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So, 07:46 Uhr
08.03.2020
Zum Internationalen Frauentag am 8. März

Stärkere Anerkennung von Sorgearbeit gefordert

Von gleichberechtigten Lebensverhältnissen für Frauen und Männer ist unsere Gesellschaft noch weit entfernt. Nach dem aktuellen Gleichstellungsbericht der Bundesregierung leisten Frauen Tag für Tag über 50 Prozent mehr unbezahlte soziale Sorgearbeit als Männer...

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„Kinder zu erziehen und Angehörige zu pflegen sind wichtige gesellschaftliche Aufgaben, ohne die unsere Wirtschaft nicht funktionierte und der soziale Zusammenhalt gefährdet wäre“, sagt die Landesfrauenvertreterin des Sozialverbands VdK Hessen-Thüringen, Ursula König-Schneyer, zum Internationalen Frauentag am 8. März.

Für die unentgeltliche Sorgearbeit stecken viele Frauen im Beruf zurück – in Deutschland sind mehr als zwei Drittel der geringfügig Beschäftigten weiblich. Damit tragen Frauen ein besonders hohes Risiko, im Alter in die Armut abzurutschen. „Wer Teilzeit arbeitet oder einem Minijob nachgeht, um die Familie zu betreuen und zu versorgen, kann keine ausreichende gesetzliche Rente aufbauen – und erst recht keine private Altersvorsorge finanzieren“, sagt Ursula König-Schneyer.

Hinzu kommt, dass Frauen oft in sozialen und Gesundheitsberufen tätig sind – in Branchen mit niedriger Bezahlung also. „Auch in diesen Berufszweigen verrichten Frauen wichtige Sorgearbeit. Diese Leistungen müssen endlich angemessen gewürdigt und entlohnt werden“, sagt die Landesfrauenvertreterin.

Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts bezogen Ende 2018 in Hessen 37 Prozent mehr Frauen (29.276) als Männer (21.326) über 65 Jahre Sozialhilfeleistungen, in Thüringen waren rund 13 Prozent mehr Frauen (2792) als Männer (2483) auf diese staatliche Unterstützung angewiesen. Der VdK fordert daher eine bessere rentenrechtliche Anerkennung von Erziehungs- und Pflegezeiten. Außerdem setzt sich der Verband für eine Lohnersatzleistung zur finanziellen Unterstützung in Pflegezeiten analog dem Elterngeld ein.

„Sorgearbeit darf nicht länger die Karrierechancen von Frauen schmälern“, betont Ursula König-Schneyer. „In den Unternehmen müssen familiengerechte Arbeitszeiten und die Möglichkeit, mobil zu arbeiten, zum Standard werden.“ Außerdem müssten Tätigkeiten in sozialen Berufsfeldern endlich ihrer gesellschaftlichen Bedeutung entsprechend bezahlt werden.
Autor: red

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