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Di, 14:19 Uhr
20.10.2020
4. Sinfoniekonzert

Anfang und Ende

Anfang und Ende - das vierte Sinfonie-Konzert des Loh-Orchesters widmete sich voll und ganz dem Werk Joseph Haydns. Christel Laude hat gelauscht und sich mit "Papa Haydn" näher befasst...

Die ersten vier Sinfoniekonzerte der Teilspielzeit 2020 September und Oktober im Theater Nordhausen wurden unter Coronabedingungen nach einer speziell für dieses Haus durchdachten Strategie aufgeführt. Jedes Konzert wurde dreimal gegeben und so war es trotz der Einschränkungen möglich, dass jeder Interessierte die Konzerte besuchen konnte. Für diese besonders anzuerkennende Leistung der Musiker des Loh-Orchesters und seines Chefdirigenten GMD Michael Helmrath sagt das Publikum ein herzliches Dankeschön.

Lediglich die jeweils letzte Aufführung war etwas unbefriedigend besucht, sodass die Entscheidung, das 5. und 6. Sinfoniekonzert nur noch 16.00 Uhr und 18.00 Uhr zu gegeben, folgerichtig zu begrüßen ist. Das 4. Sinfoniekonzert war ganz allein der Musik von Joseph Haydn gewidmet.

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Haydn, 1732 im niederösterreichischen Rohrau geboren und 1809 in Wien gestorben, ist der älteste der drei Wiener Klassiker. Er war mit Mozart befreundet und nannte Beethoven seinen Schüler. Haydn zählte seinerzeit zu den bekanntesten und beliebtesten Musikern, was auch in seinem Spitznamen „Papa Haydn“ zum Ausdruck kam. Er traf nicht nur musikalisch den „Volkston“. Auch heute sind uns seine Werke näher als gemeinhin geglaubt, so zum Beispiel die großen Oratorien „Die Schöpfung“ und „Die Jahreszeiten“, seine populäre „Sinfonie mit dem Paukenschlag“ oder sind wir uns dessen bewusst, dass unserer deutschen Nationalhymne die Hauptmelodie aus dem so genannten Kaiserquartett unterlegt ist.

Haydn hinterließ ein umfangreiches Gesamtwerk. Schwerpunkt seines musikalischen Schaffens lag jedoch auf dem Komponieren von Sinfonien, es sind insgesamt 104. Von der ersten, noch dreisätzigen in Anlehnung an die dreiteilige Opernsinfonia in „kleiner“ Besetzung bis hin zur umfangreichen viersätzigen Sinfonie mit großem Orchester, verstärkt durch den gesamten Bläserapparat, und Anwendung der verschiedensten Kompositionstechniken, ebnete er wesentlich den Weg zur Vollendung der klassischen Sinfonie durch Ludwig van Beethoven.

„Anfang und Ende“ war das Motto des 4. Sinfoniekonzertes. Am Anfang erklang die erste Sinfonie, die Haydn einst für den böhmischen Grafen Morzin komponiert hat. Freudig musizierte das Loh-Orchester in Streicherbesetzug, dazu Fagott, Oboen und Hörner im abwechslungsreichen ersten. Satz. Ruhiger, ein Andante, und nur von Streichern gespielt, war der 2. Satz. Hier konnte man viele musikalische Extras entdecken wie, z. Bsp. eine „Unterhaltung“ zwischen 1. und 2. Geigen, begleitet durch die tiefen Streicher.

Mit einem „raketenartigen“ Beginn, einem aufsteigenden Dreiklang, endete der 3. Satz kurz als „Kehraus“. Souverän leitete der GMD das Orchester, dirigierte wiederum auswendig. Haydn hatte viele Jahre in Anstellung des ungarischen Fürsten Esterhazy gestanden, unternahm aber auch zwei Reisen nach London, wo er als „freischaffender“ Musiker den Höhepunkt seines sinfonischen Schaffens erreichte. Die letzte Sinfonie, die „Londoner“
Nr. 104, beendete auch das Sinfoniekonzert in Nordhausen. Doch zuvor bereitete der GMD in seiner gewohnt exzellenten Moderation das Publikum auf das Werk vor, philosophierte über die Charakterisierung „heiter“ eines Musikstückes, und sorgte so für ein besseres Verstehen der Musik. Nach langem, herzlichen Beifall für Musiker und Dirigent klang das Konzert mit einer Zugabe heiter aus.
Christel Laude
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