nnz-tv Nachrichten aus Nordthüringen Eichsfelder Nachrichten Mansfeld-Südharz-Zeitung neue nordäuser zeitung Unstrut-Hainich Zeitung
Mo, 17:20 Uhr
19.04.2021
Gastbeitrag mit "Offenem Brief" an die Bundesregierung

"Inzidenzwert ist wertlos" sagen Mathematiker

Im Zuge der nahenden Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes wird die Kritik an den Inzidenzwerten als einziger Basis der Corona-Lagebeschreibung immer lauter. Auch die Sondershäuser Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld stellt sich dagegen und verbreitet einen "Offenen Brief" von Wissenschaftlern...

Anzeige MSO digital
Die Bundesregierung beharrt auf einem Inzidenzwert von 100, also 1 positiv auf Coronaviren Getesteter auf 1000 Menschen, was nicht heißt, dass dieser Mensch tatsächlich ein Infizierter, also krank oder ansteckend ist,  um mittels einer “Notberemse” das ganze Land lahm zu legen. Dieser Inzidenzwert ist willkürlich festgelegt und falsch berechnet. Er sagt nichts über das Infektionsgeschehen aus. Er bildet auch nicht ab, dass die Sterberate permanent sinkt.

Kürzlich hat ein Mathematikstudent schon auf die Berechnungsfehler hingewiesen, natürlich ohne eine Reaktion bei der Politik zu erwirken. Jetzt haben sich Mathematiker in einem Offenen Brief an die Bundesregierung gewandt, in dem sie auch für mathematische Laien nachvollziebar nachweisen, dass der Inszidenzwert falsch berechnet und somit wertlos ist. Die Pläne der Bundesregierung, einen ewigen bundesweiten Total-Lockdown mittels Aushebelung des Grundgesetztes durch das so genannte “Seuchenschutzgesetz” sind blanke Willkür!
Vera Lengsfeld

Hier ist der Offene Brief:
Inzidenzwert kein Maßstab für Infektionsrisiko
Sehr geehrte Bundestags-Abgeordnete,
wenn eine Inzidenzwert-Grenze von 100 als Notbremse tatsächlich im neuen Infektionsschutzgesetz festgeschrieben werden sollte, landet Deutschland im Dauerlockdown!

Nochmal zur Erinnerung: Der Inzidenzwert I für ein Gebiet mit E Einwohnern ist die Gesamtzahl P aller dort innerhalb der letzten 7 Tage PCR-positiv getesteten Personen, per Dreisatz umgerechnet auf je 100.000 Einwohner, also: I = P/ E * 100.000. Für die Bundesrepublik mit E = 83 200 000 Einwohnern errechnet sich die 7-Tage –Inzidenz also zu I = P/ 83 200 000 * 100.000, oder nach Kürzen dieses Bruches zu: I = P/ 832. Der Haken an dieser Festsetzung: Der Inzidenzwert I ist – ebenso wie die Anzahl aller positiven Testergebnisse P eine absolute Zahl; es fehlt die Bezugsgröße aller überhaupt durchgeführten Tests. Je mehr PCR-Tests, desto mehr „Positive“ findet man.

1) Beispielsweise erklärt sich der Rückgang des Inzidenzwertes über die Osterfeiertage von 134,2 (am Gründonnerstag, 1. April) auf 105,7 (am Donnerstag, 8. April) laut RKI dadurch, dass rund um die Osterfeiertage weniger Tests gemacht und gemeldet werden. Schon diese Detail-Information zeigt, dass der Inzidenzwert kein Maßstab sein dürfte für so tiefgreifende Maßnahmen wie einen Lockdown oder die Festsetzung von Grenzwerten für Öffnungsstrategien. Der Inzidenzwert stieg nach Ostern dann mit vermehrter Meldung wieder an und liegt aktuell (am 13. April 2021) bei 129,2.
Zum Vergleich: Am 28. März betrug der bundesweite Inzidenzwert 129,7.

2) Je mehr Antigen-Schnelltests gemacht werden, desto höher der Inzidenzwert. Das zeigt sehr eindrucksvoll das Kurzvideo:


Michael Wieden

Die jetzt massenweise geplanten Schnelltests in permanenter Steigerung von Anzahlen in Millionenhöhe werden also viele Personen dem PCR-Test zuführen und den Inzidenzwert dadurch noch anheben bzw. hochhalten. Die Anzahl der durchgeführten Schnelltests wird nach wie vor nicht erfasst und geht nirgendwo als Bezugsgröße in die Berechnung ein. Fazit: Die aktuelle Berechnungsmethode des Inzidenzwertes verstößt gegen Grundsätze der Statistik und erzeugt als Folge irreführende Ergebnisse.

Für eine korrekte Abbildung des Infektionsgeschehens sollten endlich repräsentative Tests durchgeführt werden. Diese Aufgabe könnten die Robert-Koch-Sentinel Praxen und Krankenhäuser mit übernehmen, also das bundesweite Infektionsüberwachungssystem des RKI. Eine Ansteckungsgefahr besteht bekanntlich in schlecht belüfteten Räumen, in denen sich viele Menschen aufhalten!

Im Freien gibt es kaum ein Ansteckungsrisiko, vor allem in den Sommermonaten, wenn das Virus durch die UV-Strahlung dezimiert wird!

Sehr geehrte Abgeordnete, bitte sorgen Sie dafür, dass es eine so weitgehende Einschränkung von Grundrechten, wie sie ein Lockdown darstellt, nur auf Grund valider wissenschaftlicher Daten geben kann.
Dr. math. Astrid Baumann, Friedberg/Hessen, den 13.4.2021
ehemals Frankfurt University of Applied Sciences
OStR a.D. Wolfgang Büchel, Hattersheim
Dipl.-Math. Michael Horn, München
Dipl.-Math. StR a.D. Gottfried Paschke, Bad Homburg v.d.H.
ehemals Frankfurt University of Applied Sciences
Prof. Dr. Thomas Rießinger, Bensheim
ehemals Frankfurt University of Applied Sciences
OStD Markus Spindler, Halle/W.
→ Druckversion
← zum Nachrichtenüberblick

Kommentare

19.04.2021, 18.21 Uhr
Bubo bubo | wertlose Inzidenz
Fakten interessieren die politischen Entscheidungsträger auf Bundesebene doch schon lange nicht mehr. Eine willkürliche, in beide Richtungen stark manipulierbare Inzidenzzahl von 100 als ultimatives Kriterium in einen Gesetzestext einzubinden, stellt offenkundig eine beängstigende Ahnungslosigkeit zur Schau.

Anstatt die Menschen zu ermuntern den Gang ins Freie zu suchen und somit einem deutlich erhöhtem Infektionsrisiko in Innenräumen aus dem Weg zu gehen, wird der Bevölkerung , auch durch die Novellierung des Infektionsschutzgesetzes , mal wieder die Holzhammer-Methode präsentiert.

Wahrscheinlich mussten die Berater vom RKI, sowie weitere externe „Fachkräfte“ wie Lauterbach ihre apokalyptischen „Nach-Ostern-Prognosen“ mit einer wortgewaltig angekündigten Inzidenz von bis zu 500 nun still und heimlich zurecht basteln.

Meine Vermutung: Der Peak ist erreicht. Die Regierung möchte sich nur so gerne die Lorbeeren für das sich künftig kontinuierlich entspannende Infektionsgeschehen einheimsen. Getreu dem Motto: Wir waren nicht ganz untätig.

11   |  7     Login für Vote
19.04.2021, 20.23 Uhr
Kyffhaeuser | Inzidenz nur im Verhältnis zu den Testungen
spätestens seit dem massenhaften Einsatz der Schnelltests hätte man den Inzidenzwert nur noch im Verhältnis zu den absolvierten Schnelltests und noch besser zusätzlich zu den PCR Tests setzen müssen und dann neue Richtwerte festlegen sollen. Leider scheint es "weiter" Oben keinerlei mathematischen Sachverstand zu geben ? Nur mal als Beispiel, 0 (Null) Tests = Inzidenz Null ! das kann ja nicht die Lösung sein, daher sollte die Inzidenz ins Verhältnis zu den amtlich durchgeführten Schnelltests und den PCR Tests gesetzt werden. Amtliche Tests sind alle in Firmen, Behörden, Schulen , Apotheken etc. organisierten Tests. Die ggf. wenigen privaten Tests die auch zu positiven Ergebnissen führen können, sollten mit einem Korrekturfaktor z.B. + 10 % einfach aufgeschlagen werden. Problem, wie meldet man die "amtlichen" Tests an welche Behörde ?? Das wurde alles verpennt, daher nimmt man immer noch den Inzidenzwert als Maß aller Dinge, wie am Frühjahr 2020, als es wirklich nichts Anderes gab. Ein weiterer Maßstab für eine zwingende Bremse sollte die Auslastung der verfügbaren Intensivbetten sein, wenn z.B. 50 % überschritten wird, dann muss gehandelt werden oder so ähnlich, egal was für Inzidenzen vorliegen.

6   |  4     Login für Vote
19.04.2021, 20.40 Uhr
Salz | An den Uhu...
So lange es, schon im kleinen,auf ihre wahren Worte Leute gibt, die als Reaktion den Daumen nach unten machen, es die Hoffnung auf baldige Gesundung des Landes verloren.

5   |  8     Login für Vote
19.04.2021, 21.23 Uhr
andreaspaul | falsch Kyffhaeuser
wir haben mit dem Virus zu leben.Hat man übrigens schon von der Pharmaseite gesagt.Impfen wird ,wie bei der Grippe ein Dauerzustand.Grippe/Corona.....Jacke wie Hose.Mit der Grippe leben wir ja auch.Ich z.B. nie geimpft.Nie Grippe.Das wird bei Corona und vielen Menschen genauso sein.
Der einzigste Masstab für eine Krankheit und die dabei erforderlichen Massnahmen kann nur sein(wie ich auch heute von einem Virologen gelesen habe)
die Anzahl von Kranken und Toten.(wie es auch normal immer so betrachtet wurde)
Die Testungen und Inzidenzwerte führen zu immer wiederkehrenden Lockdowns bei diesem gewollten Infektionsgesetz.
Das normale Leben wie wir es kannten wird mit diesem Masstab und dem Infektionsgesetz nie wieder kommen.
Das muss uns klar sein.Deswegen diese Aktion.

9   |  10     Login für Vote
20.04.2021, 09.54 Uhr
grobschmied56 | Der ganze Inzidenz-Schwindel...
... ist ja auch keine mathematische, sondern eine rein politische Aktion. Es soll auch gar keine Klarheit und kein Überblick gewonnen werden. Nein, im Gegenteil!
Vernebeln, verschleiern, mit möglichst großen und eindrucksvollen Zahlen verängstigen, einschüchtern und verunsichern. Das ist der politisch gewollte Zweck der Übung.
Der Endzweck: Föderalismus und Rechte von Bürgern und Länderparlamenten einengen, den Bundestag entmachten.
Dafür - mehr Zentralismus und mehr Macht für Merkel.
Das Virus ist durchaus real, aber die Maßnahmen, die sind syrreal.
Merkel und ihre Kofferträger folgen konsequent dem Grundsatz: Laß keine Krise ungenutzt verstreichen!

5   |  6     Login für Vote
20.04.2021, 10.26 Uhr
HisMastersVoise | Augen zu und ...... was ?
Es ist völlig unerheblich, was sich die Leugner vor ihre Augen halten, um nicht sehen zu müssen. Da kommt eine Studie von Mathematikern, welche nun der Goldstandart sein soll. Aber die Intensivstationen sind randvoll. Da kommt ein Elternbrief, warum die Kinder in menschenunwürdigen Verhältnissen lernen müssen, aber die Intensivstationen sind randvoll. Da sprechen zig Spezialisten weltweit täglich über die außergewöhnliche Gefahr dieser Pandemie mit allen Risiken durch und für die Menschen. Und es gehen trotzdem Leute unter dem Deckmantel des Spazierens in Gruppen durch die Stadt. Und die Intensivstationen werden überlastet. Solange Ihr also nicht den Mut aufbringt, mit den Schwestern und Pflegern und Ärzten/innen über der Realität vor Ort zu sprechen, sind alle diese Pseudoargumente hier nur eine weitere Dunkelschicht auf Eure Blindenbrille. Ihr könnt gerne weiter in Eurem Traumland wandeln, wir werden uns um die Wirklichkeit kömmern.

8   |  8     Login für Vote
20.04.2021, 11.27 Uhr
andreaspaul
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema des Beitrages
20.04.2021, 12.13 Uhr
Landarbeiter | Klar, mehr Macht für Merkel, was denn sonst.
Deshalb tritt die Frau in ein paar Wochen auch nicht mehr an. Wer an den Schwachsinn "mehr Macht für Merkel" glaubt, der sollte dringend prüfen, ob man nicht vielleicht selbst Opfer von Vernebelung ist.

Und was soll mir dieser Brief der Matheasse denn sagen? Das die Intensivmediziner dieses Landes alles Deppen oder Arbeitsscheue sind? Wer den Inzidenzwert nicht mag, der schaut eben mal bei den Intensivmedizinern vorbei. Die meisten Menschen gehen ja auch zum Mediziner, wenn sie krank sind. Außer Vera Lengsfeld und ihre Jünger, die gehen bei Krankheit offenbar zum Mathematiklehrer.

8   |  7     Login für Vote
20.04.2021, 19.24 Uhr
grobschmied56 | In die Zukunft blicken...
... das ist ein Talent, welches nicht jedem Menschen gegeben ist.
"Herr Doktor, ich habe seherische Fähigkeiten!"
"Seit wann denn?"
"Ab Dienstag nächster Woche!"

Immerhin gibt es Kommentatoren, welche über ähnlich erstaunliche Fähigkeiten verfügen. Die wissen zum Bleistift ganz genau, wie viele Wochen Amtszeit die Frau Merkel noch vor sich hat.
'Ein paar.' Nun ja, etwas dehnbarer Begriff, aber bei großzügiger Betrachtungsweise gibt er schon so einiges her.
Ich zähle bis zur nächsten Bundestagswahl noch 23 lange Wochen (bitte korrigieren, wenn ich falsch liege).
Wenn die Bundestagswahl denn am 26. September stattfinden sollte!
Es wäre ja nicht die erste Wahl in Deutschland, die wegen des 'Pandemie-Geschehens' verschoben werden muß, gelle?
Und selbst wenn die Wahl wie geplant stattfindet, so hat FrauMerkel bis dahin noch reichlich Zeit, Ermächtigungs-Gesetze durch den Bundestag zu peitschen, die Befugnisse der Länderparlamente weiter auszuhebeln und sonstiges Unheil anzurichten.

4   |  6     Login für Vote
→ Kommentar hinzufügen



Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.

Anzeige MSO digital
Wir verwenden Cookies um die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren und geben hierzu Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an Partner weiter. Mehr Informationen hierzu finden Sie im Impressum und der Datenschutzerklärung.