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Fr, 18:08 Uhr
02.10.2020
Bundespolitiker äußern sich

Ein Land, zwei Welten

30 Jahre Deutsche Einheit – Ein Land, zwei Welten. Deutschland, ein tief gespaltenes Land. Dazu diese Meldung des AfD-Bundestagsabgeordneten Jürgen Pohl...

Zum 30. Jahrestag der deutschen Einheit am 3. Oktober 2020 werden sich die etablierten Parteien allenthalben auf die Schultern klopfen und staatstragend die Erfolge der Einheit feiern. Dabei werden Bundeskanzlerin Merkel als auch Bundespräsident Steinmeier die große nationale Kraftanstrengung aller Deutschen auf dem Weg zur Einheit feiern und diese im Kampf gegen die vermeintliche Corona-Pandemie zu instrumentalisieren wissen. Tatsächlich ist die Rückschau auf 30 Jahre Deutsche Einheit, der Blick auf ein heute zutiefst gespaltenes Land. Die Regierungen haben es in 30 Jahren vermocht, dass Ost- wie Westdeutsche sich in großen Teilen heute fremder sind denn je.

Dazu teilt der Mühlhäuser AfD-Bundestagsabgeordnete, der ostpolitische Sprecher der AfD-Fraktion und Sozialexperte, Jürgen Pohl, mit:

„Nach 30 Jahren deutscher Einheit muss es einen jeden Bürger die Tränen in die Augen treiben mit ansehen zu müssen, was die etablierten Parteien aus der Einheitseuphorie gemacht haben: Deutschland ist nach 30 Jahren Einheit ein zutiefst gespaltenes Land und die Menschen in Ost und West sind sich heute nach 30 Jahren fremder denn je.

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Wenn es nach 30 Jahren deutscher Einheit etwas zu feiern gibt, dann dass es mit der AfD die erste authentische gesamtdeutsche Partei des wiedervereinten Deutschland gibt, die als einzige im Bundestag vertretene politische Kraft nicht in die Vorgänge um die Einheit involviert war und daher als einzige Partei objektiv auf 30 Jahre Deutsche Einheit zurückblicken kann.

30 Jahre deutsche Einheit bedeuten, dass im Osten der Republik die Einkommen niedriger, die Arbeitslosigkeit höher, das Armutsrisiko höher sowie das Bruttoinlandsprodukt niedriger sind als im Westen. Es bedeutet des Weiteren, dass kein Ostdeutscher eine deutsche Universität führt, nur zwei Ostdeutsche den 100 umsatzstärksten deutschen Unternehmen vorsitzen, kein Ostdeutscher an den Bundesgerichten einen Vorsitz inne hat.

30 Jahre deutsche Einheit bedeuten aber auch den Verlust von Arbeit, den Verlust von Glaubwürdigkeit in die Politik, den Raub von Heimat und Meinungsfreiheit. Die Deutsche Einheit ist mehr als der Solidaritätszuschlag auf dem Gehaltszettel, sie ist zuallererst die Anerkennung der Verdienste der Ostdeutschen, die den zentralen Beitrag zum Einigungsprozess geleistet haben. Und es sind genau diese Ostdeutschen, die unter niedrigen Einkommen, hoher Arbeitslosigkeit, niedrigen Renten leiden und sich nun auch noch über Demokratie und „Grundwerte“ belehren lassen müssen, obwohl sie - anders als die Westdeutschen - mit der friedlichen Revolution von 1989 bereits nachwiesen, dass sie Demokratie verstanden haben.

Und ähnlich wie das SED-Regime 1989 am 40. Jahrestag der DDR, werden sich Bundeskanzlerin Merkel, Bundespräsident Steinmeier, politische wie gesellschaftliche Funktionsträger für ihre Erfolge vom polit-medialen Establishment feiern lassen. Den weiteren Verlauf der Geschichte kennen wir.“
Autor: khh

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Kommentare
Schäfer
02.10.2020, 18:43 Uhr
30 Jahre Deutsche Einheit J. Pohl
Es ist eine Tatsache, das 30 Jahre nach der Übernahme noch immer gravierende Unterschiede zwischen Ost und West bestehen. Ich bin aber überzeugt, das die Unterschiede zwischen Nord und Süd ähnlich gravierend sind. Auch würde ich nicht alles, was mir nicht gefällt, der Politik und den gewählten Volksvertretern anlasten. Wir Ossis sind nun mal anders sozialisiert als die Wessis. Ob das besser oder schlechter ist, sei dahin gestellt. Wir haben aus der Situation am Ende der DDR heraus die Friedliche Revolution von 89 getragen. Der Wahrheit halber muss dazu gesagt werden, das ohne die Zurückhaltung der Russen, die Vernunft einiger Funktionäre der DDR und den Realitätssinn der Opposition das Jahr 89 nicht friedlich zu Ende gegangen währe!
Aus der Tatsache, das die Entwicklung anders verlaufen ist, als man sich das 1990 gedacht hat nun eine Ähnlichkeit oder gar Deckungsgleichheit der DDR mit der heutigen Bundesrepublik abzuleiten, ist wohl sehr verwegen. Bei allen gemachten Fehlern, Vorsatz zu unterstellen ist politische Brandstiftung. Die AfD ist eine Partei, die es 1990 noch nicht gab, das heißt aber nicht, das sie es damals besser gemacht oder auch nur gewusst hätte.
Wann in der Geschichte stand ein Volk vor einer solchen Mammutaufgabe? Zusammenwachsen kann nicht heißen zusammenwuchern!
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