Kommentare
Kobold2
29.02.2020, 21:00 Uhr
Eine Branche
am Ende der Nahrungskette. Parkplätze fehlen nicht nur in Bayern, oder NRW, sondern überall und nicht nur auf Autobahnen. Auch Thüringen gibt da ein recht trauriges Bild ab. Neubauten, oder Erweiterungen, kann man in den letzten Jahren bundesweit an einer Hand abzählen. An Schwerpunktstrecken bekommt man teilweise noch nicht mal tagsüber, für die kleine Pause einen Stellplatz. Viele Parkplätze sind schlichtweg ungeeignet, oder möchte jemand gern 5m neben der Autobahn, ohne irgendwelche Lärmschutzmaßnahmen schlafen?
Stehen aber 500m von einem möglichen Parkplatz ein bis drei Wohnhäuser, gibt's gleich mal ein LKW Parkverbot!
Industriegebiete werden zu LKW Parkverbotszonen erklärt. Für Materialablagerungen und diverse Baumaßnahmen werden dann gern nochmal ein paar Parkplätze gesperrt.
Hauptsache man hat seine Ruhe, wie andere zurecht kommen, ist egal.
Der böse Zeigefinger in diesem oberflächlichen Bericht des ADAC, wird daran auch nichts ändern.
Kobold2
01.03.2020, 17:50 Uhr
Ich finde
das auch die (fehlenden) Reaktionen recht gut das allgemeine (Des)Interesse, quer durch alle Schichten widerspiegelt.
Wenn andere Mißstände aufgezeigt werden, oder auch nur herbei geschrieben werden, kommt man mit der Schlagzahl der Kommenare kaum nach.
altmeister
01.03.2020, 18:18 Uhr
Was ist noch hinzuzufügen?
Sehr geehrter Kobold2, im Artikel wird der Mangel klar dargelegt, die Probleme angesprochen, Lösungen gefordert.
Was soll dazu noch kommentiert werden?
Indirekt betrifft es jeden Leser / Kommentator, jedoch sind nicht allzu viele davon direkt betroffen und lesen dieses als reine Information und verlassen sich darauf, dass die entsprechenden eingeforderten Lösungen durch die Regierung umgesetzt werden.
Also, was haben Sie erwartet?
Andreas Dittmar
01.03.2020, 19:19 Uhr
Wozu noch mehr Stellplätze ?
Wenn man den Güterverkehr auf die Schiene verlagert, könnte die geschilderte Situation entspannt werden. Wir bauen SFS mit jeweils einem Gleis pro Fahrtrichtung. Das kostet teuer Geld. Da rasen die ICE's in 4h von Berlin nach München. Dafür kassiert man möglicherweise noch EU-Förderung. Die technischen Parameter dieses Irrsinns kann man im Netz recherchieren. Also mit wieviel Leistung ist ein ICE bespannt bzw. ein Güterzug. Aktuell hab ich schon von Projekten gehört, welche Oberleitungen für LKW's auf Autobahnen vorsehen. Spätestens mit der Fertigstellung des Brennerbasistunnels wird auch Deutschland umdenken müssen.
Paulinchen
01.03.2020, 19:30 Uhr
Der Tesla Chef...
... wird die Parkplatzprobleme an unseren Autobahnen schon lösen.
Versucht er doch schon über das Bundesministerium für Verkehr, das Sonntagsfahrverbot zu kippen. Dies rief auch schon die übrigen Spediteure auf den Plan. Im Sinne der Gleichstellung im Wettbewerb, verlangen sie, wenn es für Tesla nicht mehr gilt, dann muss es für alle fallen. Das macht doch Hoffnung, auf angenehme Urlaubsfahrten, mal so gemütlich mit den Brummis, Stoßstange an Stoßstange über die Autobahn zu bummeln. Durch die entstehenden Staus, bietet sich die Autobahn von selbst, als Parkplatz an.
Kobold2
01.03.2020, 19:48 Uhr
@ altmeister
Klar dargelegt wird dort nichts, wie ich in meinem Kommentar schon durchblicken lies.
Als das man das Thema etwas offensiver angegangen ist, war Herr Stolpe noch Verkehrsminister. Das ist mittlerweile 15 Jahre her. Seither nimmt man eher Geld in die Hand und errichtet lieber Schranken und Betonbarrieren, damit die letzen Notlösungen auch noch verschwinden, anstatt in Neu-, oder Ausbau zu investieren. Die Prioritäten etwas wirklich zu verbessern sehe ich noch lange nicht.
Als indirekt Betroffener können sie ja weiter hoffen, nur verbessert es die Situation in keinster Weise.
Das von mir angesprochene, können sie sich z.B. am Kesselberg ( A38) ansehen. Dazu war der Parkplatz auch noch monatelang gesperrt! Ein geplanter Autohof stieß vorwiegend auf Ablehnung und abseits der Autobahn, ist das GWG Schachttstr. oberhalb des Mazda Autohauses ein gutes Beispiel!
Das ist der seit Jahren vorherrschende Trend und die Grundeinstellung der Bevölkerung, incl. der Politik.
Andernorts sieht es nicht besser aus. Z.B. hat man an der A4 zwischen Hermsdorf und Gera ein kleines "Parkplätzchen" gebaut, das so wenig Stellplätze hat, das es nicht mal der Tropfen auf den berühmten heißen Stein ist. Anfangs hat man da noch mit großen Schildern die Anzahl der neu entstehenden Parkplätze (ich meine es sind nicht mal 20?) beworben, es hat nicht lange gedauert und die Zahl verschwand, weil das Gespött darüber wohl doch zu peinlich war. Die doppelte Anzahl (ca.50) der Stellplätze wäre halbwegs bedarfsgerecht.
in der Größe finden sie aber nur wenige Parkplätze in Thüringen. Wenn man mal ein wenig im Netz stöbert, finde man recht schnell, daß man von 2008-2018 grade mal etwas über 500 neue Parkplätze gebaut hat. Die Anzahl der Weggefallenen ( viele durch Ablehnung in der Bevölkerung) steht nirgends, aber diesem traurigen Triumpf entgegen!
Kobold2
01.03.2020, 21:07 Uhr
na dann Herr Dittmar,
sind sie Hoffentlich bereit, auf ihre Online Bestellung eine Woche zu warten, gleiches dann auch für Autoersatzteile, oder wenn in einer Firma mal ein Maschine kaputt geht, gibt's dann schnell mal sonder Urlaub Kurzfristige Lieferungen, wegen Auftagsänderungen werden dann auch "interessant". Wenn Paulinchen ihre Küche renovieren will, sollte sie sich darauf einstellen die Fließen schon mal 3 Monate vorher zu bestellen, denn dann könnte die Lok mal aus Spanien eingtrudelt sein. Frische Apfelsinen u.ä. existiert dann auch eher auf dem Papier.....
Zusammengefasst, die Laufzeiten die heute gefordert und erwartet werden, sind mit der Bahn nicht zu machen und das nötige Fracht aufkommen schon gar nicht. Das bewegt sich im niedrigen zweistelligen Prozentbereich.
Damit kann man den nötigen Bedarf an Parkplätzen nicht weg diskutieren. Viele Zulieferer und Mittelständler werden das Nachsehen haben, weil die logistische Anbindung im ländlichen Raum unrentabel wird.
Kobold2
01.03.2020, 22:05 Uhr
Paulinchen
das sie zum Thema Straßenverkehr nicht immer ein glückliches Händchen haben, stellen sie ja des öfteren unter Beweis.
Der möglichen Aufhebung des Sonntagsfahrverbots stehendie gesetzlichem Lenk und Ruhezeiten im Güterverkehr entgegen.
Einfach mal nachlesen....
Das die Urlaubsreisenden für ihre gern diskutieren Staus keine LKW's brauchen, sieht man jedes Jahr aufs neue, obwohl in der Ferienzeit auch Samstags ein Fahrverbot herrscht!
Dazu der O- Ton einer Familie, die wir letztes Jahr im Urlaub trafen. Leicht genervt am ersten Urlaubstag.....
"Wir sind extra Sonntags gefahren, wegen der LKW's, aber das war ja noch viel schlimmer als sonst"
Ich habe gelächelt und gesagt, das ich lieber montags fahre..... da lebe ich ruhiger.
Paulinchen
02.03.2020, 08:03 Uhr
Kobold 2...
... Sie haben schon ein bemerkenswertes Verständnis zu den gesetzlichen Regelungen im Straßenverkehr. Die Einhaltung der Lenk und Ruhezeiten gilt nicht nur an Sonn und Feiertagen, nein auch in der Woche. Das Sonn und Feiertagsfahrverbot, basiert auf der Tatsache, dass an diesen Tagen, ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, wegen des Reiseverkehrs, vermieden werden soll. Die Regelung besteht schon seit den 60er Jahren und gilt nicht nur in Deutschland.
Wenn Sie schon Kritik üben, dann bitte im Rahmen von gesetzlichen Regeln. In diesem Fall, hatten Sie kein glückliches Händchen.
Herr Taft
02.03.2020, 08:27 Uhr
@kobold2... Stimmt!
Ich bin regelmäßig auf der A96 und A7 in beiden Richtungen unterwegs... Am Wochenende vollgepackte Minivans und Wohnwagengespanne mit Zugfahrzeugrn im roten Bereich - mit Leuten an Steuer, die normalerweise maximal zu Aldi fahren. Es ist erschreckend, was sich da manchmal abspielt. Das Highlight war ein SUV auf der linken Spur in der Baustelle am Rasthof Lonetal... Oh wie schön flog der Außenspiegel beim Versuch sich an einem LKW vorbei zu drängeln - wie bekloppt muss man sein?
Unter der Woche ist es einfach entspannter, trotz viel Verkehr und vieler LKW. Man spürt, dass da viele Menschen unterwegs sind, die das öfter machen... Für die die Autobahn keine Ausnahmesituation ist.
Die meisten LKW-Fahrer sind im übrigen ebenfalls tiefenentspannt am Steuer, bedanken sich, wenn man sie reinlässt und machen bereitwillig bei Reißverschlüssen Platz.
Insbesondere in den Abend stunden wird es eng auf den parkplätzen. Ein bekannter von mir (Spediteur und gelegentlich selbst LKW-Fahrer) erzählte, dass seine Leute abseits der Autobahnen ihre Ruheplätze suchen, die sie gezielt ansteuern.
Kobold2
02.03.2020, 10:52 Uhr
Sehen sie Paulinchen
Sie sind wieder nur teilweise informiert, sonst könnte womöglich ihr Weltbild einbrechen.
Zu den Lenk und Ruhezeiten gehören auch die Höhe der wöchentlichen Arbeitszeiten, die der Doppelwoche, die Wochenendruhezeiten u.e.m.
U.a. auch die Warenannahmezeiten der meisten Firmen
Wenn sie das verinnerlicht haben, werden sie merken das ihre Dramatisierung auf recht dünnem Eis steht. Das Wochenendfahrverbot besteht übrigens nicht in allen Ländern Europas.
In der Branche kursiert über den Sinn des Wochenend- und vor allem Ferienfahrverbot eine etwas sarkastische Meinung.
Der Hauptgrund für das Fahrverbot ist, das die Urlaubsreisenden im Stau ungehinderten Blick auf die umliegende Landschaft haben.
Beim allgemeinen Trend zum SUV und dem gern genommenen Agument, der besseren Übersicht, durch die höhere Sitzposition, gar nicht so abwegig ;)
@ Spätzle
Sehr gut erkannt, aber leider möchte das die breite Masse nicht hören. Statt das Niveau zu verbessern, sucht man lieber Sündenböcke für die eigenen Defizite. In der Politik findet man da gute Mitstreiter.
Ihr Bekannter hat Recht. Es hilft z.g.T. nur noch mit Insiderwissen abseits der BAB etwas zu suchen. Aber auch das wird immer schwieriger.
Kobold2
02.03.2020, 11:11 Uhr
Achso, Spätzle
von den "Bekloppten" habe ich jede, Woche reichlich und so mancher Spiegel ist auch schon an meinem Auto verendet.
Derweil steht an jedem Bausstelleneingang das passende Schild, über die zulässige Fahrzeugbreite. Die gilt übrigens mit Außenspiegel! Aber wenn man nicht lesen will, oder kann, muss man sich über den Schaden nicht beschweren, oder halt einfach ein passenderes Auto kaufen, wenn man dringend die linke Spur auch in Baustellen belegen möchte.
Paulinchen
02.03.2020, 11:34 Uhr
Ach Kobold 2...
... wenn Sie doch nur mal die Sinnhaftigkeit meines, von Ihnen kritisierten Beitrags erkennen würden. Die Überschrift (!) sollte doch bei Ihnen eigentlich schon erkennbar machen, worauf ich mich im Kern bezogen habe, bzw wollte. Fällt es Ihnen tatsächlich so schwer, das rauszulesen?
Als ich vor einigen Wochen geschrieben habe, dass aus dem nutzlosen Industriegebiet Goldene Aue, ein riesiger Rasthof mit Service Punkt und a. Dingen gebaut werden kann, gab es sogar Däumchen runter.
So viel von mir zum Thema LKW Transport. Auch schrieb ich schon vom Unvermögen der Regierung in Sachen Ausbau des Schienennetzes. Deutschland ist kein Vertragspartner, dem man Verlässlichkeit bescheinigen kann. Siehe Dublin, Schengen, Rheintal und Helsinki- Mailand Route. Mit der Regierung Deutschlands sprich und lach, aber niemals Geschäfte mach!
Herr Taft
02.03.2020, 14:08 Uhr
@Kobold2... Ganz genau
... Und heute ist beinahe jedes mittelklasseauto mit spiegeln breiter als 2 Meter, weswegen die Spuren oft auf 2,20 verbreitert wurden. Zumal es ja auch nix bringt. Geschwindigkeit ist in Baustellen auf 80 oder 60 begrenzt im Regelfall... Natürlich fahren die meisten schneller, wenn es denn geht, aber es bringt Null! Wenn man nicht gerade nachts unterwegs ist braucht man auf deutschen Autobahnen für 100km etwa etwa eine Stunde.. Hab Hannover-Bodensee (650km, 95% autobahn) normalerweise zwischen 6 und 7,5 Stunden... Habs schonmal unter 5 geschafft, aber auch schon 9 gebraucht.
Und bitte NIEMALS Paulinchens Sachverstand kritisieren - egal bei welchem Thema, das nimmt sie persönlich *lach*.
Paulinchen
02.03.2020, 16:38 Uhr
@Spaetzle...
... darf ich anmerken, dass Ihr Kommentar, in dem Sie Menschen darin unterscheiden, ob jemand bei Aldi, oder im KdW einkaufen geht, schon von einem bemerkenswerten Potential an Arroganz zeugt?
Auf so einen Vergleich, muss man erst einmal kommen. Zum Lachen, ist es aus meiner Sicht nicht.
Kobold2
02.03.2020, 17:34 Uhr
Nun Paulinchen
auch hier haben sie den Kommentar von Spätzle nicht verstanden. Hier hätte jedes andere Einkaufsziel stehen können, denn das primäre Problem ist ein anderes.
Aber schön, das sie am Daumenkindergarten zu einem ihrer Kommentare, selbst erfahren haben, wie es um die Akzeptanz für die nötigen LKW Stellplätze bestellt ist.
So ein halbtotes Gewerbegebiet, wie die "Goldene Aue" wurde sich sicher gut eigenen, nur hat man dann den nötigen Bedarf allein für die A38 sichtbar auf einer Stelle konzentriert.
Dieser dann täglich sichtbare Beweis für die jahrzehntelangen Versäumnisse , die mangelnde Akzeptanz und die Ablehnung für halbwegs akzeptable Bedingungen der Kraftfahrer zu sorgen, ist dann wohl doch zu viel und zu peinlich. Nach meinen bescheidenen Erfahrungen, würden dort täglich um die 50 Lastzüge stehen.
Herr Taft
02.03.2020, 21:59 Uhr
Ähmmm... Paulinchen
Entschuldigung... Aber ich find Sie lustig.... Vielleicht treffen wir uns ja demnächst mal beim Aldi... Hier (Aldi Süd) gab es vor kurzem einen Spitzenbrandy zum spott-preis: "Carlos I" für 18 Euro... Ja, ich kaufe auch bei den Albrechts gelegentlich... Von LKWs just in time geliefert... Von Fahrern, die Ruhezeiten einhalten müssen...
Ich kann nicht verstehen, was daran arrogant sein soll... Sie sind echt ein Knaller...
Andreas Dittmar
02.03.2020, 22:24 Uhr
Wie wollen wir es machen Kobold2?
man kann die Autobahnen rechts und links jeweils 30 m breiter machen und bringt dort ein Fischgrätenmuster auf. Dann hab ich sogar noch Platz für Bänke, Dixi-Klos und diverse Gäste. Wären Brummifahrer wie Kobold2 mit so einer Lösung glücklich ?
Man kann aber auch die großen Schienenwege auf 4 Gleise erweitern. Das kostet Geld und geht nicht bis morgen aber die Zeit drängt.
Es kann nicht sein, dass zig LKW gemeinsam im losen Pulk Richtung Süden fahren und erst in Wörgl auf die RoLa wechseln um den Brenner zu passieren. Tirol wehrt sich mit Blockabfertigung, weil Scheuer und seine Vorgänger den Anschluss verpasst haben. Wenn Kobold2 am Irschenberg den Warnblinker setzen muss weil der Vordermann gerade steht, weis er das es noch 50 km bis Kufstein sind.
Pe_rle
02.03.2020, 22:38 Uhr
Paulinchen
so ist das manchmal wenn man die Seiten gewechselt hat wie Spätzlevernichter von Ost nach West gewechselt ,und dann von oben herab die Leute denunzieren ist mir schon oft aufgefallen diese Oberlehrerhaftigkeit liebe nnz ,das mußte jetzt mal raus
Herr Taft
03.03.2020, 08:35 Uhr
Schiene vs. Straße
Wie alles regelt sich auch der Transportweg über den Preis. Ich bin nicht ganz sicher, aber ich meine gelesen zu haben, dass der Transport auf der Schiene für Stückgut einfach zu teuer ist.
Ich bin überzeugt, dass ein Großteil des Warenverkehrs nicht die Dringlichkeit hat, die den zeitlich wesentlich flexiblere Transport auf der Straße rechtfertigen würde. Sicher könnte oft auf die Schiene ausgewichen werden.
Die weggefallene Lagerhaltung bei den Produzenten sorgt doch erst für den Druck, der am Ende bei den Speditionen landet:
Autohersteller A braucht Getriebe von Firma B und bestellt wöchentlich eine Lieferung seines wochenbedarfs um die Lagerhaltung niedrig zu halten. (Lager bindet Kapital und kostet Geld). Wenn sich eine Lieferung verspätet oder gar ausbleibt entsteht dem Autohersteller ein Problem... Er muss seine Produktion reduzieren und in schlimmsten Fall stilllegen - kann selbst an seine Kunden nicht liefern. Dieses Risiko gibt der Autohersteller an seine Lieferanten und auch die Spediteure weiter.... In Form von Vertragsstrafe, Regress oder ähnlichem.
Der Lieferant beauftragt den Spediteur, weil er schneller und flexibler ist als die Bahn....und möglicherweise auch billiger (was ich nicht genau weiß)
Wenn es für den Autohersteller günstiger wäre, seinen Getriebebedarf für ein ganzes Jahr einzukaufen und zu lagern, wäre der Zeitrahmen für die Planung, Abwicklung und den Transport bedeutend größer...
Im Grunde müsste die ganze Produktion entschleunigt werden, was aber zu Lasten der Flexibilität und der Produktivität ginge.... Und somit nicht passiert, weil es wirtschaftlicher Nonsens ist.
Wenn DHL z. B nicht 34 Paketzentren in Deutschland hätte, zwischen denen jede Nacht LKWs pendeln... Sondern nur 4 zwischen denen alle drei Tage ein Zug fährt, dann würde es deutlich länger dauern, bis mein "Carlos I" bei Paulinchen wäre.... Die Produktivität sinkt.
Die Bahn kann den Bedarf an schnellen Lieferungen einfach nicht abdecken... umso wichtiger wäre es, die Bahn bei weniger zeitkritischen, großvolumigen Transportaufträgen attraktiv zu machen.
Ich denke nicht, dass es bei der Bahn ein Kapazitätsproblem im Güterverkehr gibt (schienen erweitern) - mal abgesehen vom Rheintal... Herr Dittmar, wissen Sie da mehr? Finde das sehr interessant.
Andreas Dittmar
03.03.2020, 11:00 Uhr
Ich kann da nur für die Brennerroute sprechen.
Die momentane Situation ist eine von München kommende zweigleisige Strecke, die sich in Rosenheim aufteilt. Von dort aus geht es einmal nach Salzburg und einmal nach Kufstein. Die Strecke Salzburg-Kufstein über die Rosenheimer Schleife wird zusätzlich als Korridorstrecke für zeitkritischen Verkehr der ÖBB genutzt, also die Railjets und ICE Wien-Bregenz. Weiterhin ist die Strecke Rostenheim-Kufstein Teil des Brenner-Nordzulauf. Aktuell fahren die LKW in Wörgl auf die RoLa und dann per Bahn über den Brenner, später auch per Bahn durch den Brennerbasistunnel.
Momentan laufen die Anwohner im bayrischen Inntal Sturm gegen zwei weitere Gleise, weil sie den Verlust landwirtschaftlicher Flächen befürchten. In Österreich wird ab Wörgl Richtung Innsbruck viergleisig gefahren. Die schnellen Verbindungen sind durch Tunnel geführt. Diese Lösung könnte man auch in Bayern realisieren. Hier streitet man aber noch über die Notwendigkeit zusätzlicher Gleise.
Mit neuen zum großen Teil zweigleisigen SFS, wo man bis zu 400 km/h fährt, wird man das Problem nicht lösen.
Den Grenzübergang Kiefersfelden passierten 2015!! täglich 7700 LKW Richtung Tirol. Hintereinander sind das 115 km. Bei Blockabfertigung dürfen pro Stunde maximal 250 LKW über die Grenze nach Tirol.
h3631
03.03.2020, 12:33 Uhr
Oberlehrerhaftigkeit
Ich kann nur Pe_rles Kommentar an Paulinchen zu 100% zustimmen. Die Oberlehrerhaftigkeit vom Spätzlevernichter ist nicht mehr zu ertragen.
Gibt es im Nudelland nicht eine ähnliche Zeitung wie die NNZ wo er seinen Oberlehrerhaftigkeit ausleben kann.
Die Daumen seiner Klugscheißer Kommentare zeigen größtenteils nach unten.
Das musste einmal raus.
Paulinchen
03.03.2020, 12:37 Uhr
Darüber gab es im letzten Jahr...
... einen ausführlichen Bericht im Fernsehen.
Die Geschichte geht zurück, bis in die Jahre 1984 und 1986. Damals beschlossen die skandinavischen, DEUTSCHLAND, Österreich und Italien, den Bau der Helsinki - Mailand Route. Wenn ich mich recht erinnere, wurde das Vertragswerk in 1986 von allen Partnern unterzeichnet. Bis auf Deutschland, haben alle Vertragspartner ihre notwendigen Voraussetzungen zum Baubeginn geplant und vorbereitet. In Bayern wurde das Thema mit den Eigentümern der erforderlichen Grundstücke, über Jahre nicht besprochen. Erst als die ersten Baumaßnahmen auf dem Gebiet der Italiener und Österreicher begannen, erfuhren die betreffenden Bürger von den inzwischen schon konkreten Planvorhaben. Von da an, setzten die ersten Widerspruchsverfahren ein. Der TV Bericht deckte auf, das das Ministerium für Verkehr, bis zu diesem Zeitpunkt, untätig war. Das Gleiche traf auch auf das Ministerium für Wirtschaft zu. Die Bürger der österreichischen Orte, durch die sich die Karawane der Brummis und privaten Touristen zwängen, gingen auf die Barrikaden. Es folgten die Sperrungen der Orte zu bestimmten Zeiten und Tagen. Es kam zur Blockabfertigung von den Brummis. Herr Söder, MP v. Bayern und sein Parteifreund Scheuer, reichten Klage gegen die Regelung der Österreicher in Brüssel ein. Lange war danach Ruhe. Im Januar 2020, kommt aus Brüssel die Mitteilung an Österreich, dass der Brenner auf dem Territorium der EU liegt und somit auch das Eigentum der EU ist. Und die EU entscheidet, welche Regelungen für den Brenner gelten. Beim Kanzler S. Kurz, stieß die Nachricht auf völliges Unverständnis. Er verweist auf die Souveränität der Republik Österreich. Die Bürger des Landes, forderten den sofortigen Austritt aus der EU. Offenbar, hat sich aber im Augenblick der Coronavirus in den Vordergrund gestellt, so dass über das Thema Brenner im Moment nicht mehr so stark diskutiert wird. Aber, der liebe Gott, spielt vielleicht den italienischen und österreichischen Behörden in die Karten. In der Nähe von Bozen, drückt der Berg, nachweislich gegen einen Straßenabschnitt der Autobahn. Wie und wann man dort etwas unternehmen kann, steht noch in den Sternen. Man hat die Hoffnung, dass die Autobahn noch so lange durchhält, bis der Brennertunnel in Betrieb genommen wurde. Danach kann es und wird es voraussichtlich zur Sperrung der Strecke kommen. Eine Alternative zur Autobahn gibt es nicht, außer den künftigen Tunnel.
Deutschland hat für die Helsinki - Mailand Route bisher keinen Zentimeter Schiene verlegt. Viel anders sieht es an der Rheintallinie auch nicht aus. Diese soll wohl auch von Rotterdam nach Mailand oder bei Genua führen. Da bin ich mir nicht ganz sicher. Langsam wird es auffällig, dass sich Deutschland, wenn es um Arbeit geht, welche Geld und Arbeitskräfte benötigen, elegant zurück hält. Wie war es mit der Grenze, welche Ungarn gegen die Migranten errichtet hat? Die Regierung von Deutschland hat den Bau als menschenunwürdig bezeichnet. 1,5 Jahre später sagte unsere Kanzlerin dann : "... Wir haben die Grenze zur Balkanroute geschlossen...". Was sagte sie, als sie mit dem 1.Zug durch den Gotthard Basis Tunnel fuhr?" Mein Dank gilt den Ingenieuren und der Regierung der Schweiz, die es möglich gemacht haben, dass dieser Tunnel nicht nur auf den Tag genau, sondern auch auf den Franken genau fertig gestellt wurde. Jetzt ist es an uns, dass wir den Anschluss zu der Aorta, welches dieses Bauwerk ist, in Angriff nehmen. " Ich gehe davon aus, dass wir uns dort, noch immer im Angriffsmodus befinden. Der Flughafen Berlin und der Bahnhof in Stuttgart, sprechen für Deutschland.....
Kama99
03.03.2020, 12:54 Uhr
Bauprojekte...
...im großen Ausmaß sind nichts für Deutschland. Das einzige was man daran sehr gut beherrscht, sind die Baukosten in's unermessliche zu treiben. Dazu kommt noch die unbegreifliche, ausufernde Bürokratie.
Herr Taft
03.03.2020, 14:02 Uhr
Aha...
OK, dann bin ich eben Oberlehrer... *lach*... (Eiche? jucken? Wildschwein? Da gab es mal eine Analogie... Wie war das gleich...)
Habe gerade zum Thema Brenner noch etwas interessantes entdeckt - in einer österreichischen online-zeitung "eu-infothek" (nie zuvor gehört, keine Ahnung, wie seriös das Blatt ist) :
Danach laufen 55% des Alpentransits über den Brenner. Grund sei, dass die Strecke verglichen mit den Routen über 1. die Schweiz und 2. Frankreich deutlich günstiger sei. Grund dafür sei die niedrige LKW-Maut auf den Zulaufstrecken in Deutschland und Italien.
Und an dieser Stelle kommt dann die EU ins Spiel... Stichwort einheitliche EU-Maut.
Apropos: Natürlich gehört der EU der Brenner nicht, wie hier an anderer Stelle gesagt wurde, der EU gehört gar nix... Sie ist eine Verwaltungsgemeinschaft - bin ich jetzt wieder Oberlehrer?
Ach an anderer Stelle (verkehrsrundschau) hab ich noch gelesen, dass es die italienischen Bahnkapazitäten übersteigen würde, wenn mehr LKW auf die Bahn verladen werden würden. Wenn dem so ist, ist es also kein rein deutsch verursachtes Problem. (schon wieder kluggeschwätzt... Oder nur über den tellerrand geguckt?)
Kobold2
03.03.2020, 19:55 Uhr
Gute Frage Herr Dittmar
Ich finde es nicht grad zielführend Extremfälle auf die allgemeine Situation hochzurechnen.
Damit wir uns nicht falsch verstehen, ich bin grundsätzlich nicht gegen eine verstärkte Schienenlösumg, aber hier wird, wie so oft für die Branche nur die halbe Warheit erzählt
Wie sie richtig schreiben, sind wir derzeit bei ~ 8000 LKW's täglich für die Brenneroute. Dem stehen bei über 80% Auslastung der Rola ~10% ,genauer etwas über 700 Lastzüge gegenüber die damit befördert werden.
Das möchte man inden nächsten Jahren verdreifachen. Das Tranportaufkommen wird bis dahin auch weiter wachsen. Meinen Sie immer noch, das man eine spürbare Entlastung erreicht? Mit ein paar Gleisen wirds nicht getan sein. An den Verladepunkten braucht es ausreichend Kapazität und, entsprechemd Parkplätze, den ohne halbwegs reibungslosen Ablauf wird das ganze wenig erfolgreich. Auch hier kommt es zu einer Mehrbelastung der dortigen Anwohner und sicher entsprechenden Gegenwind. Das sind halt die Nebeneffekte, die gern verschwiegen werden und die falsche Hoffnungen aufkommen lassen.
Aber lassen sie uns doch einfach in Thüringen bleiben. Wir haben z.B. gut verteilt, nicht wenige Autozulieferer, im Eichsfeld, GTH,NDH, Jena Kölleda, Erfurter Kreuz , Schlotheim, usw. Wir wollen sie das alles bündeln und mit der Bahn z.B. nach Leipzig Dingolfing, München, Sindelfingen, Stuttgart, Düsseldorf, Bremen, Emden, Hannover, Wolfsburg, Berlin etc. verteilen. I.d.R. werden die LKW's beladen, teilweise noch am gleichen Tag, oder einen Tag später angeliefert.! Mit der Bahn weder in der Zeit, noch mit den Kosten zu machen.
höhere Kosten werden sicher auf den Verbaucher durchgereicht.
Gut, dann kann man wieder die Klima und Grünen- Sündenbockkeule rausholen und schimpfen, das wegen "Denen" alles teurer wird.
Aber all das ist kein Grund, die Versäumnise und die Ablehnung für angemessene Arbeitsbedingungen der Kraftfahrer in Abrede zu stellen. Hier geht es nicht um Wellnessurlaub o,ä. ,sondern einfach um Verkehrssicherheit!
Aber man kann natürlich auch die Tranportwege so kurz wie möglich machen, und die Zulieferer näher an den Hauptstandort bringen. Nur platzt in den meisten Regionen eh schon alles aus den Nähten und hier können wie dann das Licht ausmachen.
Fazit für mich, Schiene in jedem Fall, wo es Sinn macht, aber die Entlastung die man hier den den Leuten verspricht, wird so nicht eintreten.
Es sei denn, wir , d.h. alle weltweit, schrauben unsere Anspüche um 50 Jahre zurück.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.