Ivanova zu Gastin einer von zahlreichen Veranstaltungen der 3. Liszt-Biennale Thüringen in Sondershausen, das in diesem Jahr zentraler Veranstaltungsort ist. Für Kyffhäuser Nachrichten dabei Dr. Klaus Buchmann...

Das Rezital war zugleich eingebunden in die Reihe der Sondershäuser Liszt-Konzerte am Liszt-Flügel von 1875, die inzwischen 18. Veranstaltung dieser Reihe seit 2012. Dina Ivanova aus Moskau Ė sie studiert dort bei Prof. Mndoyants am Staatlichen Tschaikowsky-Konservatorium und absolviert zusätzlich ein Masterstudium an der Musikhochschule Franz Liszt in Weimar - begann schon mit 4 ½ Jahren, Klavier zu spielen, und bereits mit 6 Jahren trat sie mit einem Kammerorchester ihrer Geburtsstadt Rjasan mit dem Händel-Konzert in F-Dur auf.

In Deutschland wurde man auf sie aufmerksam, als sie beim 8. Internationalen Franz-Liszt-Klavierwettbewerb Weimar-Bayreuth einen spektakulären Auftritt hatte und sich den 2. Preis erspielte. Seitdem wirkt sie bei der Liszt-Biennale Thüringen mit, 2017 hatte sie einen glanzvollen Auftritt in Altenburg.

Dina Ivanova zur Liszt-Biennale am Liszt-Flügel (Foto: Dr. Klaus Buchmann)
Dina Ivanova zur Liszt-Biennale am Liszt-Flügel (Foto: Dr. Klaus Buchmann)

Fotos: Dr. Klaus Buchmann

Für Sondershausen hatte sich die junge Pianistin, die obendrein eine äußerst attraktive Erscheinung ist, ein ganz besonderes Programm einfallen lassen. Sie begann mit Peter Tschaikowskys Großer Sonate G-Dur, op. 37, ein 4-sätziges Werk des großen russischen Komponisten, der eher bekannt ist als Komponist großer Opern und sinfonischer Werke. Schon deshalb dürfte es für viele Zuhörer ein einmaliges Erlebnis gewesen sein, diese Sonate zu hören. Erstmals am 21. Oktober 1879 durch Artur Rubinstein in Moskau gespielt, gibt es bis heute nur wenige Interpreten, die sie gespielt haben, unter anderen Svjatoslav Richter.

Dina Ivanova beeindruckte die Zuhörer mit einem brillanten Vortrag, technisch äußerst virtuos, beherrscht sie sowohl das kraftvolle Spiel als auch die leisen Töne. Der Liszt-Flügel nahm ihr Spiel auf und ließ ein Klangerlebnis spüren, das an die Entstehungszeit der Musik zu erinnern schien.

Ohne Pause folgte Liszts berühmte h-Moll Sonate, entstanden zwischen 1849 und 1853 in Weimar, die schlechthin als anspruchvollstes Klavierwerk der Romantik gilt. Robert Schumann gewidmet, wurde dieses Werk durch Hans von Bülow 1857 in Berlin uraufgeführt. Bis heute hat es seinen Reiz nicht verloren und wird von Pianisten immer wieder gern ausgewählt. Auch in den Liszt-Konzerten im Riesensaal war sie schon mehrfach zu hören, der Vortrag von Dina Ivanova aber war der wohl beeindruckendste. Das 1-sätzige Werk bietet dabei alle pianistischen Möglichkeiten, von fast dämonisch dunklen Klanggebilden bis hin zu schon impressionistisch anmutenden Passagen konnte die Pianistin ihr ganzes Können unter Beweis stellen. Das Publikum war wohl tief berührt von ihrem Vortrag, ich glaube, er hatte etwas Einmaliges.

Zwei große Komponisten in der direkten Gegenüberstellung: Dem Publikum sei es erlaubt, einen Sieger zu bestimmen? Begeisterter Applaus, vor allem nach Liszt, lassen es vermuten.
Dina Ivanova, vom Liszt-Flügel sehr beeindruckt, bedankte sich beim Publikum mit einer Zugabe: Rachmaninovs Etude-Tableaux Op. 39 No. 1.

Dr. Klaus Buchmann
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