Do, 20:29 Uhr
19.12.2019
Neues aus Sondershausen
Mikwe nach Sanierung übergeben
Nach umfangreicher Sanierung wurde die Mikwe in Sondershausen wieder für den Besucherverkehr freigegeben...
Das mittelalterliche jüdische Ritualbad, das 1999 bei Grabungen des Thüringischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie auf dem damals unbebauten Areal zwischen Hauptstraße, Bebrastraße und Langestraße entdeckt und in situ erhalten wurde, ist als bedeutendes Bodendenkmal in einen eigens dafür konzipierten Kellerraum unter der Galerie am Schlossberg integriert worden.
Es gehört zu den ältesten Mikwenanlagen im gesamten mittel- und norddeutschen Raum. Die Ausstellung, die den Denkmalspreis des Landes Thüringen erhielt, wird jährlich von mehreren hundert Gästen im Rahmen von Stadtführungen sowie Veranstaltungen des Schlossmuseums Sondershausen besucht.
Nach nunmehr zwanzig Jahren zeigte der Raum um das durch Grundwasser gespeiste Becken massive Feuchteschäden. Die verrottete Deckenisolierung löste sich an mehreren Stellen, abblätternde Farbe verunreinigte das Ritualbad, zeitweise trat Schimmel auf. Im Zuge der aktuell abgeschlossenen Baumaßnahmen wurde die Lüftung des Raumes verbessert und damit die Schadensursache behoben. Gleichzeitig musste die Isolierung der Decke erneuert und im Nachgang Becken und Stadtmauer gereinigt und konserviert werden.
v.l.n.r: Robert Krause vom Ingenieubüro HESA, Klaus Müller vom Fachbereich Bau der Stadt Sondershausen, Bürgermeister Steffen Grimm (pl) und Bettina Bärninghausen, Mitarbeiterin des Schlossmuseums Sondershausen
Die Sanierung erfolgte in zwei Teilleistungen:
- u.a. Erneuerung der beschädigten Deckendämmung. Erneuerung des Putzes.
- Einbau einer regelbaren Raumumwälzung zur verbesserung der klimatischen Bedingungen. U.a. wird dabei in den Monaten September bis Mai die Luftzufuhr so geregelt, das kalte und trockene Luft einströmt und beim Erwärmen der Luft sich die Luftfeuchtigkeit verringert, so Krause.
Die Bauarbeiten wurden von den Unternehmen Malerfachbetrieb Karsten Tänzer SDH und Luftungstechnik Kellner SDH mit Unterstützung der Fa Heldele NDH.
Von den Gesamtkosten in Höhe von rund 54.400 Euro musste die Stadt Sondershausen 7.500 Euro aufbringen. Bürgermeister Grimm dankte dem Thüringer Landesamt für Denkmalschutz die rund 46.500 Euro bereitstellten.
Bei den Vorarbeiten zum Bau der Galerie am Schlossberg in Sondershausen untersuchten Archäologen auch das vorgesehene Baugrundstück. 1998/99 fanden sie die Grundmauerreste der Synagoge aus dem 19. Jahrhundert.
Die Mikwe von Sondershausen ist, neben einer in Erfurt und Görlitz, eine weitere mittelalterliche Mikwe in Ostdeutschland
Die Mikwe entstand voraussichtlich in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts. Aus Gefäßscherbenfunden vom 14. Jahrhundert auf der Kellertreppe ziehen die Archäologen die Schlussfolgerung, dass zu diesem Zeitpunkt die Mikwe aufgegeben wurde.
Das Anlegen so eines Ritualbades bedurfter zweier Voraussetzungen:
1. Quellwasser oder Grundwasser, welches ohne menschliches Zutun in der Anlage vorhanden ist.
2. Die Tiefe des Bades muss ein vollständiges Untertauchen ermöglichen.
Autor: khhDas mittelalterliche jüdische Ritualbad, das 1999 bei Grabungen des Thüringischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie auf dem damals unbebauten Areal zwischen Hauptstraße, Bebrastraße und Langestraße entdeckt und in situ erhalten wurde, ist als bedeutendes Bodendenkmal in einen eigens dafür konzipierten Kellerraum unter der Galerie am Schlossberg integriert worden.
Es gehört zu den ältesten Mikwenanlagen im gesamten mittel- und norddeutschen Raum. Die Ausstellung, die den Denkmalspreis des Landes Thüringen erhielt, wird jährlich von mehreren hundert Gästen im Rahmen von Stadtführungen sowie Veranstaltungen des Schlossmuseums Sondershausen besucht.
Nach nunmehr zwanzig Jahren zeigte der Raum um das durch Grundwasser gespeiste Becken massive Feuchteschäden. Die verrottete Deckenisolierung löste sich an mehreren Stellen, abblätternde Farbe verunreinigte das Ritualbad, zeitweise trat Schimmel auf. Im Zuge der aktuell abgeschlossenen Baumaßnahmen wurde die Lüftung des Raumes verbessert und damit die Schadensursache behoben. Gleichzeitig musste die Isolierung der Decke erneuert und im Nachgang Becken und Stadtmauer gereinigt und konserviert werden.
v.l.n.r: Robert Krause vom Ingenieubüro HESA, Klaus Müller vom Fachbereich Bau der Stadt Sondershausen, Bürgermeister Steffen Grimm (pl) und Bettina Bärninghausen, Mitarbeiterin des Schlossmuseums Sondershausen
Die Sanierung erfolgte in zwei Teilleistungen:
- u.a. Erneuerung der beschädigten Deckendämmung. Erneuerung des Putzes.
- Einbau einer regelbaren Raumumwälzung zur verbesserung der klimatischen Bedingungen. U.a. wird dabei in den Monaten September bis Mai die Luftzufuhr so geregelt, das kalte und trockene Luft einströmt und beim Erwärmen der Luft sich die Luftfeuchtigkeit verringert, so Krause.
Die Bauarbeiten wurden von den Unternehmen Malerfachbetrieb Karsten Tänzer SDH und Luftungstechnik Kellner SDH mit Unterstützung der Fa Heldele NDH.
Von den Gesamtkosten in Höhe von rund 54.400 Euro musste die Stadt Sondershausen 7.500 Euro aufbringen. Bürgermeister Grimm dankte dem Thüringer Landesamt für Denkmalschutz die rund 46.500 Euro bereitstellten.
Bei den Vorarbeiten zum Bau der Galerie am Schlossberg in Sondershausen untersuchten Archäologen auch das vorgesehene Baugrundstück. 1998/99 fanden sie die Grundmauerreste der Synagoge aus dem 19. Jahrhundert.
Die Mikwe von Sondershausen ist, neben einer in Erfurt und Görlitz, eine weitere mittelalterliche Mikwe in Ostdeutschland
Die Mikwe entstand voraussichtlich in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts. Aus Gefäßscherbenfunden vom 14. Jahrhundert auf der Kellertreppe ziehen die Archäologen die Schlussfolgerung, dass zu diesem Zeitpunkt die Mikwe aufgegeben wurde.
Das Anlegen so eines Ritualbades bedurfter zweier Voraussetzungen:
1. Quellwasser oder Grundwasser, welches ohne menschliches Zutun in der Anlage vorhanden ist.
2. Die Tiefe des Bades muss ein vollständiges Untertauchen ermöglichen.







