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Mo, 13:17 Uhr
24.06.2019
Neues aus Sondershausen

Natura 2000-Stationen erweitert:

12. Thüringer Natura 2000-Station am Possen eingeweiht. Umweltministerin Siegesmund: "Unser Natura 2000 Netzwerk ist eine Erfolgsgeschichte"/ Keller: „Forstwirtschaft und Umweltschutz arbeiten Hand in Hand“...

Mit einer feierlichen Auftaktveranstaltung und einer Exkursion in den Possenwald haben Umweltministerin Anja Siegesmund und Forstministerin Birgit Keller die 12. Natura 2000- Station „Possen“ in Thüringen eingeweiht.


„Die Natura 2000-Stationen in Thüringen sind eine Erfolgsgeschichte – mit der 12. Station ist Thüringen flächendeckend mit einem Netzwerk für Naturschutz versorgt. Auch am Possen gibt es jetzt einen wichtigen Kontaktpunkt für Landwirte, Kommunen, Bürgerinnen und Bürger. Mit unserem novellierten Naturschutzgesetz wollen wir dieses Netzwerk dauerhaft finanziell absichern, “ sagte Umweltministerin Siegesmund in Sonderhausen.
Hier finden Sie die komplette Ansprache:
Ansprache Anja Siegesmund



„Forstwirtschaft geht nicht ohne Umweltschutz. Und Umweltschutz funktioniert nicht ohne den bedeutenden Anteil der Forstwirtschaft. Das beweist diese Natura 2000-Station. Hier wird ein großer Erfahrungsschatz über die Wald- und Biotoppflege vermittelt. Sie erklärt die vielfältigen Funktionen des Waldes und zeigt, welche große Bedeutung er deshalb für unsere Gesellschaft hat“, sagt Forstministerin Birgit Keller.

Keller sprach: "Das grüne Herz blutet." Nach der Trockenperiode im Jahr 2018 bahnt sich die größte Waldkatastrophe seit 1945 an. Und nicht nur Nadelhölzer sind betroffen. auf 1.300 ha Buchenwald sind 200.000 Festmeter Holz betroffen. Auch auf dem Possen gibt es bereits erhebliche Schäden.
Hier finden Sie die komplette Ansprache:
Ansprache Birgit Keller



Zu den besonderen Aufgaben der fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Station „Possen“, davon zwei Waldarbeiter, gehören insbesondere waldpädagogische Angebote, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit rund um Natura 2000, Wald und Waldwildnis sowie Biotoppflege- und Artenschutzmaßnahmen. Auch das Aufstellen von Informationstafeln wird dazu gehören.

Die Station ist dabei einerseits im Waldgebiet Possen tätig und andererseits landesweit in Natura 2000-Gebieten zu überregionalen Themen wie „Waldbiotopverbund", „Wald-Offenland-Biotopverbund" und, „landesweiter Biotopverbund". Sie hat ihre Arbeit bereits zum Jahresbeginn 2019 aufgenommen.

Die Ministerinnen Siegesmund und Keller übergaben der Station zur Einweihung die Stationstafel mit dem künftigen Logo: der Bechsteinfledermaus, eine streng geschützte und gefährdete Waldfledermausart, die aufgrund ihrer versteckten Lebensweise nur sehr schwer nachzuweisen ist. Ihre starke Gefährdung resultiert aus ihrer engen Bindung an alte Wälder oder Streuobstbestände und ihre Standorttreue.


V.l.nr. Dr. Burkhard Vogel NABU), Romy Tausendschön (Büroleiterin Natura-Station, Ulrich Scheidt und Nicol Pfefferlein (beide „Trägerverbund Natura 2000-Station Possen e.V.“), Birgit Keller und Anja Siegesmund

Träger der Natura 2000-Station ist der „Trägerverbund Natura 2000-Station Possen e.V.“, hinter dem ein breites Bündnis aus Naturschutzverbänden und lokaler Initiative steht (Zoologische Gesellschaft Frankfurt, Grüne Liga Thüringen, Naturstiftung David, Verein Amphibien- und Reptilienschutz Thüringen, Wildtierland Hainich gGmbH, Jugendfreizeit- und Bildungsverein Freiräume e.V., BUND Thüringen e.V.).


Aus Pfefferleins Sicht, er hatte die Begrüßung übernommen, steht die waldwirtschaftliche Nutzung aktuell vor einer großen Herausforderung: dem dramatischen Phänomen des Waldsterbens. „Auch hier möchten wir in Zukunft unseren Beitrag leisten. Nicht nur, indem wir Waldlebensräume landesweit verbinden, sondern auch, indem wir dabei unterstützen, die gesellschaftlichen Kräfte zu bündeln. Nur so können wir uns für diese bedrohliche Entwicklung wappnen.“

Grußworte zur Eröffnung gab es auch von Landrätin Antje Hochwind-Schneider (SPD) und Stefan Schard in Vertretung von Sondershausens Bürgermeister Steffen Grimm, der im Urlaub ist.

Dr. Heinz Scherzberg, Vorsitzender des Vereins Statt Urwald Kulturwald am Possen und Hainleite e. V., warnte, dass man bald die Wälder wegen der Schäden nicht mehr betrten darf. Hier der Wortlaut seiner Ansprache:
Ansprache Dr. Scherzberg

Zum Thema Betreten der Waldwildnis sagte Dr. Burkhard Vogel im Gespräch mit kn: Beschränkungen, wie in Naturparks wird es in dieser scharfen Form nicht geben.
Man muss allerdings bedenken, die bisher gewohnten Waldwege könnte bald nicht mehr vorhanden sein. Wenn Bäume umfallen werden sie nicht mehr beräumt und können eben auch zuwachsen.
Einzige Ausnahme, überregionale Wanderwege werden soweit die Begehbarkeit notwendig ist, werden beräumt.

Für die kulturelle Umrahmung sorgte der Chor der Grundschule Franzberg, die ja auch Umweltschule ist.


THÜRINGER MINISTERIUM FÜR UMWELT, ENERGIE UND NATURSCHUTZ zum Hintergrund

In den letzten Jahren haben sich die Natura 2000-Stationen in Thüringen als wichtige regionale Partner für Naturschutzbehörden, Landwirte und die Naturschutzverbände vor Ort entwickelt. Sie stoßen wichtige Naturschutzprojekte an, werben Finanzierungsmittel dafür ein, vermitteln in Konfliktfällen und beraten u.a. Landwirte umfangreich.

Thüringen verfügt über 212 FFH-Gebiete und 47 punkthafte FFH-Objekte sowie 44 EU-Vogelschutzgebiete. Diese Gebiete umfassen rund 270.000 Hektar, das entspricht rund 17 % der Landesfläche. In diesen Landschaften kommen seltene und teilweise vom Aussterben bedrohte Arten vor. Insgesamt 12 Natura 2000-Stationen in Thüringen helfen, die Lebensräume und Arten des europäischen Schutzgebietsnetzes in Thüringen zu sichern und zu entwickeln.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.natura2000.thueringen.de


Leider konnte kn wegen anderer Termine nicht bis zum Schluss verbleiben, da es im Landratsamt bereits die nächste Besprechung gab.
Natura 2000-Stationen erweitert: (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Natura 2000-Stationen erweitert: (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Natura 2000-Stationen erweitert: (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Natura 2000-Stationen erweitert: (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Natura 2000-Stationen erweitert: (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Natura 2000-Stationen erweitert: (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Natura 2000-Stationen erweitert: (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Natura 2000-Stationen erweitert: (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Natura 2000-Stationen erweitert: (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
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Kommentare

25.06.2019, 23.44 Uhr
tannhäuser | Umfallende Bäume...
...werden nicht weggeräumt und blockieren Wanderwege...Das ist Urwaldwildnis?

Ok, dann sollten fallende Schneeflocken auch historisch geschützt werden und niemand muss mehr Straßen und Gehwege räumen...

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