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Fr, 09:00 Uhr
11.02.2022
Lichtblick fürs Wochenende

Jesus und das Gleichnis vom Sauerteig

Ab und zu backe ich Brot. Mit vielen Körnern vom Roggen, von der Gerste, vom Weizen. Manchmal mische ich auch geriebene Möhren darunter oder Kartoffeln und Nüsse. Aber das eigentlich Entscheidende an dem Brot, das ich backe, ist der Sauerteig...

Ein kleines Gläschen davon hege und pflege ich in unserem Kühlschrank. Und immer dann, wenn ich backe, nehme ich davon eine kleine Menge und mische die unter das Mehl. Und das Faszinierende dabei ist, dass von dem Sauerteig eine kleine Menge genügt, damit der ganze Teig am Ende schön locker und fluffig, eben durchsäuert, wird.

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Jesus hat dieses Beispiel einmal aufgegriffen und hat gesagt: Das Reich Gottes gleicht einem Sauerteig. Das Himmelreich gleicht einem Sauerteig, der unter eine große Schüssel Mehl gemengt wird. Und am Ende durchsäuert er den ganzen Teig.

Das Himmelreich ist dort, wo Gottes Maßstäbe gelten: Nächstenliebe, Vertrauen, Treue, Hoffnung, Glaube und wo der Mensch wirklich ein Mensch ist und sich nicht als Gott aufspielt. Überall dort gibt es Spuren des Himmelreichs, wo ein Mensch einem anderen ein gutes Wort mit auf den Weg gibt, wo jemand seinem Mitmenschen gegenüber Nächstenliebe übt, wo jemand verzeihen kann. Überall dort ist es, wie wenn ein bisschen Sauerteig in die große Schüssel mit Mehl hineingebracht wird.

Und dann wirkt dieses gute Wort weiter oder der aufmunternde Blick oder die Versöhnung oder die neue Hoffnung, die ein Mensch findet. Und dann ist es so wie beim Sauerteig in einer großen Schüssel Mehl: er arbeitet und zieht weitere Kreise, breitet sich aus.

Wo kann ich heute ein bisschen Sauerteig sein? Wo kann ich ein gutes Wort, einen aufmunternden Blick, ein Versöhnungsangebot geben? Wo kann ich einen Menschen auf seinem Weg zu Gott begleiten?

Liebe Leserinnen und Leser, sicher finden Sie heute viele Gelegenheiten dafür. Ich wünsche Ihnen Mut, wie ein Sauerteig zu sein.

Herzliche Grüße, Ihr Pfarrer Frank Freudenberg
Autor: red

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