nnz-tv Nachrichten aus Nordthüringen Eichsfelder Nachrichten Mansfeld-Südharz-Zeitung neue nordäuser zeitung Unstrut-Hainich Zeitung
Mi, 00:11 Uhr
21.10.2020
Kulturszene aktuell

28. Jüdisch-israelische Kulturtage Thüringens

Es ist wieder soweit. 2020 finden die Kulturtage bereits zum 28. Mal statt. Wie das Programm für Sondershausen aussieht, erfahren Sie hier...

Vom 30. Oktober bis zum 15. November werden ca. 40 Veranstaltungen in 14 Thüringer Orten angeboten.
Ein breites Spektrum von Vorträgen, Lesungen, Podiumsdiskussionen, Ausstellungen, Theatergastspielen, Kinovorführungen und Konzerten wird rund um die jüdisch-israelische Kultur präsentiert.

2020 lautet das Motto der jüdisch-israelischen Kulturtage „Jüdische Lebenswelten”.
Das gemeinsame Anliegen und Ziel der Thüringer Staatskanzlei und dem Förderverein für jüdisch-israelische Kultur in Thüringen e.V. ist es, das einseitige und von wiederkehrenden medialen Mustern geprägte Bild, das in Deutschland von Israel existiert, durch vielfältige Angebote und Informationen zu erweitern. Ein wesentlicher Charakter der Kulturtage ist weiterhin die Vernetzung und Kooperation mit zahlreichen Organisationen, Stiftungen und Interessengruppen, die sich mit dem Thema jüdischer und israelischer Kultur befassen.

2020 ist für alle Veranstalter, Kunst- und Kulturaktive ein besonderes Jahr – die Herausforderung ist da, das Beste aus der Situation zu machen.
Und auch die Musik- und Bergstadt Sondershausen ist mit einem Programm dabei.

Veranstaltungen anlässlich der Jüdisch-Israelischen Kulturtage in Sondershausen


Freitag, 30. Oktober 2020, 19.30 Uhr

Bürgerzentrum Cruciskirche, Bürgersaal

Eintritt: 10 € / 8 € (erm.)

Klezmer music: From the old to the new world

Patrick Farrell (Akkordeon), Giuseppe Sciarratta (Klarinette)

Patrick Farrell und Giuseppe Sciarratta begleiten die Zuhörer auf einer musikalischen Reise durch verschiedene Länder und Epochen.

Patrick Farrell ist Akkordeonist, Komponist und Bandleader aus den USA und lebt derzeit in Berlin. Er beschäftigt sich mit einer Vielzahl von Projekten, darunter Neukompositionen jiddischer Lieder im Duo mit der Berliner Sopranistin und amtierenden Kantorin der Jüdischen Gemeinde Braunschweig, Sveta Kundish, Duette mit dem New Yorker Trompeter Ben Holmes sowie Auftritte mit der Kammer-Folk-Gruppe Ljova and the Kontraband.

Giuseppe Sciarratta ist Klarinettist aus Italien und lebt seit zehn Jahren in Leipzig. Er hatte Unterricht bei David Krakauer, Chilik Frank, Joel Rubin, Zilien Biret, Christian Dawid und Jan Hermerschmidt. Sciarratta hat am Yiddish Summer Weimar teilgenommen, leitet seit 2014 das musikalische Projekt Klezmer Muskel Kater und ist seit 2017 Leiter von Klezmer with Friends Leipzig.


Sonntag, 1. November 2020, 14 Uhr | Freitag, 13. November 2020, 14 Uhr

Treffpunkt: Forstamt (obere Possenallee)

Eintritt frei

Steine, Namen, Lebenswege. Ein Rundgang über den Jüdischen Friedhof am Spatenberg

Der 1699 angelegte jüdische Friedhof am Spatenberg gehört zu den ältesten erhalten jüdischen Begräbnisstätten in Thüringen. Die früheste sicher identifizierte Grabinschrift stammt aus dem Jahre 1725, die letzte Beisetzung fand 1939 statt. Heute sind auf dem Gelände noch 180 Grabstellen nachweisbar. Der Rundgang führt zu Gräbern unterschiedlicher Epochen, deren Inschriften auf bekannte und unbekannte Namen der Sondershäuser Stadtgeschichte verweisen.

(Hinweis: Männliche Erwachsene werden gebeten, auf dem Friedhof eine Kopfbedeckung zu tragen.)


Dienstag, 3. November 2020, 18.30 Uhr

Bürgerzentrum Cruciskirche, Musiksaal

Eintritt frei – Um Spenden wird gebeten

Juden in der DDR. Ein Vortrag von Rabbinerin Esther Jonas-Märtin, Leipzig

In der DDR war Religionsfreiheit in der Verfassung festgeschrieben, jedoch sah die Realität gerade im Hinblick auf die kleine jüdische Bevölkerung ganz anders aus. In der Geschichte der DDR durchliefen die Politik und der Umgang mit den Jüdischen Gemeinden verschiedene Phasen. Den Lebensumständen jüdischer Menschen zwischen Judentum und DDR-Staat geht die Referentin nach, sowohl als wissenschaftliche Beobachterin als auch anhand der eigenen Familiengeschichte.


Samstag, 7. November 2020, 15 Uhr

Schloss Sondershausen, Alte Hofküche (Treffpunkt: Museumskasse)

Eintritt frei

Schofar. Weckruf aus dem Widderhorn

Familiennachmittag zum Zuhören und Mittanzen

Keine Ahnung von Tuten und Blasen? Wir erzählen für Kinder und Erwachsene die Geschichte eines der ältesten Instrumente der Menschheitsgeschichte, dem Schofar, zeigen, wie aus einem Horn ein Musikinstrument entsteht und lassen verschiedene Hörner erklingen. Wer möchte, kann danach traditionelle Tänze der jüdisch-israelischen Kultur erlernen.



Sonntag, 8. November, 11 Uhr

Treffpunkt: Marktplatz, Alte Wache

Eintritt frei

Mikwe – Synagoge – Stolpersteine. Stadtrundgang auf den Spuren jüdischen Lebens in Sondershausen

Was wissen wir über die Lebenssituation der Sondershäuser Juden im Mittelalter? Wo stand die Synagoge, und wie sah sie aus? In welcher Verbindung steht der Erfurter Erinnerungsort „Topf und Söhne“ mit Sondershausen“? Welche Schicksale verbergen sich hinter den Stolpersteinen? Ein Rundgang zu besonderen Orten vermittelt Einblicke in das jüdische Leben in unserer Stadt.


Sonntag, 8. November, 17 Uhr (ab 16.30 Uhr Einlass)

Thüringer Landesmusikakademie Sondershausen, Franz-Liszt-Saal

Eintritt: 10€ / 6€ (erm.) / Kinder unter 7 Jahren freier Eintritt

Klavierkonzert – Itay Dvori - Kontinuität des Umbruchs

Im Berlin der zwanziger und dreißiger Jahre galt das Saxophon als das Instrument der Moderne. Es stand für das neue Lebensgefühl ebenso wie für gesellschaftlichen Fortschritt. Unter den in Berlin wirkenden Komponisten waren es in der Mehrzahl jüdische Komponisten und Komponistinnen, die Saxophone in ihre Werke einbezogen. Die bis heute anhaltenden kontinuierlichen gesellschaftlichen, politischen, kulturellen wie auch persönlichen Umbrüche haben dazu geführt, dass Saxophone in Berlin wieder eine ähnliche Rolle spielen. Jüdische KomponistInnen, die aus ihrem Exil zurückkehrten oder ihre Werke sandten, haben ebenso ihren wesentlichen Anteil an dieser erfreulichen Entwicklung wie jene der nachfolgenden Generationen, die Berlin als neues Zentrum der aktuellen kulturellen Moderne für sich entdecken und weiterentwickeln.

Der Saxophonist Detlef Bensmann und der Pianist Itay Dvori präsentieren in ihrem neuen Programm eine Auswahl repräsentativer Stücke von u.a. Erwin Schulhoff, Paul Dessau, Bernhard Heiden und Ursula Mamlok sowie eigene Kompositionen und Improvisationen.


Montag, 9. November 2020, 11 Uhr

Jüdischer Friedhof am Spatenberg

Gedenken anlässlich des Jahrestages der Pogromnacht vom 9. November 1938

(Hinweis: Männliche Erwachsene werden gebeten, auf dem Friedhof eine Kopfbedeckung zu tragen.)



Dienstag, 10. November 2020, 14 Uhr

Treffpunkt: Galerie am Schlossberg, Eingang: Am Durchbruch

Eintritt frei

Das jüdische Ritualbad von Sondershausen. Führung in der Mikwe

Bei Bauarbeiten zufällig entdeckt und von Archäologen freigelegt, gehört die nun unter der „Galerie am Schlossberg“ verborgene mittelalterliche Mikwe zu den ältesten jüdischen Ritualbädern im mittel- und norddeutschen Raum. Sie belegt eine über achthundertjährige, wenn auch durch schriftliche Quellen nur lückenhaft dokumentierte Tradition jüdischen Lebens in unserer Stadt, die erst im 20. Jahrhundert ein gewaltsames Ende fand.
→ Druckversion
← zum Nachrichtenüberblick

Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.
→ Kommentar hinzufügen



Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.

Wir verwenden Cookies um die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren und geben hierzu Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an Partner weiter. Mehr Informationen hierzu finden Sie im Impressum und der Datenschutzerklärung.