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Sa, 14:00 Uhr
23.01.2021
Thüringer Wohnungswirtschaft will differenzierte CO2-Umlage

Sinnvolle Kostenverteilung und wirksame Anreize nötig

Im Zuge der seit Januar erhobenen CO2-Preis-Umlage fordert der Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (vtw) ein differenziertes Herangehen und betont, seit 1994 die CO2-Emmission um 1,39 Millionen Tonnen gesenkt zu haben. Nch aktuellem Zertifikatswert wären das 35 Millionen Euro zugunsten Thüringer Mieter

Wer bezahlt die CO-2-Steuer? (Foto: nnz) Wer bezahlt die CO-2-Steuer? (Foto: nnz)


Die neue CO2-Abgabe verteuert das Heizöl seit Jahresbeginn zusätzlich zum Einkaufspreis um rund acht Cent pro Liter. Der Preis für Erdgas stieg u 0,6 Cent pro Kilowattstunde. Wer die Mehrkosten fürs Heizen letztlich tragen soll, die Mieter oder die Vermieter, darüber wird ebenso heftig diskutiert wie über mögliche Entlastungen. Denkbar sind Zuschüsse aus Steuergeld beim Strompreis und eine Erhöhung des Wohngeldes.
Der Handel mit den CO2-Verschmutzungsrechten (Emis­si­ons­han­del) startete im Januar mit 25 Euro pro Tonne und wirkt wie eine Steuer. Bis 2025 sollen die Zertifikate dann schrittweise mit einem auf 55 Euro ansteigenden Festpreis ausgegeben werden. Ab 2026 wird der Zertifikate-Preis durch Versteigerungen ermittelt. Dann reden wir über Preise von 55 Euro bis 65 Euro pro Tonne CO2.

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Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) erklärte dazu, dass der Staat damit kein zusätzliches Geld einnehmen wolle, sondern vielmehr einen "Investitionsanreiz" setze im Vertrauen darauf, dass die Bürger freiwillig auf klimafreundliche Alternativen umsteigen und deshalb den CO2-Preis gar nicht erst zahlen müssen. "Wir wollen, dass alte Ölheizungen ausgetauscht werden, dass man auf erneuerbare Energien setzt. Der CO2-Preis wird helfen, diese Entwicklung zu beschleunigen", so die Ministerin.

Die Thüringer Wohnungswirtschaft fordert nun eine modernisierungsabhängige Umlage der CO2 Kosten. Vtw-Direktor Frank Emrich unterstreicht: „Allein die Unternehmen des vtw haben in den umfangreichen Sanierungen nach der Wende insgesamt über 13 Milliarden Euro investiert. Das führte zu einer CO2-Reduktion im Umlagewert von 35 Millionen Euro, der jetzt den Mietern zugutekommt. Unsere Wohnungen zählen bundesweit zu den energetisch günstigsten Beständen. Die Energiepreise sind bereits spürbar erhöht und Mieter und Vermieter benötigen dringend faire und verlässliche Spielregeln.“

Die Bereitstellung von Heizungsenergie und Warmwasser erfolge bereits mehrheitlich kostengünstig in modernen, effizienten Anlagen. Der Energieverbrauch wurde in den Sanierungen der vergangenen Jahre vielerorts bereits auf das technisch mögliche abgesenkt, betont der vtw. Mittlerweile entscheide in den meisten Fällen das Verhalten der Mieter über die Höhe des CO2-Verbrauches. Nur eine verursachergerechte Aufteilung des CO2-Preises könne einen wirksamen Anreiz zum Energiesparen schaffen.

Verbandsdirektor Emrich fordert darüber hinaus, dass die Vermieter nicht zusätzlich zu den bereits getätigten Investitionen wieder allein zur Kasse gebeten werden dürfen. „Dieses Geld fehlt uns und damit unseren Mietern und Mitgliedern bei der anstehenden Bewältigung der zweiten Sanierungswelle in Thüringen. Wenn die Kosten nicht umgelegt werden dürfen, sind sie ja nicht weg. Letztlich muss es aus den Mieterlösen getragen werden.“

Überdies ist die verursachergerechte Aufteilung des CO2-Preises eine Sache der Fairness für Wohnungsunternehmen, die bereits Anstrengungen einer energetischen Modernisierung unternommen haben. Diese müssen unbedingt bessergestellt werden gegenüber denjenigen, die dies noch nicht getan haben. Sonst würden die sozial verantwortlichen Thüringer Wohnungsunternehmen, die bereits hohe Summen in die energetische Sanierung investiert haben, bestraft und ihr Engagement entwertet, schließt Frank Emrich.

Hintergrund
Im Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (vtw) haben sich 219 Mitgliedsunternehmen, darunter 178 Wohnungsunternehmen, zusammengeschlossen. Nahezu jeder zweite Mieter in Thüringen wohnt bei einem Mitgliedsunternehmen des vtw. Seit 1990 investierten vtw-Mitglieder über 13 Milliarden Euro überwiegend in den Wohnungsbestand. Gemeinsam bewirtschaften sie fast 265.000 Wohnungen.
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