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Sa, 08:30 Uhr
03.08.2019
Mehr KOBBs für Thüringen

Mehr Polizei in der Fläche

Der Kontaktbereichsdienst der Thüringer Polizei wird neu ausgerichtet und soll flächendeckend eingeführt werden. Das gab Innenminister Georg Maier zu Beginn der Woche bekannt. Dazu soll auch die Zahl der Dienstposten erhöht werden...

Innenminister Georg Maier stellte das Konzept Anfang der Woche in Waltershausen vor und nahm an einer Streifenfahrt durch das zuständige Gebiet der Kontaktbereichsbeamten teil. „Vor 25 Jahren wurde der KOBB-Dienst als Pilotprojekt eingeführt. Jetzt ist es an der Zeit ihn anforderungsgerecht weiterzuentwickeln und damit die polizeiliche Betreuung, gerade im ländlichen Raum, zu optimieren“, erklärt der Minister.

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Der Kontaktbereichsdienst soll weiter flächendeckend in Thüringen ausgebaut werden. „Damit sollen vor allem bestehende räumliche, zeitliche sowie infrastrukturelle Nachteile in der Erreichbarkeit von Polizeidienststellen weiter minimiert werden“, sagt Maier. Vorgesehen ist zudem, mehrere Kontaktbereiche nach taktischen und territorialen Gesichtspunkten zu sogenannten Betreuungsgebieten und Kontaktbereichsposten zusammenzufassen. „So wird möglich, dass künftig zwei Kontaktbereichsbeamte gemeinsam auf Streife gehen können. Sie sind damit flexibler einsetzbar“, betont der Innenminister.

Weiterhin wird die Anzahl von bisher 203 auf bis zu 240 Dienstposten erhöht. Der Minister kündigt an: „Ab einer bestimmten Anzahl an Kontaktbereichsbeamten in einer Polizeiinspektion oder einem Inspektionsdienst wird es fortan auch Stellen im gehobenen und nicht nur wie bislang im mittleren Polizeivollzugsdienst geben.“ Der Innenminister will dadurch die Führung des Kontaktbereichsbeamten optimieren und den Leiter des Einsatz- und Streifendienstes entlasten. „Die Kontaktbereichsbeamten werden zudem stärker in das operative Geschehen des Einsatz- und Streifendienstes eingebunden, sodass sie das komplette schutzpolizeiliche Aufgabenfeld bedienen ohne ihre originären Aufgaben zu vernachlässigen“, erklärt der Innenminister weiter. Zuständig für die Einrichtung, Veränderung oder Auflösung von Kontaktbereichen und Betreuungsgebieten ist künftig die Landespolizeidirektion und nicht mehr das Ministerium.

Mit den aufgaben- und strukturbezogenen Neuerungen geht zugleich eine Verbesserung der Ausstattung einher. Der Kontaktbereichsdienst bekommt eine neue Fahrzeugflotte und wird wie der Einsatz- und Streifendienst im Van unterwegs sein. Innenminister Georg Maier: „Bisher waren unsere KOBBs alleine in einem Kleinwagen unterwegs. In Zeiten, in denen wir Sicherheit nicht nur in Statistiken, sondern auch auf der Straße erlebbar machen müssen, ist das ein fatales Zeichen. Die Kontaktbereichsbeamten brauchen Fahrzeuge, mit denen sie ihren neuen Aufgaben tatsächlich nachkommen können. Sei es, um potenzielle Täter schnell verfolgen zu können oder ganz einfach vor ihrem Gegenüber den erforderlichen Respekt eines Polizeivollzugsbeamten auszustrahlen.“

Die Kontaktbereichsbeamten leisten einen wichtigen Beitrag in der direkten Polizei-Bürger-Interaktion und zur sichtbaren Präsenz der Polizei im ländlichen Raum. Als feste lokale Ansprechpartner sind sie zugleich Bindeglied zwischen Polizei und Kommunalverwaltung sowie lokalen Institutionen, Einrichtungen und Verbänden. In den 165 Thüringer Kontaktbereichen sind derzeit 192 Kontaktbereichsbeamte eingesetzt.
Autor: red

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Kommentare
sputnik
03.08.2019, 10:14 Uhr
Kontaktbereichsbeamte
Die etwas älteren noch-DDR-Bürgen kannten das Prinzip schon lange. Es hieß ABV (AbschnittsBeVollmächtigter). Der ABV kannte "sein Revier" und hatte echte Bürgernähe und Kontakt. Er vermittelte nicht nur ein "bloßes" Gefühl der Sicherheit, wie es bisher mit dem stramm zusammengestrichenen Stellenplan bei der Thüringer Polizei seit nach der Wende gab. Der ABV sorgte (im Zusammenwirken) halt real und wirklich für Ordung und Sicherheit.
Mit einer Polizeistruktur nach Statistik mit jeweils 1 Beamter pro so und so viel Tausend Einwohner funktioniert in einem ländlich geprägten Raum mit großer Fläche und weniger geballter Menschenmasse in einem kleinen Zentrum, wie bei uns hier, real gar nicht, weil der/die Beamte dann den Überblick und Kontakt gar nicht mehr halten und haben kann.
tuco
03.08.2019, 10:37 Uhr
Schrittchen...
für Schrittchen zum Polizeistaat, oder wie?
Man muss den ABV nicht mochmal "erfinden", oder eben einen Euphemismus bedienen.
Tja, man braucht eben ein "Ohr am Land". War alles schon mal (mehrmals) da. Mit den interessantesten Bezeichnungen...
Auch immer interessant: wenn es den Herren zu eng wird, müssen Mauern oder eben auch Gräben her...
Wolfi65
03.08.2019, 16:54 Uhr
Oh ja, das brauchen wir noch
Einen Kontakt-Bereichs-Blaumann.
Wenn es hart auf hart kommt, dreht dem das Organisierte Verbrechen eine kleine rote Schnapsnase und das war es dann mit Staatsgewalt vor Ort.
Oder will man etwa das Ohr am Volke haben, weil man Jahrzehnte lang auf des Volkes Willen nicht gehört hat und weiter nicht hören will?
Eine Schnapsidee ist das mit der Polizei in der Fläche.
Pe_rle
03.08.2019, 19:15 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert.
geloescht 20210830
05.08.2019, 05:42 Uhr
Wolfi und tuco
Wo wart Ihr die letzten fünfzehn Jahre? Die Kontaktbereichsbeamten gibt's hier schon die ganze Zeit und die meisten - insbesondere älteren Menschen - schätzen das sehr, dass sie nicht bis nach Nordhausen müssen, falls die Polizei mal gebraucht wird.
Wolfi65
05.08.2019, 09:13 Uhr
Alex300800
Ich bin hier in Nordhausen und muss nicht nach Nordhausen laufen.
Wenn natürlich Jemand außerhalb der Stadt Wohnt, muss eben der Einzigste verfügbare Streifenwagen, den die Polizei an der Darre besitzt, wohl auch nach Kleinkleckersdorf kommen, um eine Anzeige aufzunehmen, weil der/die Anzeigeerstatter/in körperlich nicht mehr in der Lage ist.
Aber hier in der City braucht doch keiner einen ABV.
Auch Parteisekretäre werden im Moment nicht so oft um Hilfe gebeten. ;-)
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