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Mi, 10:05 Uhr
27.11.2019
Aus dem Vereinsleben

Die Frankenhisser Red Stars wollen ein Zeichen setzen

Dass der Tag kommen würde, war bereits länger klar, aber als sich am vergangenen Samstag zum letzten Mal die Türen des Kunstvereins White Pig in Bad Frankenhausen öffneten, wurde sicher auch dem letzten Gast klar, was das für ein trauriger Moment war. Dazu erreichte kn von den Frankenhisser Red Stars e.V. diese Meldung...

Das White Pig verschwindet von der Bildfläche. Wie lange? Das weiß keiner!

Eine Frankenhäuser Institution, die seit 22 Jahren Woche für Woche zahlreiche Frankenhäuser, Soldaten, Kurgäste und sehr viele Bands aus der ganzen Welt begrüßen konnte. Ein Laden, wie das White Pig oftmals umgangssprachlich genannt wird, der sich mit einer Theater AG oder Töpferwerkstätten um die Kids der Stadt kümmerte. Ein Laden, der sich seit Jahren bei Stadtfesten, dem Kyffhäuser-Berglauf oder dem Osterspaziergang bei der Getränkeversorgung engagiert hat.

Dieser Laden, dieser Verein und deren Mitglieder sind ein wichtiger Teil des kulturellen Lebens in Bad Frankenhausen gewesen. Und diesen Teil gibt es nun nicht mehr. Der Grund? Wieder einmal ist Geld wichtiger, als andere Werte, die in unserer Gesellschaft immer mehr in den Hintergrund treten. Aber natürlich ist es das gute Rechte eines Eigentümers, mit diesem zu machen, was ihm gefällt.

Schade ist in diesem Zusammenhang allerdings, dass es dem Verein White Pig e.V. nicht gelungen ist, eine neue Heimat in unserer Heimatstadt zu finden. Haus II des Kyffhäusergymnasiums war hier in der Favoritenrolle. Die Stadt und der Stadtrat bekannten sich dazu, aus dem Haus in Verbindung mit dem Verein, ein kulturelles Zentrum zu schaffen. Besichtigungen, erste Pläne und Ideen waren bereits gefasst und unser Verein hatte bereits eine schriftliche Absichtserklärung abgegeben um einen Raum im neuen Kulturzentrum dauerhaft anzumieten. Aber dann kam die deutsche Bürokratie und Gründlichkeit hinzu und sorgte dafür, dass dieser Kunstverein einen hohen sechsstelligen Betrag investieren müsste, um in das Gebäude einzuziehen zu können.

Und plötzlich war das Worst-Case-Szenario eingetreten - Das White Pig verschwindet! In einem Land, in dem man stolz auf sein kulturelles Erbe ist, wo in politischen Debatten immer wieder von der Wichtigkeit von Ehrenamt, Vereinsleben und Kultur gesprochen wird, wo Millionen von Steuergeldern in Elbphilharmonien, Flughafen- oder sonstige Prestigeobjekten versenkt werden (das Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler ist voll davon), ist es scheinbar nicht möglich oder auch nicht gewollt, einen kleinen Kunstverein im ländlichen Raum zu retten. Schaut man sich im Internet mal genauer um, treffen einen hier unzählige ähnliche Beispiele.

Ein Gefühl von Fremdscham können wir an dieser Stelle nicht verleugnen.

Der Vorstand unseres Vereins, Frankenhisser Red Stars e.V., traf sich nach Bekanntwerden der endgültigen Schließung des White Pig und fasste kurzum den Entschluss ein kleines Zeichen an die Frankenhäuser, die ortsansässigen Vereine und Gewerbetreibenden zu senden. Wir brauchen das White Pig und das White Pig braucht uns! Und egal was in Zukunft passiert der Kunstverein braucht Geld.

Aus diesem Grund überreichten 4 Mitglieder unseres Vereins am vergangenen Samstag zur Abschlussveranstaltung im Pig und im Namen aller 55 Mitglieder unseres Fanclubs, einen Spendenscheck im Wert von 150 und wünschten allen Mitgliedern des Kunstvereins alles Gute für die Zukunft und boten auch weiterhin Unterstützung an. Wir würden uns wirklich und aus tiefstem Herzen freuen, wenn dieser einzigartige Verein eine neue Heimat in seiner Heimatstadt finden kann.



Wir sind zwar in den Interessen getrennt aber in der Sache vereint!

Bad Frankenhausen ist UNSERE GEMEINSAME HEIMAT


Steffen Kobrow, Marcel Töpfer, Morris Drohmann, Manuel Wallek und Tobias Koch
Vorstand der Frankenhisser Red Stars
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