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So, 21:42 Uhr
06.09.2020
Sprengmeister Andreas West erhielt den alternativen Theaterpreis 2020

Stadt und Theater ehren einen stillen Helden

Obwohl klassisch und von berühmten Komponisten geprägt drehte sich das heutige Sinfoniekonzert um „junge wilde“ Meister. Zusätzlich kam ein Mann zu Ehren, dessen Instrumentarium die lauten Töne eher zu verhindern sucht …

Sprengmeister Andreas West (li.) als Hauptdarsteller auf der Bühne (Foto: oas) Sprengmeister Andreas West (li.) als Hauptdarsteller auf der Bühne (Foto: oas)


Die 10. Streichersinfonie von Felix Mendelssohn Bartholdi intonierte das Loh-Orchester unter der Leitung von Generalmusikdirektor Michael Helmrath im 1. Sinfoniekonzert der neuen Spielzeit. Das Motto dieses Konzerts lautet in einer gerade für die Künstler und die Kunstausübung angespannten Zeit „Vorwiegend heiter“. So muss sich der junge Mendelssohn auch gefühlt haben, als er vierzehnjährig bereits seine 10. Sinfonie zu Papier brachte. Auch Wunderkind Mozart, der seine A-Dur-Sinfonie mit gerade mal 18 Jahren schuf, war ein Frühstarter mit ausgefeiltem Können. Dritter im Komponisten-Bunde des heutigen Konzerts war der Schwede Joseph Martin Kraus, dessen Sinfonie in D-Dur ebenfalls ein reifes Werk eines jungen Komponisten darstellt.

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Den außergewöhnlicher Höhepunkt abseits des musikalischen Geschehens stellte aber die Verleihung des „Alternativen Theaterpreis“ an den Erfurter Sprengmeister Andreas West dar. Während normalerweise der Förderverein des Theater Nordhausen alljährlich in der spielzeiteröffnenden Operngala den Theaterpreis verleiht, kam es in diesem Jahr der Corona-Pandemie anders.

Anstatt ein Mitglied des Ensembles zu ehren, entschied sich der Förderverein die extrem gefährliche und verantwortungsvolle Arbeit des langjährigen Sprengmeisters der Firma Tauber Delaborierung Andreas West mit einem Preis zu bedenken. Obwohl im eigentlichen Sinne kein Künstler, ist der versierte Sprengmeister ein großer Künstler seines Fachs und hat nicht nur bei der Entschärfung der letzten drei Bomben, die seit November während der Grabungsarbeiten hinter dem Theater gefunden wurden, gezeigt, wie sehr er sein Handwerk beherrscht. Mit diesem Preis soll er eine Anerkennung erfahren, die ihm nicht nur aus dem Theaterumfeld entgegengebracht wird, sondern die auch gesamtgesellschaftlich und als Dank der Stadt Nordhausen zu verstehen ist.

Mit warmen Dankesworten bedachten ihn deshalb Oberbürgermeister Kai Buchmann, seine Vorvorgängerin und heutige Vorsitzende des Theaterfördervereins, Barbara Rinke, und Intendant Daniel Klajner. Sichtlich gerührt nahm der bescheidene Ausgezeichnete neben dem Preis auch die Skulptur eines Flügels und einen Korb mit allerlei alkoholischen Leckereien aus Nordhäuser Produktion entgegen.
Olaf Schulze
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Kommentare

06.09.2020, 22.10 Uhr
Warren | ...das habt ihr gut gemacht
...denn was währe alles um das neue Theater mit detonierten Bomben ?

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