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Mi, 00:13 Uhr
25.09.2019
Kommunalpolitiker äußern sich

400 Jahre Lohorchester

Eine kritische Nachbetrachtung zum Jubiläum von Stadtrat Gerhard Axt (Nubi). Hier der Wortlaut...


Sondershausen.

- Als 1946 das Landestheater Sondershausen und kurz darauf dessen Fundus abgebrannt wurden, spielte das Lohorchester im Konservatorium, dem heutigen Carl-Schroeder-Saal. Damals wohnten noch alle Orchestermitglieder in Sondershausen.

- Als 10-jähriger hörte ich hier 1947 das Orchester zum ersten Mal und war begeistert. Das ist bis heute so geblieben.

- An Sonntagen gab es nachmittags und abends Freiluftkonzerte im Loh. Das veranlasste mich, zum Tanz der Glühwürmchen in den Büschen und zur abendlichen Musik, die im ganzen Park zu hören war, ein Gedicht zu schreiben.

- Später besuchte ich mit einem Betriebsanrecht die A- und B- Konzerte, Schauspiel-, Operetten- und Opernaufführungen im Haus der Kunst. Seitdem dort der Orchestergraben zugemauert wurde, sind heute keine Singspiele mehr möglich.

- Im Gespräch mit der ehemaligen Ministerpräsidentin im Achteckhaus sagte ich: “Ohne das Lohorchester waren wir hier in Nordthüringen noch armer, als wir es eh schon sind", als das Orchester auf der Kippe stand, und um auf die schlechte Wirtschaftssituation in Sondershausen aufmerksam zu machen.

- Wie soll die Sondershäuser Konzertbesucher, die jahrelang die Treue gehalten haben, zum Orchester stehen, wenn sie zum Jubiläumskonzert keine Eintrittskarten bekamen weil sie ausverkauft waren? Das Konzert in Nordhausen war keine Option! Wäre es nicht sinnvoller gewesen, ein Festkonzert für geladene Gäste und ein kostenloses Konzert für unsere Bürger in Sondershausen zu veranstalten? Die Nordhäuser hätten das hier besuchen können. Wenn Sondershäuser ins Theater oder zum Nordhäuser Bühnenball (Nobüba) wollen, müssen sie auch hinfahren.
Die geplanten weiteren Veranstaltungen sind zeitlich zu weit vom 0rchesterjubiläum entfernt.

- Immerhin zahlt unsere Stadt 2019 einen Zuschuss von 1.008.600 Euro für die freiwillige Leistung an die GmbH, was die meisten Bürger nicht wissen.
Bis 2024 soll der Zuschuss auf 1.157.919 Euro steigen.
Und im Wirtschaftsplan des Versorgungsbetriebes unserer Stadt ist das Orchesterjubiläum unter den Veranstaltungen nicht mal aufgeführt.

- Wie die Stadt Sondershausen vor fast 100 Jahren seinen Musikstadtstatus und seine Repräsentanten mit einfachen Mitteln bewarb, zeigt ein Gutschein für 50 Pfennige von 1921 (s. Repro/Archiv Axt).
Eine kritische Nachbetrachtung zum Jubiläum von Stadtrat Gerhard Axt (Nubi). Hier der Wortlaut... (Foto: Gerhard Axt)
Eine kritische Nachbetrachtung zum Jubiläum von Stadtrat Gerhard Axt (Nubi). Hier der Wortlaut... (Foto: Gerhard Axt)

- Was muss getan werden für weitere Jahre Lohorchester und die überregionale Bedeutung der Musikstadt?

- Das "Haus der Kunst" genügt heutigen Ansprüchen schon lange nicht mehr.

- Um den Musikstadtstatus zu erhalten und deutschlandweit bekanntzumachen, sollte durch eine Machbarkeitsstudie geprüft werden, ob die Errichtung einer “Kultur- und Kongresshalle Nordthüringen" auf dem ehemaligen Gelände der Schlossgärtnerei möglich ist.

- Kongresse, Fachtagungen, Rundfunk- und Fernsehübertragungen sollten stattfinden. Das "Jägerhaus“ sollte als Gästehaus hergerichtet werden.
Das würde unsere Stadt aufwerten und wirksam beleben.
Das Lohorchester und unsere Chöre haben eine würdige Spielstätte verdient.

- Die Ränge im Achteckhaus sollten durch Feuerrettungswege über dem Glaskontakt zum Marstall wieder benutzbar gemacht werden.

- Sondershausen wird nicht Bayreuth. Aber das wollen wir auch nicht.

Gerhard Axt - Sondershausen, 23. September 2019
Mitglied des Stadtrates
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