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Di, 10:12 Uhr
20.10.2020
Thüringer CDU kritisiert wirkungslose Maßnahmen

Feldhamster sind keine Wiesenhamster!

Das Förderprogram aus dem Umweltministerium zur Rettung des feldhamdters in Thüringen kommt einem Schildbürgerstreich nahe, meint der landwirtstchaftliche Sprecher der CDU Marcus Malsch. Er meint: „Die Anlage von Blühflächen helfen dem Hamster nicht“...

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Die vorgeschlagenen Hektarprämien zur Anlage von Blühflächen in der Landwirtschaft sei „die nächste ideologische Nebelkerze aus dem Thüringer Umweltministerium“, kritisiert der landwirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Marcus Malsch. Es komme schon fast einem Schildbürgerstreich nahe, die Überpopulation von Feldmäusen auf den Feldern zu bekämpfen, indem einfach die Felder abgeschafft werden. „Umweltministerin Anja Siegesmund hat den Bezug zur Landwirtschaft mit diesem Vorschlag völlig verloren“, so Malsch weiter.

Hintergrund der Kritik ist die Ankündigung eines Förderprojekts, mit dem das Umweltministerium den von Feldmäusen gebeutelten Rapsbauern nach eigener Aussage entgegenkommen will. Dabei werde die Aussaat von Blühflächen mit 962 Euro pro Hektar unterstützt, teilte das Ministerium am Wochenende mit. So könnten die Betriebe bei den Feldmausschäden finanziell unterstützt werden. „Der Haken dabei ist nur: Das Programm verringert die Anzahl der Mäuse je Hektar Feldfläche überhaupt nicht. Stattdessen werden die traditionellen Fruchtfolgen in der Landwirtschaft durcheinandergebracht und die Felder in ertraglose Flächen umgewandelt.“ Zugleich würden die Lebensbedingungen der streng geschützten Feldhamster weiter erschwert. „Es sind Feld- und keine Wiesenhamster“, so Malsch. Die Tiere haben ihren Lebensraum bevorzugt auf den Äckern, wo die Mäuse auch weiterhin bekämpft werden müssen.

Die CDU hat sich wiederholt für eine hamsterverschonende Form der Mäusevergiftung ausgesprochen, bei der eine kleine Menge Gift vom Landwirt direkt als Köder in die Mäuselöcher eingebracht wird. Dagegen habe sich Ministerin Siegesmund Monate lang geweigert und sich mit Landwirtschaftsminister Hoff (Linke) gestritten. „Nun sind die Einkommensverluste für die Landwirte da. Also erfindet die Landesregierung ein aus meiner Sicht untaugliches Kompensationsprogramm. Es soll offensichtlich verschleiert werden, dass die bisherige Blühstreifenförderung des Ministeriums von den Landwirten kaum nachgefragt wurde.“

Zudem bezweifelt der christdemokratische Landwirtschaftsexperte, dass die zur Finanzierung herangezogenen Bundesmittel für den Insektenschutz auf solch eine Weise überhaupt eingesetzt werden dürfen undaußerdem erschwerten bürokratischen Vorgaben unterliegen.
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Kommentare

20.10.2020, 10.49 Uhr
Spürnase | Ein Bankkaufmann ist kein Landwirtschaftsexperte
Dieser Artikel ist ein klassisches Beispiel dafür, dass Fachpolitiker auch einen entsprechenden Hintergrund haben sollten. Kein Mensch, außer dem CDU Mann Malsch, behauptet, dass Blühstreifen für Hamster und gegen Mäuse angelegt werden.

Gegen Mäuse hilft traditionelle Landwirtschaft. Den speziellen Vorgang nennt man Pflügen. Für Hamster bleiben einfach Getreide- oder Hülsenfruchtstreifen etwas länger stehen. Blühstreifen werden für Getier angelegt, die auf Wiesen leben. Gleichzeitig dienen sie der Bodenverbesserung um die katastrophalen Folgen von Herrn Malsch's "traditionellen Fruchtfolgen", welche die Böden nur auslaugen, auszugleichen.

Wenn Raps-Getreide-Mais eine traditionelle Fruchtfolge sein soll, dann ist Herr Malsch entweder noch sehr jung oder eben ohne jegliche Ahnung!

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20.10.2020, 11.01 Uhr
altmeister | Selbst eingebrockt!
Sehr geehrte Damen unb Herren der CDU, Sie hatten es in der Hand, zusammen mit der FDP eine Minderheitsregierung zu bilden.
Jetzt dieses große Jammern?
Oder hatten Sie Angst vor der Verantwortung, fühlen Sie sich in der Opposition wohler?
Es gab die Ablösung von RRG und Sie haben Ihr Wahlversprechen vergessen, haben die demokratische Wahl des FDP Ministerpräsidenten demontiert, statt hinter ihm zu stehen!
Es wäre zwar viel Arbeit notwendig gewesen, aber dann wären Sie sich und dem Wähler treu geblieben.

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20.10.2020, 12.31 Uhr
Kaleida | Die Reputation von Bankkaufleuten
Man kann unter den derzeitigen Gegebenheiten nicht bestreiten, dass Bankkaufleute die Speerspitze der Weisheit darstellen. Immerhin haben wir das entsprechende Alpha-Tier dieser Gattung sogar als Bundesminister für Gesundheitsdingsbums im Reichstag sitzen.

Oder hängt es doch im Allgemeinen an der CDU und der gemeine Bankkaufmann ist nur ein Bauernopfer? Wer weiß...

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