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Di, 19:52 Uhr
13.04.2021
Literat und Satiriker Matthias Biskupek verstarb gestern

Der "Rentnerlehrling" ist tot

Gestern erlag der bekannte Thüringer Autor und Satiriker Matthais Biskupek in Rudolstadt seinem Krebsleiden. Er verkörperte wie kaum ein anderer im Freistaat schon zu DDR-Zeiten einen freien und frechen Literaten von nationalem Renommee

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Als „Rentnerlehrling“ bezeichnete sich Matthias Biskupek in seinem vor wenigen Jahren erschienenen Buch, das sein Leben und sein Denken exemplarisch für viele gebrochene Biografien im wieder vereinten Deutschland nachzeichnete. Zeit seines Lebens offerierte er seinem Publikum einen realen und kritischen Blick auf die aktuellen Geschehnisse, wobei er mit spitzer Feder und Schalk im Nacken für seine Überzeugungen stritt. In den Achtziger Jahren avancierte der gebürtige Karl-Marx-Städter zu einem der angesehensten "Eulenspiegel"-Autoren und schaffte zur Wende den literarischen Sprung in die bundesrepublikanische Realität mit Leichtigkeit und Fleiß.

Als Publizist, Satiriker und Schriftsteller schrieb und veröffentlichte Biskupek über 40 Bücher, darunter Gedichtbände, Romane, Essays, Erzählungen sowie Satiren. Außerdem veröffentlichte er zahlreiche Rundfunkarbeiten, schrieb unzählige Rezensionen und Kolumnen für Zeitungen und Zeitschriften. Seine Tagebuchnotizen sind auf seiner Website für alle Welt nachzulesen.

Der Ministerpräsident des Freistaats Thüringen, Bodo Ramelow, äußert sich bestürzt über den Tod des Schriftstellers Matthias Biskupek und würdigt sein literarisches Wirken. „Matthias Biskupek war ein wahrhaftiger Erzähler, Essayist und vor allem eine kritische Stimme. Sein Tod ist ein Verlust für Thüringen. Sein unverwechselbarer literarischer Ton wird fehlen. Wie kaum ein anderer hat er sich mit seinem ganz eigenen Blick auf die Dinge, die es zu hinterfragen galt, in den vergangenen Jahrzehnten in gesellschaftliche Debatten und Diskurse eingemischt und zu Wort gemeldet.“

Matthias Biskupek engagierte sich als langjähriger Vorsitzender im Förderverein des Theaters Rudolstadt. Er war Mitglied im Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller in Thüringen, Mitglied im P.E.N.-Zentrum Deutschland und einige Jahre in dessen Vorstand tätig. Er war einer der ersten beiden Sprecher des 2006 gegründeten Thüringer Literaturrates, dem er bis zu seinem Tod eng verbunden blieb.
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