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Mo, 14:56 Uhr
02.03.2020

Wahl eines Thüringer Ministerpräsidenten

Zum erneuten Anlauf der Wahl eines Thüringer Ministerpräsidenten äußert sich auch die SPD-Landtagsabgeordnete Dorothea Marx:...


Nach dem Eklat um die Wahl des nach wenigen Tagen wieder zurückgetretenen Thomas Kemmerich hat die SPD noch am Abend des 5.2. - dem Tag der Ministerpräsidentenwahl - als erste und anfangs noch als einzige Partei schnellstmögliche Neuwahlen gefordert. Das ist und wäre uns bis heute das liebste.
Wir meinen, dass die Bürgerinnen und Bürger erneut das Sagen haben sollten, nachdem das am 27.10.2020 gewählte Parlament nach inzwischen fünf Monaten keine stabile Koalition zustande bringen konnte. Für die Auflösung des Parlaments werden jedoch 60 Ja-Stimmen gebraucht. Das bedeutet, dass ein solcher Beschluss von der bisherigen Linke/SPD/Grünen-Koalition nicht allein gefasst werden kann. Die CDU will diesen Weg aber nicht mitgehen.

Das Angebot von Bodo Ramelow, die frühere CDU-Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht als Übergangs-Ministerpräsidentin für 70 Tage zu wählen und dann neu zu wählen, hat die CDU abgelehnt. Sie hat der bisherigen Koalition eine Zusammenarbeit in wichtigen Fragen angeboten und wollte dann erst in zwei Jahren mit offenem Ausgang darüber nachdenken, ob das funktioniert oder vorzeitig neu gewählt werden soll. In Gesprächen zwischen der CDU und der alten Koalition wurde nun eine projektorientierte Zusammenarbeit bis zum Ende dieses Jahres vereinbart. Im April 2021 sollen dann die Bürgerinnen und Bürger bei Neuwahlen entscheiden, wie es in Thüringen weitergehen soll.
Damit stellt sich nun die Frage, wer in diesem einen Jahr eine Regierung anstelle des zurückgetretenen Thomas Kemmerich anführen soll. Nachdem Christine Lieberknecht erklärt hat, dass sie für 70 Tage noch einmal in ihr altes Amt zurückgekehrt wäre, aber nicht für einen längeren Zeitraum zur Verfügung steht, wird sich Bodo Ramelow, den sich die Mehrheit der Thüringerinnen und Thüringer in diesem Amt wünschen, am 4.3. erneut im Parlament zur Wahl stellen.

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Wir hoffen, dass einzelne Abgeordnete aus der CDU, vielleicht auch aus der FDP, Bodo Ramelow aus staatspolitischer Verantwortung mit uns gemeinsam ihre Stimme geben, damit die Regierungskrise in Thüringen beendet und unser Land nicht länger deutschlandweit zum Gespött wird. Das wünschen sich viele Bürgerinnen und Bürger, die in den vergangenen Wochen unsere Einladung zu Gesprächen darüber, wie es weitergehen soll, gefolgt sind, zuletzt am letzten Donnerstag in Sondershausen.

Dennoch kann keiner vorhersagen und schon gar nicht garantieren, wie diese geheime Wahl ausgeht. Diese Wahl soll - wie schon dargelegt - nur für ein Jahr erfolgen, bevor es im April 2021 Neuwahlen geben soll.

Was passiert, wenn am Mittwoch die Wahl von Bodo Ramelow schiefgeht? Dann werden wir den von uns Sozialdemokraten von Anfang an geforderten Antrag auf umgehende Neuwahlen innerhalb von 70 Tagen, also noch im Mai dieses Jahres, gemeinsam mit Linken und Grünen im Parlament zur Abstimmung stellen. Dann wird sich herausstellen, ob es nicht doch genügend Druck der Bürgerinnen und Bürger für diesen richtigen Weg gibt. Die Abstimmung über Neuwahlen darf nicht geheim, sondern muss offen erfolgen. Dabei wird sich also niemand hinter der Anonymität einer geheimen Abstimmung verstecken können.


Autor: khh

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Kommentare
geloescht.20250302
02.03.2020, 15:16 Uhr
Staatspolitische Verantwortung...
...und deshalb das Gewissen und den Wählerauftrag beim Pförtner abgeben? Ok, kann man so sehen, wenn man der Nationalen Front und dem Blockparteien-Volkskammersystem der DDR nachtrauert.

Was MdL Marx als importierte westdeutsche Rechtsanwältin aus eigener persönlicher Erfahrung gar nicht beurteilen kann. Aber noch schlimmer für die linke Barrikadenschaft: Höcke kandidiert als Ministerpräsident.

Wenn da nicht mal ein konterrevolutionär-faschistischer Putsch im Freistaat droht und die Bundeswehr extra für Thüringen ein Einsatzmandat im Inland bekommen sollte.

Wobei ich hier niemanden kenne, der Angst vor Panzeratrappen aus Pappe und Übungsgewehren aus Holz verspürt.
Bussard
02.03.2020, 17:16 Uhr
Der 04.03.2020-Ein Schicksalstag in Thüringen
Am 04.03.2020 entscheidet sich der weitere Weg für Thüringen im Hinblick auf eine Landesregierung.
Alle Parteien hoffen und bangen um das Ergebnisse.
Alle Parteien wollen am liebsten Neuwahlen, aber ihre jetzigen Stühle im Landtag sollen weiterhin garantiert werden.
Stehen alle Parteien zu ihren gemachten Ansagen, dürfte eine Neuwahl kein Problem sein.
Der Wähler entscheidet und muss nicht bis 20121 warten.
Ob es dann zu Neuwahlen kommt, ist höchst fragwürdig, wenn die alten Amtsinhaber wieder ihre bequemen Sessel bezogen haben.
Über alle Parteigrenzen hinweg, entscheiden Sie sich für Neuwahlen, lassen Sie den Souverän sprechen.
Alles andere ist Betrug am Wähler und hilft nicht weiter.
Bussard
02.03.2020, 17:26 Uhr
Berichtigung
Es muss natürlich richtig 2021 heißen.
DonaldT
02.03.2020, 17:39 Uhr
Hoffentlich niest wer, wenn am Mittwoch
die Linken allein im Landtag sind (wegen Coronaverdacht). Dann kann ihr Kandidat ja im ersten Gang gewählt werden, dann muss keiner inzwischen aufs Klo geschickt werden und die SPD bildet sich vor den Türen dann weiter (Marx-ismus).
Ob sich die Grünen mal wieder auf die Umwelt besinnen?
Ob die SPD sich mal wieder auf die Arbeiterklasse besinnt?
Ob sich die CDU mal wieder auf konservative Werte und das Leben besinnt?
Dies scheint vergebliche Hoffnung.
Neuwahlen und 99% für die AfD!
PIMI
02.03.2020, 18:59 Uhr
das Leben ist voller Überraschungen...
Und nun wird Herr Höcke vorgeschlagen. Meine persönliche Wahl ist der Herr nicht. Und ich hatte vermutet, dass die AFD komplett den roten Bodo wählt und der die Wahl dann ablehnen müsse.
Auch wenn ich die Person Höcke für unpassend als Vorsitz halte, muß ich der AFD Respekt zollen, dass hier lieber eine Niederlage als die Wahl für einen Kommunisten in Betracht gezogen wurde. Die FDP hat bereits klar angesagt, diesen Kommunisten nicht zu wählen, jetzt kommt es nur noch auf genügend Verräter Ihres eigenen Gewissens bei der CDU an.
Armes Thüringen, wenn auch nur ein weiterer Westimport zur Wahl steht und keine eigenen Leute für dieses Amt...
Luke Skywodka
02.03.2020, 19:21 Uhr
Mein Gott Frau Marx
Falls Sie vergesslich sind schauen Sie in Ihre Geldbörse welches Parteibuch Sie besitzen! Noch, auch wenn es nach dem Artikel schwer zu glauben ist, das der SPD. Zumindest vermute ich das. In einem vorherigen Kommentar habe ich die SPD als Kofferträger der Sozialisten um den roten Bodo bezeichnet. Danke an sie das sie die These durch diesen Liebesbrief an Ramelow so umgehend bestätigt haben. Ich hoffen einige ihrer Wähler werden das an der Wahlurne honorieren und nicht über den Umweg SPD die SED wählen sondern direkt und ihnen 4,5 Prozent bescheren.
Franziskus
03.03.2020, 08:22 Uhr
Am Mittwoch wird
die Vergangenheit in Thüringen gewählt, egal ...
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