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Mi, 12:01 Uhr
18.09.2019
IHK Erfurt

Neuer Feiertag schadet der Wirtschaft

Am 20. September 2019 ist in Thüringen erstmalig der Weltkindertag gesetzlicher Feiertag. Aus Sicht der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt schränkt dieses Vorhaben die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft ein.

„Die Vollversammlung der IHK Erfurt hat sich klar gegen einen zusätzlichen gesetzlichen Feiertag in Thüringen ausgesprochen“, erklärt IHK-Vizepräsidentin Kerstin Schreiber und ergänzt: „Leider müssen hier wieder einmal die Unternehmer einseitig die Folgekosten eines politischen Ziels tragen.“

Unabhängig vom Anlass führe jeder Feiertag aus volkswirtschaftlicher Sicht zu einer Verringerung der Wirtschaftsleistung. Die wirtschaftliche Betätigung werde in dieser Zeit lediglich auf Bereiche mit Ausnahmeregelungen beschränkt. Untersuchungen der Deutschen Bundesbank hätten belegt, dass die Einführung eines zusätzlichen Feiertages zu einem durchschnittlichen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes von 0,12 bis zu 0,25 Prozent pro Jahr führt. Bezogen auf den Freistaat Thüringen liege der Produktionsausfall dann bei rund 70 Millionen Euro.

„Zudem wurde bei der Entscheidung scheinbar nicht bedacht, dass gerade viele Berufspendler an diesem Tag ein Betreuungsproblem haben, wenn Kindergärten und Schulen geschlossen sind. Und auch Mitarbeiter deutschlandweit aufgestellter Unternehmen, so zum Beispiel Logistiker und Servicecentermitarbeiter, müssen trotzdem auf Arbeit erscheinen, denn die Anrufe aus ganz Deutschland gehen auch ein, wenn in Thüringen Feiertag ist“, so die IHK-Vizepräsidentin. Auch dies sei nicht nur für Arbeitnehmer, sondern auch für Arbeitgeber eine Herausforderung. Schreiber bedauert nochmals, dass im Rahmen der Anhörung zur Gesetzesänderung die Forderung der IHK Erfurt bzgl. bundesweit einheitlicher Feiertagsregelungen nicht aufgegriffen wurde.
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Kommentare

18.09.2019, 12.16 Uhr
Stadtbewohner | Das übliche Gejammer
Was der Wettbewerbsfähigkeit wirklich schadet sind Niedriglöhne, welche in Thüringen verbreitet gezahlt werden.

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18.09.2019, 12.21 Uhr
Kolporteur | Alle Feiertage abschaffen.
Ich finde, dass alle Feiertage abgeschafft werden sollten, außer Weihnachten, nützt ja dem Kommerz.
Gerade jetzt in konjunkturell schlechten Zeiten darf man Randgruppen unserer Gesellschaft wie Kindern keinen eigenen Feiertag zugestehen.

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18.09.2019, 13.40 Uhr
Leser X | Neuer Feiertag schadet der Wirtschaft
Ist schon klar. Alles, was dem Menschen Spaß macht, beklagt die Wirtschaft. Mir kommen die Tränen.

Die Wirtschaftslobbyisten gleichen inzwischen in ihren Botschaften den Sekten-Gurus.

Nicht die Menschen sollten für die Wirtschaft da sein sondern umgekehrt. Aber derlei kommt in den Hirnen obiger schon gar nicht mehr vor.

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18.09.2019, 13.51 Uhr
gandalf | Freizeit ist doof!
Es ist schon ein ziemliches Unding, sich bei Entscheidungen für einen neuen Feiertag an den interessen der Arbeitnehmer zu orientieren. Auch in meinem privaten Umfeld habe ich massiven Unmut von Eltern erfahren, die an diesem Tag lieber arbeiten gegangen wären, anstatt einen freien Tag mit ihren Kindern zu verbringen.

Und überhaupt - das Argument mit dem Schaden für die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft ist vollkommen berechtigt: man schaue nur nach Bayern oder Baden-Württemberg, den Ländern mit den meisten Feiertagen in Deutschland. Die Wirtschaft dort ächzt regelrecht unter den Produktionsausfällen. Und auch der Unmut in der arbeitenden Bevölkerung ist nicht zu überhören. Dort soll sich sogar schon die Initiative "Fridays for weniger Feiertage" gegründet haben.

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18.09.2019, 13.57 Uhr
Joerg B. | Ein Dokument kleinstaatlicher infantiler Engstirnigkeit
… ist diese linkspopulistische Entscheidung. Ein wirklicher WELTkindertag sollte – wenn schon – auch WELTweit begangen werden.

Ein wirklich großer Wurf wäre eine Initiative im Rahmen der UNO für eine weltweite Kalenderreform. Der SCHALTMONAT Februar könnte durch eine SCHALTWOCHE mit 5 bzw. 6 Tagen ersetzt werden. Jeder Monat hätte 30 Tage.

Der gegenwärtige Gregorianische Kalender (Googeln!) ist alt genug. Aber wer von unseren überbezahlten Politbonzen ist schon bereit, dicke Bretter zu bohren? Lieber wurstelt man weiter vor sich hin. Es liegt natürlich auch an der geistigen Trägheit der Wählerschaft.

Deshalb schlage ich als weitere arbeitsfreie Feiertage vor:

• Einen Thüringer Babytag,
• Einen Thüringer Teenager-Tag,
• Einen Thüringer Hunde- und Katzentag,
• Einen Thüringer Jungfrauen-Tag,
• Einen Thüringer Jungmänner-Tag in Ergänzung zum „Vatertag“,
• Einen Thüringer Ältere-Herren-Tag,
• Einen Thüringer Ältere-Damen-Tag,
• Einen Tag der Lebensmitte und Sandwich-Generation,
• Einen Thüringer Unternehmertag,
• Einen Thüringer Heilpraktiker-Tag,
• Einen Thüringer Pfaffentag, für alle, die ihren Mitmenschen das Denken abnehmen wollen,
• Einen Thüringer Hartz-IV-Tag,
• Und einen Tag der Thüringer NörglerInnen,

Mehr fällt mir so ganz spontan nicht ein.

Tschuldigung, habe nur mal SELBST nachgedacht ...

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18.09.2019, 14.42 Uhr
mgoerk | Feiertage
Ich finde, dass wir keine kirchlichen Feiertage als grundsätzliche freie Tage, inhaltlich, mehr brauchen. Knapp 50% unserer Bevölkerung gehören nur noch einer Kirche an.
Das würde auch richtig Geld sparen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Insofern bin ich für staatliche Feiertage (2 bis 3 zusätzlich zum 3.10.) und finde den freien Tag für die Kinder/Familien als grundsätzlich okay.

Michael Görk

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18.09.2019, 15.42 Uhr
Andreas Dittmar | @Joerg B. darauf kann man aufbauen....
Ich habe da jetzt schon einen Schritt weiter gedacht und würde gern die Namenstage als bundesweite Feiertage einführen.

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18.09.2019, 15.51 Uhr
tannhäuser | Joerg B.
Wozu überhaupt noch Kalender?

Was Kollege Kobold2 als "Betreutes Denken" bezeichnet, beinhaltet dann auch die Bekanntgabe durch die Große Schwester per Volks...äh Heimempfänger, wann wir Wochenende, Feiertag und Urlaub einzulegen haben.

Eventuell auch, wann wir in Rente gehen dürfen...Falls wir mit 85 dann noch gut genug hören und sehen können, was Orwells Alpträumgespinste uns zu verkünden haben.

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18.09.2019, 16.34 Uhr
wissender | Leser X |ist bestimmt Arbeitnehmer,
sicher freuen sich alle Arbeitnehmer über einen weiteren Faulenzertag zu Hause - wie er auch heißen mag. Wichtig einfach zu Hause bleiben und es bezahlt bekommen. Soweit so gut -oder nicht?
Ich als Unternehmer werde diesen Tag in meinem Büro verbringen wie so viele freien Tage. Sollten wir an diesem Tag im Rahmen der Bereitschaft tätig werden müssen, so kostet es dem Endkunden erheblich mehr. Am Ende legt der Unternehmer diese zusätzlichen Lohnkosten auf seine Kalkulation um und die Leistung kostet für alle mehr und das nicht nur an diesem Tag sondern das ganze Jahr.
Finden sie den Fehler? Für solche Leute wie sie sind wir nur Kapitalisten, die die Angestellten das ganze Jahr ausbeuten.
NEIN! Wir halten die Wirtschaft am laufen, schaffen die Arbeitsplätze und niemand kann von uns verlangen ständig die Melkkuh der falschen politischen Entscheidungen zu sein.

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18.09.2019, 16.44 Uhr
Luke Skywodka | Der Dumme ist der Konsument
denn wer glaubt denn wirklich die Wirtschaft trägt den Ausfall? Der wird mal eben dezent an die Konsumenten durchgereicht. Es wird ein nettes Geschenk gemacht das der Beschenkte sogar selbst bezahlt! Leider ist das in der Politik momentan so üblich sich als Gönner aufzuführen aber eigentlich selbst nichts dazu beizutragen. Egal was entschieden und neu erfunden wird die Kosten trägt am Ende der Kette immer der gleiche, nämlich der Bürger der arbeiten geht. Es gibt die die Dummes tun und die die das Dumme nicht bemerken.

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18.09.2019, 17.33 Uhr
Tora | Typisch Politik
Anstatt dafür zu sorgen, dass die Kinder einen Vernünftigen Schulunterricht bekommen, streicht man ihnen noch ein Tag. Wem bringt dieser freie Tag nutzen? Ich glaube das ist ein Wahlgeschenk der ROT-ROT-Grünen Nichtskönner. Im nächsten Jahr wenn sie nichts mehr zu sagen haben, sind sie die ersten die schreien der Tag muss abgeschafft werden. Die Kinder haben so schon zu viel Ausfallstunden, was die Schuld der Regierenden ist. Aber als Politiker/In braucht man ein dummes Volk, damit es nicht merkt, dass ihre Regierenden nicht gerade die schlausten sind?

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18.09.2019, 17.53 Uhr
Kama99 | Da hat Thüringen...
...jetzt mal einen Feiertag dazu bekommen und schon geht die Wirtschaft zugrunde.?? Andere Länder haben mehr Feiertage und existieren immer noch. Sollen doch die Firmenbosse mal auf einen Teil ihres Einkommens verzichten, dann gleicht sich der Verlust auf Dauer gesehen vielleicht aus.

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18.09.2019, 18.42 Uhr
Leser X | Wissender
Falsch geraten. Ich bin Arbeitgeber. Ich gebe meinem Arbeitsverwerter ("irrtümlich" -geber genannt) meine Arbeit. Und weil auch ich so wie Sie viel gebe, freue ich mich über jeden freien Tag zusätzlich.

Dass Sie auch an solchen Tagen arbeiten, tut mir natürlich leid. Aber im Gegensatz zu den vielen Geringverdienern werden Sie sicher wissen, wofür die es machen...

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18.09.2019, 18.55 Uhr
Kobold2 | Mein Mitleid
Hält sich arg in Grenzen.
Da wird gejammert, das man den Feriertg als selbstständiger Unternehmer im Büro verbringt.
Schon vergessen, das selbstständig aus zwei zusammengesetzen Worten besteht?
Wo Licht ist, ist nun mal auch Schatten und auch über unseren selbsternannten "Leistungsträgern" scheint nicht jeden Tag die Sonne. Für die nicht gläubigen Unternehmer ( davon hat es sicher sehr viele) besteht ja auch immer noch die Chance, Rückrad zu zeigen und an den kirchlichen Feiertagen zu arbeiten.
Dann braucht man auch nicht am Oster- Weihnachtseinkaufs und Schenkewahn teilzunehmen und spart sich einiges.

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19.09.2019, 09.24 Uhr
Joerg B. | Die Abgeordnete Madeleine Henfling …
… wurde 2018 während der ersten Sitzung nach der Sommerpause von Landtagspräsident Christian Carius (CDU) aus dem Plenarsaal verwiesen. Der Grund: Sie hatte ihr Baby mitgebracht. (Selbst mal „googeln“!)

Sehr viele Thüringer pendeln bekanntlich aus ihrem kleinen Ländle nach außerhalb. So arbeiten z.B. viele EichsfelderInnen im Uniklinikum Göttingen. Was passiert eigentlich, wenn z.B. ein(e) Krankenschwester/Krankenpfleger aus dem Eichsfeld am kommenden Freitag den Dienst nicht antreten kann, weil sie/er gerade keine Verwandten hat, die ihr/sein Kindergarten- oder Grundschulkind betreuen können? Klar, sie/er konnte ja um einen Tag (Zwangs-)Urlaub bitten. Thüringer Bürger und die meisten ihrer Volksvertreter leben eben in völlig unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten. Man kann es auch „Entfremdung“ nennen.

„Entfremdung bezeichnet einen individuellen oder gesellschaftlichen Zustand, in dem eine ursprünglich natürliche Beziehung (zwischen Menschen, Menschen und Arbeit, Menschen und dem Produkt ihrer Arbeit sowie von Menschen zu sich selbst oder zur Natur) aufgehoben, verkehrt, ge- oder zerstört wird.“, schreibt Wikipedia.

Frau Henfling durfte vorerst ihr Baby weiter in den Plenarsaal mitnehmen. Dürfte eine Krankenschwester oder ein Bauarbeiter aus Thüringen ihr/sein Grundschulkind mit an ihren/seinen niedersächsischen Arbeitsplatz mitnehmen? Solche Vorüberlegungen scheinen sich manche Thüringer Abgeordnete in ihrer Sonderlebenszone nicht gemacht zu haben. Aber das kennen wir ja noch aus (un-)seligen DDR-Zeiten: Man saß fern von den Bürgern im allmächtigen Politbüro und dachte sich generös Geschenke für sie aus, Volksbeglückungen, die an der Lebenspraxis des Volkes oft vorbeigingen.

Als ehemaliger Erfurter (bis 2001) kenne ich auch die Arroganz vieler Zentralthüringer gegenüber ihren Landsleuten in den Randgebieten. Schon damals habe ich mich über die herablassende Bräsigkeit so mancher meiner damaligen SPD-Genossen gewundert, bin aber immerhin noch weit vor Oskar Lafontaine aus der SPD ausgetreten! Vielleicht sollten Abgeordnete nach zwei Legislaturperioden mal eine Nachdenk- und Erdungspause einlegen müssen?

Wie gut, wenn es am kommenden Freitag z.B. Omas und Opas gibt, die "in die Bresche springen" können. Der Kindertag am 1. Juni hat solche Nebenwirkungen nicht!

(((Deswegen bin ich unbedingt für einen Feiertag für tüchtige Großeltern, für die Einführung eines „Brave Grandparents Day“ oder den Erlass eines „Tüchtige-Großeltern-Förder-Gesetzes“–)))

Es gab Bürger, die schon vor einem Jahr schriftlich ihre Bedenken gegenüber einer so undurchdachten und EINSEITIGEN Thüringer Entscheidung geäußert haben. Sie erhielten darauf nie eine Antwort. Für viele andere Eltern ist der kommende Freitag natürlich eine willkommene Gelegenheit z.B. in Göttinger Geschäften – und nicht z.B. in Heiligenstadt – ihr Geld auszugeben. Vielleicht stolpern sie ja am 20. September in die dortige „Fridays for Future“-Demo hinein?

Fazit:
Dieser Thüringer Sonderfeiertag ist in seinen Auswirkungen kaum im Interesse der geehrten Bevölkerungsgruppe. Vielmehr haben die Landtagsabgeordneten, die dafür gestimmt haben, in erster Linie ihrer PROFILIERUNGSSUCHT Zucker gegeben, sich letztlich aber damit nicht nur selbst geschadet. Das muss man in einer kleinen Thüringer Online-Zeitung wohl mal äußern dürfen?

Ein „undankbarer“ kritischer Bürger, der schon viele politische Dummheiten miterleben und miterleiden musste

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