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Do, 09:00 Uhr
02.12.2021
Vorgeschmack:

Trotz Corona: Weihnachten im Theater

Was soll es denn dieses Jahr zum Weihnachtsfest sein? Eine Rotfichte? Eine Blaufichte, eine Colorado-Tanne, Douglasie oder Kiefer? Entscheiden Sie sich rechtzeitig. Tracy in der Musical-Revue "A NEW YORK CHRISTMAS" hatte da Findungsschwierigkeiten und startete auch erst in allerletzter Minute zum Christbaumkauf...

Musical-Revue im Nordhäuser Theater: "A New York Christmas" (Foto: Theater Nordhausen/Marco Kneise) Musical-Revue im Nordhäuser Theater: "A New York Christmas" (Foto: Theater Nordhausen/Marco Kneise)
Einen Baum gab es noch – kurz vor Ladenschluss, eine Nordmanntanne, der Klassiker unter den Weihnachtsbäumen: 60 Dollar. Da muss sie zum Geldautomaten. Den einsamen Baum entdeckt noch ein weihnachtsbaumsuchender Spätzünder: Phil. Diesen Baum will er unbedingt, ist sogar bereit, den Wucherpreis von 90 Dollar zu zahlen. Schwupps, da ist der Baum für Tracy verloren. Ein Gesangsduell der beiden endet unentschieden, entnervt schenkt der Verkäufer den beiden den Baum.

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Sollen sie doch damit machen, was sie wollen, am besten sich einigen, vielleicht bei einem Kaffee. Da die beiden im Musical-Business arbeiten, haben sie zumindest schon einen Anknüpfungspunkt. Im Coffeeshop klären sie, warum gerade dieser Baum für ihr jeweiliges Glück unverzichtbar ist. Phils letztes Weihnachtsfest endete traumatisch – ohne Baum – und leitete die Trennung von seiner Frau ein. Dieses Jahr nun will er seinem Sohn das schönste und perfekteste Weihnachtsfest aller Zeiten bieten. Tracy bringt ihre Story zum Thema Baum-Glück auf den Punkt: "Tracy und die Männer – Eine unendliche Geschichte." Nun hofft sie auf einen Heiratsantrag unterm Weihnachtsbaum von ihrer neuesten Liebe.

Bei diesen Argumenten gibt Phil nach und überlässt Tracy die Nordmanntanne. Aber wird es nun auch ein glückliches Weihnachtsfest geben? Am Heiligen Abend gibt es für beide eine nicht so Freude spendende Überraschung. Was sie bringt? Erst Heulen und Zähneklappern, dann ein Happy End. Eine Musical-Revue zur Weihnachtzeit kann nur happy enden.

Renate Liedtke im Gespräch mit Autor und Darsteller Jörg Neubauer.

Jörg, um es vorweg zu nehmen: Gibt es bei Euch daheim einen Weihnachtsbaum?

Das habe ich mir heute auch überlegt. Im Morgenmagazin kam der Bericht vom Beginn des Weihnachtsbaumverkaufs. Wir haben eigentlich immer einen Weihnachtsbaum. Drei Jahre hatten wir einen künstlichen Weihnachtsbaum, das endete dann damit, dass er einmal mit Kunstschnee dekoriert wurde und dann rettungslos verloren war. Seitdem gibt es wieder echte Tannen. Klar, Weihnachtsbaum muss sein.

Wer von Euch kam auf die Idee, eine Weihnachtsrevue zu schreiben?

Das Ganze ist ja bereits im vergangenen Jahr entstanden. Die Theaterleitung war auf der Suche nach Ersatzproduktionen für den Spielplan, der durch Corona nicht wie geplant realisiert werden konnte. Es waren Produktionen gesucht, die mit weniger Personage auf der Bühne auskommen. Da stieß man auf eine Weihnachtsrevue, die es am Brandenburger Theater gab. Femke Soetenga und Thomas Christ, die beiden Gäste in unserer Produktion, hatten dort in der Inszenierung von Rolf Widder, der die Revue auch konzipiert hatte, mitgewirkt.
Musical-Revue im Nordhäuser Theater: "A New York Christmas" (Foto: Theater Nordhausen/Marco Kneise)
Musical-Revue im Nordhäuser Theater: "A New York Christmas" (Foto: Theater Nordhausen/Marco Kneise)
Musical-Revue im Nordhäuser Theater: "A New York Christmas" (Foto: Theater Nordhausen/Marco Kneise)
Musical-Revue im Nordhäuser Theater: "A New York Christmas" (Foto: Theater Nordhausen/Marco Kneise)
Musical-Revue im Nordhäuser Theater: "A New York Christmas" (Foto: Theater Nordhausen/Marco Kneise)
Musical-Revue im Nordhäuser Theater: "A New York Christmas" (Foto: Theater Nordhausen/Marco Kneise)
Musical-Revue im Nordhäuser Theater: "A New York Christmas" (Foto: Theater Nordhausen/Marco Kneise)
Musical-Revue im Nordhäuser Theater: "A New York Christmas" (Foto: Theater Nordhausen/Marco Kneise)
Die Theaterleitung hier in Nordhausen fand die Idee gut, Ivan Alboresi sollte inszenieren. Alle sahen Potential in der Story, aber wir wollten sie nicht eins zu eins übernehmen. Wir haben ganz viel Musik ausgetauscht und eigentlich alle Dialoge neu geschrieben und noch ein dritte Figur kreiert, den Erzähler. Dadurch hatten wir die Möglichkeit, weitere Rollen, die wir uns wünschten, tatsächlich auf die Bühne zu bringen und es war uns möglich, mehr Weihnachtslieder in die Revue zu integrieren. Wir haben die Grundidee von den zwei Menschen, die sich per Zufall begegnen und deren Leben sich unter einem Weihnachtsbaum bzw. im Streit darum kreuzen behalten.

Letztes Jahr kam die bereits fast fertige Revue Corona verschuldet nicht zur Premiere. Jetzt startet ihr neu durch. Gab es Überlegungen, noch einmal Hand anzulegen und etwas zu ändern?

Nein, das wäre zeitlich sehr, sehr knapp geworden, selbst wenn wir es gewollt hätten. Ich glaube auch, es funktioniert so sehr gut, und es fehlt auch nichts. Dieses Jahr ist es unsere Aufgabe, das Ganze mit dem Orchester zusammen zu fügen. Dazu sind wir letztes Jahr nicht gekommen. Wir sind bis zu den Endproben gekommen und haben diese nur mit Klavierbegleitung gemacht, da bereits feststand, dass es keine Premiere geben wird.

Du spielst den Erzähler und schubst als dieser die Figuren im wahrsten Sinne des Wortes in ihrer Handlung an. Singst du auch?

Ja, ich singe auch. Das ganze Stück hat eine Klammer. Wir beginnen im leeren Raum und wir singen eine erste Einstimmung in die weihnachtliche Zeit mit dem »Carol of the Bells« und steigen dann in die Figuren, die Szenen und in einen Ort ein. Bei allen Figuren, die der Erzähler spielt, bleibt er immer als der Erzähler, der dann der Weihnachtsbaumverkäufer ist, der Kellner im Café oder der ersehnte Verlobte von Tracy, erkennbar.

Die Übergänge zwischen den einzelnen Szenen werden immer von Weihnachtsmusik getragen. Die haben wir so ausgewählt, dass sie auch stets als ein Kommentar auf das gerade Gesehene oder als ein Ausblick auf das Kommende zu verstehen ist. Wir enden wieder im leeren Raum, wo wir zu dritt nach dem Ende dieser Reise die Leute ganz traditionell mit "Stille Nacht" auf den Heimweg schicken.

Femke Soetenga, die Tracy im Stück, war schon oft in Nordhausen zu Gast…

Genau, Femke ist hier ein sehr bekanntes Gesicht, sie war schon sehr häufig am Haus, auch schon unter der vorigen Intendanz von Lars Tietje, übrigens der Bruder von Kai Tietje, der die Arrangements für unsere Revue geschrieben hat. Femke hat hier bereits viele Hauptrollen gespielt, zuletzt die Evita und zuvor die Päpstin und wird in der Musical-Produktion der Thüringer Schlossfestspiele Sondershausen "3 Musketiere" die Lady de Winter spielen. Thomas Christ ist erstmals hier im Haus als Gast. Ich kenne ihn noch aus meiner Studienzeit. Wir haben beide an der Bayerischen Theaterakademie August Everding studiert und sind uns dort begegnet. Hier stehen wir zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne.

Vielen Dank für das Gespräch und Toi! Toi! Toi! für die morgige Premiere.

Musikalische Leitung: Chenglin Li
Inszenierung: Ivan Alboresi
Bühne: Wolfgang Kurima Rauschning
Kostüme: Anja Schulz-Hentrich

Mit Femke Soetenga (Tracy), Thomas Christ (Phil), Jörg Neubauer (Erzähler)
Premiere: 3. Dezember 2021
Weitere Vorstellungen: 4.,5.,19.,20.,21.,22.,23.,26.,27.,28.,29. Dezember 2021 Theater Nordhausen, Großes Haus
Autor: psg

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