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Sa, 16:23 Uhr
19.02.2022
Verkehr

Nützt die Pendlerpauschale nur Besserverdienenden?

Eine Erhöhung der Pendlerpauschale käme fast ausschließlich den Autofahrern zugute, die ein hohes Einkommen haben - zu diesem Schluss kommt der Verband der Deutschen Bahnkunden. Statt einer Erhöhung der Pauschale bräuchte es bessere Angebote bei Bus und Bahn...

Steigende Kraftstoffpreise machen den Autofahrern im Moment das Leben schwer. So schwer, dass die Bereitschaft in der Bundespolitik hoch ist, sie schnellstmöglich durch Steuergeschenke zu entlasten – die sogenannte Pendlerpauschale soll erhöht werden. An Finanzminister Christian Lindner (FDP) soll eine Erhöhung nicht scheitern – so seine aktuelle Äußerung zu dem Thema.

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Der DBV kritisiert die mögliche Erhöhung der Pendlerpauschale als falschen Weg, weil damit kein verkehrspolitisches Umsteuern verbunden ist. Natürlich sind fast 100% der Autofahrer dafür, dass sie bei den Kosten entlastet werden (deshalb sind solche Umfragen eher für den Papierkorb geeignet). Es ist fraglich, ob mehr Geld für Pendler wirklich eine große Entlastungswirkung entfaltet. Populär mag die Bereitschaft deshalb sein, weil in den kommenden Monaten drei wichtige Landtagswahlen anstehen und die „Protestbereitschaft“ der Autofahrer seit jeher sehr groß ist. Nur profitieren durch Steuerrückerstattungen und gerinere Steuerzahlungen die davon, die ein hohes Einkommen haben. Die Menschen, denen jeder Cent mehr an der Tankstelle wirklich weh tut, haben erst ein Jahr später, gar nichts oder kaum etwas davon.

Nach Meinung des Deutschen Bahnkunden-Verbandes sollte das Geld eher für die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs insbesondere in den ländlichen Regionen ausgegeben werden. Denn hier käme ein attraktives Bahn- und Busangebot allen Menschen zu jeder Zeit zugute. Ein gutes ÖPNV-Angebot würde die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens unterstützen, zur Verkehrssicherheit und Entlastung der Städte insgesamt beitragen. 71 % aller Pendler sind laut Statistischem Bundesamt aktuell bis zu 30 Minuten auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule, zum Einkaufen usw. Diese Entfernungen lassen sich gut mit einem abgestimmten, verlässlichen und bezahlbaren Angebot mit öffentlichen Verkehrsmitteln und den anderen Mobilitätsformen des Umweltverbundes (zu Fuß gehen, Fahrradfahren) darstellen.

In einem Auf- und Ausbau des Nahverkehrsangebots wäre das Geld besser angelegt, als in einer Förderung des Autoverkehrs. Wem die steigenden Kraftstoffpreise im Moment am meisten wehtun, wird bei einer Erhöhung der Pendlerpauschale davon am wenigsten haben. Zum einen wirkt sie erst bei der Abgabe der Steuererklärung und ist spürbar bei denen, die viel Steuern zahlen.

Die Bundesregierung ist mit der plakativen Überschrift „Mehr Fortschritt wagen“ angetreten. In der Einleitung heißt es „Unsere Zeit braucht neue Antworten.“ Eine Erhöhung der Pendlerpauschale wäre eine überholte Antwort aus einer lange zurückliegenden Zeit. Deshalb wird sich der DBV weiterhin aktiv in die Diskussion einbringen um weitere Steuergeschenke ohne Nutzen für Mobilität, Stadtgestaltung und Klima zu verhindern.
Autor: red

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Kommentare
Bebo
19.02.2022, 19:06 Uhr
Vermögende
und Besserverdienende zu beschenken hat doch in diesem Land Methode.
Echter-Nordhaeuser
19.02.2022, 21:10 Uhr
"Geld eher für ÖPNV!?"
Natürlich gebt den ÖPNV das Geld deshalb dreht sich trotzdem kein Rad auf's Dorf.
Die nehmen auch nur die Gelder für ihre Sanierung. Ganz einfach CO2 Steuer abschaffen und Steuern runter dann ist den Autofahrern auch schon geholfen.
Flitzpiepe
19.02.2022, 21:44 Uhr
Dazu passt ja
dass in der nächsten Stadtratssitzung doch tatsächlich die Erhöhung der ÖPNV Gebühren in Nordhausen diskutiert wird.
Die Einzelfahrt wird wohl um 30 Cent auf 2 € angehoben. Die Jahreskarte wird dort mit 500€ im Jahr vorgeschlagen.
Das muss man mal überlegen: Das Angebot der Straba wird um 1/3 gekürzt und die Preise sollen um 15% steigen. In Österreich kann man für 365€ im Jahr ein ganzes Bundesland per ÖPNV benutzen. Ein täglicher Pendler aber von Nordhausen nach Sondershausen muss im Jahr derzeit über 1600€ (2 Jahreskarten) im Jahr für den ÖPNV berappen. Wenn man aktuell um 7 Uhr in Sondershausen sein möchte, schlägt einem die Fahrplansuche den Start mit der letzten Straba des Vortages vor!
Die geplante Erhöhung ist ein weiterer Schritt in der Abwärtsspirale des Nordhäuser ÖPNVs, der getrieben wird von Vorgaben des Landesverwaltungsamt!
Das ist die völlig falsche Richtung
Gehard Gösebrecht
20.02.2022, 10:18 Uhr
so kommt das
Keiner fährt mehr mit Bus und Bahn.
Taxi wegen ständiger Arztfahrten nicht verfügbar und Auto auf Dauer zu teuer.
Zuhause bleiben und gut is.
Dann können die Staatsvertreter sich bald nur noch selbst Rechnungen und Quittungen ausstellen.
Richtig so!
osmosemike
20.02.2022, 10:50 Uhr
CO2 Steuer wird nur versickern
Die CO2 Steuer wird auch nur in irgendwelchen Kanälen verschwinden. Ich stelle seid Jahren fest das ich weniger Energie verbraucht habe durch anderes verhalten und effizientere Geräte. Aber Zahlen soll ich trotzdem immer mehr. Eigentlich ( ich weiss eigentlich ist eigentlich kein Wort) müssten durch den Einsatz von erneuerbaren Energien der Preis erheblich sinken aber das wird er nicht. Die CO2 Steuer sollte zu 100% dem Bürger wiedergegeben werden, so das versprechen der alten Regierung. Leider wird auch das nicht geschehen da dies ein riesiger Bürokratie aufwand ist( so schaft mann Arbeit). Der ÖPNV wird niemals billiger werden weil wie hier schon beschrieben erstmal Saniert wird und der Rest ist wie gesagt Bürokratie. Ich fahre selbst ein vollelektrisches kleines Auto mit anfänglich sehr gutem kosten je KM. Jedoch ist der Preis für den Strom den man zahlen muss an öffentlichen Säulen jedes Jahr gestiegen und hat schon fast das Niveau vom Diesel je km fahrt erreicht. Achja ich bekomme knapp 300euro co2 Steuer zurück jedes Jahr. Das ist zwar erfreulich aber wenn ich mir anschaue das dafür extra neue Firmen enstanden sind, die das berrechnen ( die wollen natürlich auch davon leben) dann weiss ich auch hier das die co2 Steuer leider ein Bürokratie Monster ist. Und Nordhausen macht genau das Gegenteil was in der " großen Politik" ständig erzählt wird. Hier wird der Öpnv teurer und schlechter. ( sorry für bestimmt viele chreibfhler das regt mich nur zu sehr auf).
RWE
20.02.2022, 11:13 Uhr
Wenn jemand aus Kleinfuurra um 6 Uhr morgens bei Griwe in Haynrode seine Schicht beginnt,
wie soll er mit ÖPVN dorthin gelangen und wenn es geht-wann soll er aufstehen?

ÖPVN ausbauen ist immer gut. Allein darauf zu setzen funktioniert nur bei Menschen. die im selben Ort leben und arbeiten. Da funktioniert am ehsten Großstädten, also da wo die Kernwählerschaft der Grünen lebt.
Kobold2
20.02.2022, 13:35 Uhr
Hier wird
Nach meiner Erfahrung zu wenig an Alternativen, wie Mitfahrgelegenheiten gedacht.
RWE
20.02.2022, 15:24 Uhr
Lieber Kobold2,
um bei meinem Beispiel zu bleiben. Das muß schon ein großer Zufall sein, dass 2 Leute aus dem selben Ort in der Firma in der selben Schicht arbeiten. Außerdem müßten sie dann auch noch gemeinsam Urlaub nehmen und sich gemeinsam kranke schreiben lassen. Da wo es möglich ist, nutzen die Leute Fahrgemeinschaften, allein um Spritgeld zu sparen.
Zu glauben allein nur mit ÖPVN klarzukommen ist weltfremde Weltverbeserungsspinnerei.
Kobold2
20.02.2022, 19:18 Uhr
Die Reaktion
Hab ich genauso erwartet.....
Warum müssen zwingend beide, (oder auch mehr) im selben Ort wohnen und auch noch zur selben Zeit Urlaub machen? Es hätte nur noch gefehlt, das sie unbedingt Nachbarn sein müssen.
Für die gleiche Schicht kann man mit dem Arbeitgeber reden. Man kann sich an einem logistisch sinnvollen Punkt treffen. Nicht umsonst gibt es Pendlerparkplätze. Der weiter entfernt Wohnende fährt bis zu seinem Kollegen und von da aus einmal mit ihm und einmal selbst weiter....usw.
Möglichkeiten gibt es einige, aber dazu muss man wollen und sich Gedanken machen.
Bequemlichkeit gibt's selten zum Nulltarif....
RWE
20.02.2022, 19:35 Uhr
Sicher kann man mit dem Arbeitgeber reden
Was ist aber wenn ein Wechsel Schicht nicht möglich ist oder eben im Ort kein anderer in der Firma arbeitet? Muß man dann firmenübergreifend suchen? Es gibt auch Apps, klar. Aber ohne Individualverkehr wird es nicht funktionieren. Natürlich sind Fahrgemeinschaften sinnvoll, aber eben nur da wo es geht.
Kobold2
21.02.2022, 11:03 Uhr
Was ist aber wenn....
Warum immer diese negative Grundhaltung?
Wenn dem Unternehmen etwas an seinen Mitarbeitern liegt, wird man wohl eine Lösung finden. Nur darf man nicht erwarten, das das rundrumsorglos Paket von anderen präsentiert wird. Da muss man sich schon selbst kümmern.
Flitzpiepe
22.02.2022, 13:16 Uhr
Transparenz
So sieht also die Transparenz aus, die uns Herr Buchmann versprochen hat.
Das Dokument zur Diskussionsgrundlage von neuen (natürlich erhöhten) ÖPNV Tarifen ist jetzt wieder aus dem öffentlichen Stadtratsinformationssystem verschwunden.
Es kann sich jetzt jeder seinen Teil denken...
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