Mi, 08:28 Uhr
28.08.2019
Neues aus Bad Frankenhausen
Fantastische Stimmung
beim 3. Solewasser- Vitalpark- Schwimmfest in Bad Frankenhausen, oder anders: Die Letzten werden die Ersten sein…
… wenn es mal anders herum geht, heißt es in einem altem Sprichwort. Aber selten war es so zutreffend wie beim Salzsäckchenschwimmen beim Schwimmbadfest in Bad Frankenhausen. In dieser neuen und weltweit erstmalig praktizierten Disziplin ging es nicht um Schnelligkeit, Schönheit oder Geschicklichkeit. Gewinner war nicht der Erste oder der Eleganteste.
Gewinnerin Dana Kerschbaum war die Teilnehmerin, die mutig ihre Strategie verfolgte und als Allerletzte nach den 100m ihren noch gut gefüllten Salzsack abgab. Von 200 g Solesalz am Start waren noch 181 g übrig. Die Schnellschwimmer hatten gerade noch etwas Salzbrühe gerettet und dümpelten unter den 20g rum. So einen klaren Unterschied hatte keiner erwartet, weshalb dies auch bis zum nächsten Jahr unbedingt wissenschaftlich aufgearbeitet werden muss.
Beim Abgeben des Salzsäckchens konnte man schon erkennen, da war nicht mehr viel übrig. Der Apotheker Roland Heller und der Kurdirektor Jens Lüdecke überprüften mit einer Präzisionswaage höchst persönlich die Restmenge.
Unmittelbar davor stand der Wettkampf mit der größten Tradition auf dem Programm. Beim nun schon 11. Schwimmbadfest seit 1991 gab es zum 10. Male das Promi- Brustrückwärtsschwimmen. Wolfgang Haußmann, Erfinder des Schwimmstils mit minimalem Vortrieb verkehrtherum, gehörte ebenso zu den Teilnehmern, die immer dabei waren, wie Peter Möbius (Organisator) und Peter Keßler (Moderator der Veranstaltung). Und diesen drei war ihre große Erfahrung sehr hilfreich bei der Bewältigung der 25 Meter! Dieses Jahr gewann bei den Männern erstmals der mit 56 Jahren jüngste der drei Peter Keßler, vor dem 60ziger Peter Möbius in einem Fuß- an Fuß- Rennen. Wolfgang Haußmann, dem mittlerweile 70jährigem Kurstadt- Urgestein gelang nach seinem Sieg im letzten Jahr wieder der Sprung aufs Treppchen.
Aber ungefährdete Siegerin aller Klassen wurde wie immer, wenn sie teilnehmen darf, die Schwimmmeisterin Inge Töpfer. In einer Zeit von 42 s war sie 10 s schneller als der erste männliche Starter. Platz zwei bei den Frauen belegte Angelina Schönstedt vor Silvana Schäffer, die beide noch vor dem Kurdirektor Jens Lüdecke anschlugen. Mit Mathias Kaiser, Organisator und Moderator des MDR Osterspaziergangs stieg ein prominenter Neuling in die Fluten, dem trotz seines sehr gut trainierten Körpers noch etwas Übung beim Beherrschen dieser Schwimmdisziplin fehlte. Für dieses Training stellt sich natürlich unser Wolfgang Haußmann zur Verfügung.
Sieger und Platzierte: von li. Nach re.: Jens Lüdecke, Mathias Kaiser, Inge Töpfer, Peter Möbius, Peter Keßler, Angelina Schönstedt, Silvana Schäffer und Wolfgang Haußmann
Schrecksekunde bei Inge Töpfer: als Gesamtschnellste bekam sie den Wanderpokal, dessen Deckel sich aber verabschiedete
Auch beim Bierfasstauchen war nicht alles wie immer. Nachdem 9 Taucher ihre Tauchgewichte, die sie aus der 5 Meter tiefen ehemaligen Sprunggrube geborgen hatten, in 5 Liter Bierfässchen umtauschen konnten, war das Letzte einfach nicht auffindbar, so dass wiedermal Inge Töpfer, die jeden Quadratzentimeter des Beckens im Schlaf kennt, als Geheimwaffe zum Einsatz kam. Aber auch sie fand das Tauchgewicht nach ausgiebiger Suche nicht. Erst der 10jährige Sixten Siegmann, der eigentlich gar nicht teilnehmen durfte, fand nicht nur das 5 kg Gewicht, sondern holte es höchst selbst an die Oberfläche und brachte es zum Organisationsbüro. So kam sein Vater, der im Dienst leider selbst nicht am Bierfasswetttauchen teilnehmen konnte, ganz unverhofft doch noch zu seinem Fässchen.
Auch die Kinder- und Jugendmeisterschaften im Flößerrennen und im Kupferlinge Tauchen waren ein großes Spektakel. Viele Kids robbten mehr über die auf das Wasser gelegte Laufmatte, statt ihrem Namen gerecht werden zu können und manch lustiger Absturz ohne schmerzhafte Folgen amüsierten ebenso die über 1500 Besucher wie das hektische Umgraben des Wassers in den drei Schwimmbecken, um an die kleinsten Geldstücke zu gelangen.
Manche bekamen fast 3 € heraus- das ist schon eine schöner Beitrag zum Auffüllen des Taschengeldes.
Da nicht alle reinpassten galt es für die Meisten vom Rand her zu fischen. - Auch die Kleinsten waren mit Spaß und Ehrgeiz bei der Sache.
Begonnen hat der Tag aber wie immer mit den Schwimm- und Hindernisstaffeln der Grund- und Regelschulen, sowie des Gymnasiums der Kurstadt. Hier siegten wie im letzten Jahr überzeugend die Kurstadt Grundschule vor der Grundschule Udersleben und die Regelschule vor dem Kyffhäusergymnasium.
Sieger und stolzer Besitzer eines Checks über 300 € die Kurstadt Grundschule Bad Frankenhausen
Aber auch die Zweitplatzierten gingen nicht leer aus. Sie bekamen von der Kur und Tourismus GmbH einen Check über 100 €.
Trotz der großen Hitze fanden alle Besucher ihren Schattenplatz unter den großzügig aufgespannten Sonnensegeln. Bei leckeren und großzügig geschnittenen Kuchenstücken, kräftigen Kaffee und Stimmungsmusik von Sylvia Drako kamen viele Gäste ins Schwärmen, dass doch viel öfter so eine Party in ihrem Vitalpark stattfinden sollte.
Abends ging dann noch die Post richtig ab. Die Rockröhre der Band Jojozeit ließ bei ACDC, Tina Turner, Bonny Tyler, Kerstin Ott und sogar Maschine von den Puhdys das Bad erzittern. Und in den Pausen, dass die Stimme auch weiterhin wie ein Reibeisen klingt, gab´s einen handverlesenen Whisky aus den fleißigen Händen der für die Versorgung verantwortlichen Frankenhäuser Solzköppe. Es war halt ein rundum gelungener Tag, der mit seinem Höhepunkten und seinen kleinen Aha- Erlebnissen wieder an einem Stück Stadtgeschichte mitschrieb.
Text und Fotos: Peter Keßler
Autor: khh… wenn es mal anders herum geht, heißt es in einem altem Sprichwort. Aber selten war es so zutreffend wie beim Salzsäckchenschwimmen beim Schwimmbadfest in Bad Frankenhausen. In dieser neuen und weltweit erstmalig praktizierten Disziplin ging es nicht um Schnelligkeit, Schönheit oder Geschicklichkeit. Gewinner war nicht der Erste oder der Eleganteste.
Gewinnerin Dana Kerschbaum war die Teilnehmerin, die mutig ihre Strategie verfolgte und als Allerletzte nach den 100m ihren noch gut gefüllten Salzsack abgab. Von 200 g Solesalz am Start waren noch 181 g übrig. Die Schnellschwimmer hatten gerade noch etwas Salzbrühe gerettet und dümpelten unter den 20g rum. So einen klaren Unterschied hatte keiner erwartet, weshalb dies auch bis zum nächsten Jahr unbedingt wissenschaftlich aufgearbeitet werden muss.
Beim Abgeben des Salzsäckchens konnte man schon erkennen, da war nicht mehr viel übrig. Der Apotheker Roland Heller und der Kurdirektor Jens Lüdecke überprüften mit einer Präzisionswaage höchst persönlich die Restmenge.
Unmittelbar davor stand der Wettkampf mit der größten Tradition auf dem Programm. Beim nun schon 11. Schwimmbadfest seit 1991 gab es zum 10. Male das Promi- Brustrückwärtsschwimmen. Wolfgang Haußmann, Erfinder des Schwimmstils mit minimalem Vortrieb verkehrtherum, gehörte ebenso zu den Teilnehmern, die immer dabei waren, wie Peter Möbius (Organisator) und Peter Keßler (Moderator der Veranstaltung). Und diesen drei war ihre große Erfahrung sehr hilfreich bei der Bewältigung der 25 Meter! Dieses Jahr gewann bei den Männern erstmals der mit 56 Jahren jüngste der drei Peter Keßler, vor dem 60ziger Peter Möbius in einem Fuß- an Fuß- Rennen. Wolfgang Haußmann, dem mittlerweile 70jährigem Kurstadt- Urgestein gelang nach seinem Sieg im letzten Jahr wieder der Sprung aufs Treppchen.
Aber ungefährdete Siegerin aller Klassen wurde wie immer, wenn sie teilnehmen darf, die Schwimmmeisterin Inge Töpfer. In einer Zeit von 42 s war sie 10 s schneller als der erste männliche Starter. Platz zwei bei den Frauen belegte Angelina Schönstedt vor Silvana Schäffer, die beide noch vor dem Kurdirektor Jens Lüdecke anschlugen. Mit Mathias Kaiser, Organisator und Moderator des MDR Osterspaziergangs stieg ein prominenter Neuling in die Fluten, dem trotz seines sehr gut trainierten Körpers noch etwas Übung beim Beherrschen dieser Schwimmdisziplin fehlte. Für dieses Training stellt sich natürlich unser Wolfgang Haußmann zur Verfügung.
Sieger und Platzierte: von li. Nach re.: Jens Lüdecke, Mathias Kaiser, Inge Töpfer, Peter Möbius, Peter Keßler, Angelina Schönstedt, Silvana Schäffer und Wolfgang Haußmann
Schrecksekunde bei Inge Töpfer: als Gesamtschnellste bekam sie den Wanderpokal, dessen Deckel sich aber verabschiedete
Auch beim Bierfasstauchen war nicht alles wie immer. Nachdem 9 Taucher ihre Tauchgewichte, die sie aus der 5 Meter tiefen ehemaligen Sprunggrube geborgen hatten, in 5 Liter Bierfässchen umtauschen konnten, war das Letzte einfach nicht auffindbar, so dass wiedermal Inge Töpfer, die jeden Quadratzentimeter des Beckens im Schlaf kennt, als Geheimwaffe zum Einsatz kam. Aber auch sie fand das Tauchgewicht nach ausgiebiger Suche nicht. Erst der 10jährige Sixten Siegmann, der eigentlich gar nicht teilnehmen durfte, fand nicht nur das 5 kg Gewicht, sondern holte es höchst selbst an die Oberfläche und brachte es zum Organisationsbüro. So kam sein Vater, der im Dienst leider selbst nicht am Bierfasswetttauchen teilnehmen konnte, ganz unverhofft doch noch zu seinem Fässchen.
Auch die Kinder- und Jugendmeisterschaften im Flößerrennen und im Kupferlinge Tauchen waren ein großes Spektakel. Viele Kids robbten mehr über die auf das Wasser gelegte Laufmatte, statt ihrem Namen gerecht werden zu können und manch lustiger Absturz ohne schmerzhafte Folgen amüsierten ebenso die über 1500 Besucher wie das hektische Umgraben des Wassers in den drei Schwimmbecken, um an die kleinsten Geldstücke zu gelangen.
Manche bekamen fast 3 € heraus- das ist schon eine schöner Beitrag zum Auffüllen des Taschengeldes.
Da nicht alle reinpassten galt es für die Meisten vom Rand her zu fischen. - Auch die Kleinsten waren mit Spaß und Ehrgeiz bei der Sache.
Begonnen hat der Tag aber wie immer mit den Schwimm- und Hindernisstaffeln der Grund- und Regelschulen, sowie des Gymnasiums der Kurstadt. Hier siegten wie im letzten Jahr überzeugend die Kurstadt Grundschule vor der Grundschule Udersleben und die Regelschule vor dem Kyffhäusergymnasium.
Sieger und stolzer Besitzer eines Checks über 300 € die Kurstadt Grundschule Bad Frankenhausen
Aber auch die Zweitplatzierten gingen nicht leer aus. Sie bekamen von der Kur und Tourismus GmbH einen Check über 100 €.
Trotz der großen Hitze fanden alle Besucher ihren Schattenplatz unter den großzügig aufgespannten Sonnensegeln. Bei leckeren und großzügig geschnittenen Kuchenstücken, kräftigen Kaffee und Stimmungsmusik von Sylvia Drako kamen viele Gäste ins Schwärmen, dass doch viel öfter so eine Party in ihrem Vitalpark stattfinden sollte.
Abends ging dann noch die Post richtig ab. Die Rockröhre der Band Jojozeit ließ bei ACDC, Tina Turner, Bonny Tyler, Kerstin Ott und sogar Maschine von den Puhdys das Bad erzittern. Und in den Pausen, dass die Stimme auch weiterhin wie ein Reibeisen klingt, gab´s einen handverlesenen Whisky aus den fleißigen Händen der für die Versorgung verantwortlichen Frankenhäuser Solzköppe. Es war halt ein rundum gelungener Tag, der mit seinem Höhepunkten und seinen kleinen Aha- Erlebnissen wieder an einem Stück Stadtgeschichte mitschrieb.
Text und Fotos: Peter Keßler






