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Di, 08:06 Uhr
20.10.2020
Kommunalpolitiker äußern sich

Dem Wald gilt unser Augenmerk

Es fällt einen schwer, die richtigen Worte innerhalb dieser katastrophalen Zeit zu finden, so Forstfachwirt und Kreistagsmitglied Ralf Köhler (AfD) in einer Meldung...

Es macht viele Waldbesitzer und Forstbetriebe in Thüringen und Deutschland ratlos und wütend, mit welchem Aufwand man seit 2018 Gespräche mit Politikern und Beamten zur Situation unserer Wälder und der Leistungsfähigkeit der Forstbetriebe in Thüringen und Deutschland geführt haben.

Immer wieder ist Verständnis gezeigt worden, aber Taten zur Hilfe sind nicht erfolgt.

Die bürokratischen Hürden durch EU-,Bundes- und Landesrichtlinien zur finanziellen Unterstützung der Wälder sind einfach inakzeptabel.
Anstatt Lösungswege zu suchen und anzubieten, hören wir von den Beamten der EU, des Bundes und der Länder nur, was nicht geht. Geldzuweisungen allein reichen nicht.

Dem Wald geht es schlechter als je zuvor. Trockenheit, Hitze, Schädlinge und Schadstoffe haben den Bäumen in Deutschland im Jahr 2019 stärker zugesetzt als man es erwartet hat.
Demnach zeigen vier von fünf Bäumen Schäden, jeder dritte Baum hat eine deutlich ausgedünnte Krone.
Viele Bäume sind abgestorben, wie seit 20 Jahren nicht mehr.

Besonders stark betroffen sind dabei Buchen und Eichen in Deutschlands Wäldern: Bei diesen Laubbäumen zeigen jeweils 47 beziehungsweise 50 Prozent eine Verlichtung der Baumkrone um mehr als 25 Prozent. Mindestens ein Viertel der normalerweise vorhandenen Blätter fehlen ihnen. Im Vergleich zum auch schon schlechten Vorjahr ist dies eine weitere Verschlechterung, wie der Bericht darlegt. Ein weiteres gutes Drittel dieser Bäume wurden der Warnstufe zugeordnete ihnen fehlen zwischen zehn und 25 Prozent der Blätter. Der Anteil der gesunden Bäume liegt bei diesen beiden Baumarten nur noch bei 16 und 17 Prozent.

Der Zustand der Nadelbäume wie Fichte und Kiefer hat sich gegenüber dem Vorjahr ebenfalls verschlechtert. Bei der Fichte ist der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen gegenüber 2018 von 30 auf 36 Prozent gestiegen, insgesamt haben gut drei Viertel der Bäume einen Blattverlust von mehr als zehn Prozent. Bei der Kiefer hatten im Sommer 2019 rund 26 Prozent der Bäume mehr als ein Viertel ihrer Nadeln verloren, das sind elf Prozent mehr als im Jahr 2018. 56 Prozent der Kiefern wurde der Warnstufe mit elf bis 25 Prozent Nadelverlust zugeordnet.

Eine der Hauptursachen für den schlechten Zustand der deutschen Wälder ist das Klima: Weil es sowohl 2018 als auch 2019 viel zu trocken und warm war, leiden die Bäume an Wassermangel. Das schränkt ihr Wachstum ein, fördert Waldbrände und macht sie Schädlingen gegenüber anfälliger. Zusätzlich gelten auch hohe Einträge von Luftschadstoffen wie Stickoxiden als potenziell waldschädigend.

Das Problem: Bisher gibt es keine Anzeichen dafür, dass sich die Lage des Waldes bessern wird. Denn auch im letzten Winter ist vielerorts nicht genügend Regen gefallen, um das Wasserdefizit in den Böden auszugleichen, wie Messungen belegen. Seit März herrschte zudem wieder eine Trockenperiode mit anhaltendem Sonnenschein und so gut wie keinen Niederschlägen. Für den Wald ist das keine gute Nachricht.

„Die Klimakrise setzt dem Patienten Wald weiter zu. Schon im Frühjahr zeichneten sich eine erneute Dürreperiode und damit absterbende Waldbestände bis hin zu drohenden Waldbränden ab. Wir brauchen einen effektiven Waldschutz durch effektiven Klimaschutz. Der Wald ist durch Dürre, intensive Forstwirtschaft und Stickstoffeinträge im Dauerstress.

Ralf Köhler
Forstwirt
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