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Fr, 20:17 Uhr
21.02.2020
Kulturszene aktuell

Sondershausen – eine Liebeserklärung

Mit diesem Gedicht macht Tobias Schneegans eine Liebeserklärung an die Stadt Sondershausen...

Sondershausen, Du hast keinen Strand und kein Meer,
hast nicht mal ne U-Bahn, trotzdem lieb ich Dich sehr.
Bist meine Heimat schon seit 40 Jahren,
die nicht immer ganz einfach waren.
Freude und Leid habe ich hier erlebt,
Vor Glück laut geweint und vor Trauer gebebt.

Du bist mir Vergangenheit, Gegenwart und mein Morgen,
hältst sanft mich umfangen mit meiner Sehnsucht und auch den Sorgen.


Vom Frauenberg schau ich auf Dich da unten im Tal,
siehst von hier aus wie Spielzeug, einfach phänomenal.
Der Blick gleitet hinüber zum großen Schacht,
hier wird Salz gefördert bei Tag und bei Nacht.
Seit hundert Jahren wird ein Fluss aus weißem Gold,
von fleißigen Händen mit „Glück Auf“ ans Tageslicht geholt.

Ich schaue dann rüber, der Turm des Possen,
hier hat schon der Fürst sein Wildschwein geschossen.
Heute tummeln sich hier Menschen, meistens sehr viele,
beim fröhlichen Bummel und heiterem Spiele.

Es neigt sich der Kopf weiter in die Runde,
das Auge erfreut schon vom nächsten Funde.
Ein großes Schloss, so edel und schön,
ragt über die Stadt, wie man es selten gesehen.
Man munkelt dort sei eine Kutsche aus Gold,
damit sei der Fürst mal durchs Städtchen gerollt?
Man kann es nicht glauben und doch ist es wahr,
diese Stadt mit ihrer Schönheit so wunderbar.

Es gibt einen Schlosspark mit Buche und Eiche,
es gibt ein Bergbad und die Bebraer Teiche,
es gibt auf dem Straußberg die Feuerkuppe,
wo des Nachtens gewandert schon so manche Gruppe.

Du bist mir Vergangenheit, Gegenwart und mein Morgen,
hältst sanft mich umfangen mit meiner Sehnsucht und auch den Sorgen.


Die Haube auf der Sahnetorte
sind Sondershausens musikalischen Orte.
Ob im Achteckhaus, bei Grüneberg oder im Loh,
hier wird gesungen, getanzt und musiziert, hier ist man froh.
In vielerlei Sparten und Varianten,
egal ob für Junge oder Onkels und Tanten.
Das Lohorchester spielt hier schon 400 Jahre,
in Sondershausen konzertieren, das einzig Wahre.

Doch auch der Nachwuchs wird bestens betreut,
einen Besuch in der Landesmusikakademie hat noch niemand bereut.
Und auch das Carl Schroeder Konservatorium, auch Musikschule genannt,
ist über die Grenzen dieser Stadt weit raus bekannt.
Es gibt einen Jazzclub und mehr als einen Chor
die führen ihre Programme sehr gerne wohl jedermann vor.
Es singt, klingt und schwingt in dieser Stadt,
wie man es selten gesehen hat.

Du bist mir Vergangenheit, Gegenwart und mein Morgen,
hältst sanft mich umfangen mit meiner Sehnsucht und auch den Sorgen.


Auch Karneval und närrische Zeiten,
kannst Du finden in diesen Gebreiten.
Es gibt Faschingsvereine in großer Zahl.
Die Jecken feiern in so manchem Saal.
Sogar Farben kannst Du dabei auch lernen,
von Grün-Weiß über Gelb-Weiß, Blau-Weiß oder Rot-Weiß bis hin zu den Sternen.
Am Rosenmontag ziehen dann alle gemeinsam durch die Stadt,
bis der Alltag sie leicht zerknittert am Aschermittwoch wieder hat.

In dieser Stadt ist meistens was los,
Du musst nur mal rausgehen, der Spaß ist oft groß.
Das Rathaus in den Händen der fröhlichen Narrenschar,
es wird zünftig gefeiert so Jahr um Jahr.
In Sondershausen haben die Menschen Humor
Und nicht nur zum Fasching, so kommt es mir vor.

Du bist mir Vergangenheit, Gegenwart und mein Morgen,
hältst sanft mich umfangen mit meiner Sehnsucht und auch den Sorgen.


Natürlich gibt es auch Leute die klagen,
über dieses und jenes und sonstige Plagen.
Sie finden es öde in dieser Stadt,
weil sie nicht das Angebot einer Hauptstadt hat.
Man sitzt auf dem Sofa und zeigt mit dem Finger,
sehr gerne auf die anderen, diese blöden Dinger.

Man hätte und könnte und sollte mal machen,
der Konjunktiv hat hier vieles zu lachen.
Die Frage ist doch an sich gar nicht schwer,
ist Dein Glas halbvoll oder halbleer?

Sicherlich gibt es auch andere schöne Orte,
doch für die fand ich niemals so schöne Worte.
Worte wie Heimat und Geborgenheit,
die ein wenig beschreiben die Lebenszeit,
die man in Sondershausen verbringt,
mein Herz in der Brust wohl vor Freude springt.

Du bist mir Vergangenheit, Gegenwart und mein Morgen,
hältst sanft mich umfangen mit meiner Sehnsucht und auch den Sorgen.


Ich könnte noch so vieles niederschreiben,
über dieses Städtchen, doch ich lass es bleiben
und lade Dich lieber hiermit ein,
in Sondershausen mal zu Gast zu sein,
Dir selbst auch ein Bild zu machen,
von all den vielen schönen Sachen,
die ich Dir hier und heut beschrieben
und ich habe nicht mal übertrieben.
Den Rest kannst Du dann selbst erkunden,
in Sonnen- und in Regenstunden.
Ich habe nur mal kurz geläutet,
was Sondershausen mir wirklich bedeutet
und hab Dir einen Heimatgruß gesendet,
mit dem diese Zeilen sind nun beendet.

Du bist mir Vergangenheit, Gegenwart und mein Morgen,
hältst sanft mich umfangen mit meiner Sehnsucht und auch den Sorgen.

Gedicht: Tobias Schneegans

Foto: Martin Ludwig maniax-at-work
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Kommentare

21.02.2020, 22.35 Uhr
Örzi | Auch ich mag Sondershausen
Aber wie sagt man so "unschön": Reim dich oder ich fress dich.

0   |  4     Login für Vote
22.02.2020, 13.56 Uhr
tannhäuser | Ehrlich...
...ich finde es klasse und als Schleimer bin ich nicht gerade bekannt ;)

Dazu "Einzug der Götter in Walhall" als Hintergrundmusik, den Schwan mit Ring im Schnabel, der laut dem von mir sehr geschätzten Wilhelm May im unterirdischen See im Frauenberg schwimmt als Kulisse...

Die Szenerie erinnert mich sehr an den Romantiker Joseph von Eichendorff!

Schönes Wochenende allerseits!

3   |  0     Login für Vote
22.02.2020, 20.52 Uhr
5020EF | Hr. Schneegans
Ihr Gesdicht zeugt von Liebe und Verständnis für unsere Geschichte und Gegenwart.

Manchem wird dies wahrscheinlich zu Völkisch, zu Deutsch, zu N**** sein... Schade eigentlich!

Herr Horst Köhler und W. May hätten diese Bedenken mit Erinnerungen an 50 Jahrzehnte gern widerlegt...
Aber halt: H.K. schreibt monatlich im Heimatecho!

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