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Mi, 19:41 Uhr
03.07.2019
Meldung aus der Wirtschaftswelt

Sterben unsere Buchenwälder?

Zumindest besteht die Gefahr. Volker Gebhardt vom Vorstand ThüringenForst hatte heute zu einer Waldbefahrung im Forstrevier Bebra des Forstamtes Sondershausen eingeladen und sein Mahnung, Wälder sollten eigentlich nicht mehr betreten werden...

Zusätzlich zu den ca. 10.000 ha massiv geschädigter/zerstörter Wälder durch Sturm und
Borkenkäfer 2018 kommen nun die Buchenschäden dazu, stellte Volker Gebhardt fest. Es werden für 2019 weitere Borkenkäferschäden auf nochmals ca. 10.000 ha erwartet. Die
Waldbrandsituation 2019 (Jan-Juni-Bilanz): Größte Brandfläche ( ca. 20 ha) seit Beginn der
Aufzeichnungen 1992). Bitte größte Vorsicht im Wald!

Sterben unsere Buchenwälder? (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Sterben unsere Buchenwälder? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Obwohl dort am Waldesrand die Schäden noch nicht so massiv sind, der Autofahrer (besser der Beifahren) kann es beim Blick aus dem Fenster beim Vorbeifahren an der B4 Ortsumfahrung bereits erkennen. Schäden am Wald.

Jetzt wird aber im Norden Thüringens ein weiteres Problem akut und es hat sich in den letzte sechs Wochen erheblich verschärft, besonders in den Gebieten der Hainleite (und der Windleite so Forstamtsleiter Uli Klüßendorf) bei Sondershausen: Das Buchensterben.
Aber auch Waldgebiete bei Heiligenstadt und in der Hohen Schrecke sind betroffen.

Sterben unsere Buchenwälder? (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Sterben unsere Buchenwälder? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Seit Mitte Mai ist in den Buchenwäldern im Forstamt Sondershausen festzustellen, dass
insbesondere Altbuchen im Oberstand der Wälder kein oder nur spärlich neues Laub
ausgetrieben haben. Die Kronen der Bäume sind trocken, das Feinreisig ist bereits abgefallen, oft ermöglichen nur wenige grüne Äste im unteren Teil der Baumkrone das Überleben der Bäume.


Ca. 20% der Waldfläche des Landeswaldes im Forstamt Sondershausen sind mit alten Buchen,
älter als 120 Jahre, bestockt (ca. 2.200 Hektar), diese alten Wälder leiden jetzt unter den fehlenden Niederschlägen und heißen Temperaturen des Jahres 2018 +2019.
Jahresniederschlagsmenge 2018 im Forstamtsbereich zwischen 180-300 mm/ml, in der
Vegetationszeit von Mai bis September keine Niederschläge. Auch dieses Jahr fehlen schon wieder 100 mm Niederschlag in der Region.

Es ist davon auszugehen, dass es zum Absterben der alten Buchen auf großer Fläche kommen
wird, so Volker Gebhardt. Bei weiterem rasanten Fortgang des Buchensterben können zwei Drittel der Buchen absterben!
Hier ein Ausschnitt aus seinem Statement vor Ort:
Statement Volker Gebhardt

Weiter sagte er, stehende, tote Buchen-Bäume stellen im Wald eine erhebliche Gefahr fur Waldbesucher, Jäger, Forstpersonal dar. Unter diesen Bäumen verbietet sich der Aufenthalt und das
Arbeiten. Ohne Gefahrenbeseitigung müsste man stellenweise das Betreten der Wälder verbieten, es
käme zu einer au8erplanmäßigen Stilllegung der Wälder.

Hinweis kn:
Eigentlich müssten jetzt umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen an der Oberholzchaussee zwischen Abzweig B249 und Richtung Frauenberg gemacht werden. Hier laufen Wanderwege lang, zum Beispiel der Leiten-Wanderweg.



Aber nicht nur um die Sicherheit geht es. Das Holz der Bäume ist qualitätsgemindert, Einschlag und Transport technologisch und finanziell zusätzlich aufwendig.

Sterben unsere Buchenwälder? (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Sterben unsere Buchenwälder? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Wie stark die Trockenschäden sind, konnte man sich heute überzeugen. Ein frisch geschlagener Baum müsste sich an der Schnittfläche feucht anfühlen. War aber nur noch im Kernbereich etwas, der schon wegen Pilzbefall sich verfärbt hatte!
Am frisch geschlagenen Baum ließ sich die Rinde durch die Schädigung schon mit der Hand abpellen. Bleibt das Holz im Wald und kann nicht gleich geschlagen werden, zerbröselt das Holz schon förmlich (siehe erste drei Bilder in der Bildergalerie).

Baumfällung

Das Fällen solcher Bäume ist kreuz gefährlich, die vertrockneten Äste können ohne Vorwarnung wegen der Instabilität herunter brechen. Die maschinelle Entfernung der Bäume ist oft nur schwer möglich und die Technik dazu nicht in ausreichendem Maße vorhanden.

Das Holz sollte einer Nutzung zugeführt werden, im Forstamt Sondershausen ist in einer
ersten Welle mit einer Menge zwischen 30 und 50 Tsd. Festmeter Holz zu rechnen.
An anderer Stelle (noch) gesundes Buchenholz einzuschlagen und dieses Schadholz im Wald
zu belassen, wäre ein enormer wirtschaftlicher Schaden für ThüringenForst.

Sterben unsere Buchenwälder? (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Sterben unsere Buchenwälder? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Volker Gebhardt vor geschlagenen Bäumen, die im Kern bereits hoch geschädigt sind und an dem dunklen Kern erkennbar sind.

Auf ThüringenForst kommen ungeplante Kosten für den Einsatz von Unternehmern und
eigener Waldarbeiter zu, die Holzerlöse werden, bedingt durch die geminderte Holzqualität, niedriger als geplant sein, es werden zusätzliche Holzmengen auf einen angespannten und übersättigten Holzmarkt treffen, was noch erschwerend hinzukommt.

Und werden die abgestorbenen Buchen nicht gefällt, droht die Vermehrung von Schädlingen. Und nicht genügend Forstpersonal zum Fällen der Bäume szeht bereit!

Und ein weiteres Problem gibt es. Die alten Buchenwälder im Forstamt Sondershausen liegen alle in Natura 2000 Gebieten. Kriterien, wie die Zahl der Biotopbäume pro Fläche, Totholzanteil, Brutzeiten... müssen vor Beginn der Einschlagsarbeiten in einer Erheblichkeitsabschätzung beurteilt werden, das bedeutet zusätzlichen Abstimmungsaufwand zwischen den Verwaltungen, so der Forst.

Und eine Aussage von ThüringenForst ist interessant: Es zeigt sich, dass die Buche nicht die,, klimaplastische Baumart der Zukunft“ ist, als die sie von ökologischer Seite gern bezeichnet wird.

Sterben unsere Buchenwälder? (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Sterben unsere Buchenwälder? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Das es anders geht mit unserem Wald zeigt dieses Bild. In der gleichen Region (Oberholzchaussee nahe der B249). Forstamtsleiter Uli Klüßendorf und Revierförster Mario Busch vor einem Waldstück, der mit Hainbuche (keine Abart der Buche) und Eichen bestandene Wald ist nicht geschädigt. Die Wurzeln dieser Bäume gehen wesentlich tiefer (bis acht Meter) als die der Buche (bis zwei Meter).
Hainbuche und Eiche wuchsen bereits in der Region, ehe es der Mensch war, der die Buche in die Region brachte.
Ein Waldumbau wird kurzfristig nicht helfen, das ist nur langfristig möglich, so Klüßendorf.

Man darf gespannt sein, wie die Wälder bei anhaltender Trockenheit rund um Sondershausen aussehen werden. Die vielen abgestorbenen Nadelbäume an der Oberholzchaussee hatte kn noch nicht mal fotografiert.

Hier die Stellungnahme von ThüringenForst:
Stirbt die Buche in Thüringens Wäldern?
Sterben unsere Buchenwälder? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Sterben unsere Buchenwälder? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Sterben unsere Buchenwälder? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Sterben unsere Buchenwälder? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Sterben unsere Buchenwälder? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Sterben unsere Buchenwälder? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Sterben unsere Buchenwälder? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Sterben unsere Buchenwälder? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Sterben unsere Buchenwälder? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Sterben unsere Buchenwälder? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Sterben unsere Buchenwälder? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Sterben unsere Buchenwälder? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Sterben unsere Buchenwälder? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Sterben unsere Buchenwälder? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Sterben unsere Buchenwälder? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Sterben unsere Buchenwälder? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Sterben unsere Buchenwälder? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Sterben unsere Buchenwälder? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Sterben unsere Buchenwälder? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Sterben unsere Buchenwälder? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Sterben unsere Buchenwälder? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Sterben unsere Buchenwälder? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Sterben unsere Buchenwälder? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Sterben unsere Buchenwälder? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Sterben unsere Buchenwälder? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Sterben unsere Buchenwälder? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Autor: khh

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Kommentare
geloescht.20250302
03.07.2019, 22:06 Uhr
Traurig!
Aber mit Windrädérn und-als Urwaldwildnis könnte man dort punkten...

Bei wem auch immer, die Wähler werden es nicht sein...
muraschke
04.07.2019, 06:55 Uhr
Eine Tragödie ...
Eigentlich ist es notwendig, dass das Land Thüringen alle Kräfte mobilisiert und ein Handeln erzeugt, was sich sehen lassen kann. Doch man ist eher damit beschäftigt, da mal 4 Millionen zusätzlich zu "investieren" und begründet das mit dem Machbaren. Schaut man sich die Subventionites im Land an und rechnet die Summen von Oberhof & Co zusammen, kann man sich ausrechnen, was unserer Regierung "wichtiger" ist... Und wir am Kyffhäuser können mit unseren sinnlosen Ausgaben uns eine dicke Baumscheibe abschneiden.
Wer jetzt noch Bäume fällt, um Platz für Schilder von Autohäusern zu haben (wie in Bad Frankenhausen), gehört von dieser Welt verbannt!
Gesperrt
04.07.2019, 10:26 Uhr
Wald hat offensichtlich bei den Verantwortlichen keinen Stellenwert
Deshalb wird nicht investiert.
So ein paar alte Bäume, na und? Die standen schon immer da und die werden auch immer da stehen, denkt man sich wohl offensichtlich an den verantwortlichen Stellen.

Daß das so nicht ist und gesunder Waldbestand in größeren Mengen heutzutage nicht aus dem Nichts entsteht, sondern langfristig beforstet werden muß und ebenso langfristig geplant werden muß, dem ist man sich nicht klar.
Und das kostet Geld, logisch, ohne geht nichts.

Der Wald hier in dieser Gegend sieht sehr traurig aus, im Vergleich zu anderen großen Waldflächen, wie sie zum Beispiel im Teutoburger Wald zu erleben sind (sehr große Rotbuchenanteile). Hier in diesem Landkreis wird dagegen nichts bis gar nichts getan, ich bin durch Buchenwälder hier gegangen auf der Hainleite, die seit vielen Jahren nicht beforstet wurden, und wenn man dann was tut, dann gibts Kahlschlag, wie am Heidenberg,weil sonst, anders als durch Kahlschlag, nichts mehr zu retten ist. Aufgeforstet wird da bis dato nichts, ich bin mal gespannt, ob da noch was passiert, nur eines ist klar: Man sucht solche Kahlschläge nicht mehr auf als Spaziergänger / Wanderer und für den Boden, die Erosion, ist so etwas gar nicht gut.
Die toten Bäume, die hier "einfach so rum stehen" und Menschen gefährden, sehe ich quasi, seitdem ich hier wohne, also drei Jahre. Anderswo ist das nicht möglich, rein sicherheitstechnisch. Klar müßte man diese Gebiete / Wege alle sperren, nur, was nützt das, wenn Personal fehlt, welches fällt, und wenn Geld fehlt zum wiederaufforsten?
Erkan
04.07.2019, 10:41 Uhr
Das triste Windradherz Thüringens
Das grüne Herz Thüringens scheint sich zu verabschieden, weil Verantwortliche Ministerien und Ökoparteien, die wahre Entwicklung in unseren Wäldern nicht sehen oder nicht sehen wollen.
Die Waldwildnis wird sich durchsetzen, auch ohne Hilfe des Menschen und ohne Stillegen von Waldflächen, wie z.B. am Possen von Sondershausen.
Geisterwälder und " imponierende Windräderansammm-lungen" werden das Gesicht des einst gepriesenen Thüringer Wald, als grünes Herz Deutschlands, beherrschen und verschandeln.
Dieses, alles nur einer Idee der Ökopartei geschuldet?
Es muss endlich halt sein mit Waldwildnis, ansonsten sprechen wir von Wildnis ohne Wald?!!!
Eigentlich sollten unsere Wälder grün sein. Dabei solten die Forstleute alle erdenkliche Unterstützung erhalten.
Peppone
04.07.2019, 12:40 Uhr
Geht doch mal auf die Ursachen ein.
Es sind immer dieselben Schlauberger, die den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen und die über Alles und jedes Thema blödsinnige Kommentare abgeben müssen. Wir haben hier kein Waldsterben weil es Windräder, eine RRG Regierung, zu wenig Personal oder zu wenig Durchforstung gibt, wir haben hier Waldsterben weil es schlicht und einfach zu trocken ist.

Erschwerend kommt hinzu, dass wir zu großen Teilen instabile Wirtschaftswälder mit Monokulturcharakter haben. Und die haben wir nicht seit gestern, sondern seit vielen Generationen. Wirtschaftswald ist nun einmal auf Ergebnis und nicht auf Nachhaltigkeit ausgerichtet.

Etwas besseres als "Waldwildnis" kann unseren Wäldern gar nicht passieren. Dort wächst nur das, was auch ohne Borkenkäferfallen und ähnliches Gedöns überlebt. Da muss auch kein Förster nach vierzig Jahren Dienstzeit feststellen, dass er den Wald kaputt beförstert hat.
Gesperrt
04.07.2019, 15:47 Uhr
Zu trocken?
Ehrlich gesagt: Keine Ahnung.
Ich finde schon, daß es hier sehr sehr wenig regnet. Eigentlich wundert mich, daß hier überhaupt noch Wald steht.

Aber die Ursachen? Dann müßte man sich ja erst mal eingestehen, daß es zu trocken ist. Von wissender Seite, dh. von Wetterfritzen, kommt immer nur die Aussage, daß diese Region nun mal so trocken ist, wie sie derzeit ist. Dazu kann ich nichts sagen, denn ich weiß nicht, wie es früher hier war. Ich weiß nur: Anderswo regnet es viel mehr.

Und daß man Wald auch mal aufforsten muß, ist eigentlich auch Laienwissen. Unabhängig von der Trockenheit, oder welchen Gründen auch immer.
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