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Mo, 10:58 Uhr
28.02.2022
Aus dem Landtag

Schonzeit verkürzen, Waldumbau fördern

Jäger leisten einen wichtigen, allerdings oft unterschätzten Beitrag zum Naturschutz, meint die Thüringer FDP. Man sollte der Jägerschaft mehr Vertrauen entgegen bringen als bisher...

Deshalb unterstützen die Freien Demokraten im Thüringer Landtag auch das Ansinnen, befristet auf fünf Jahre die Schonzeit für Rehböcke und Schmalrehe zu verkürzen. Sie soll bereits am 31. März enden statt wie bisher am 30. April.

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„Unsere Jäger sind keine schießwütigen Typen, die alles abknallen, was ihnen vor die Flinte läuft“, betont Dirk Bergner, forstpolitischer Sprecher der FDP. „Sie sind in erster Linie Naturschützer, die mit hohem Verantwortungsbewusstsein die Landschaft und den Wildbestand pflegen.“ Zwar sieht auch er, dass das Meinungsbild in der Jägerschaft zur Verkürzung der Schonzeit um einen Monat gespalten ist. Aber es wird andererseits auch kein Jäger gezwungen, Tiere zu jagen, wenn er es selbst nicht für angezeigt erachtet.

„Wenn wir dem Ziel eines ökologischen Waldumbaus näher kommen wollen, müssen die Rehbestände angemessen begrenzt werden können“, erklärt Forstpolitiker Bergner. Im Frühjahr steigt der Futterbedarf der Tiere stark an; es kommt besonders in wiederaufgeforsteten Gebieten zu massiven Schäden durch Verbiss. Eine Verkürzung der Schonzeit würde den Jagdbeginn auf die Zeit vor dem Blattaustrieb der sommergrünen Baumarten verlegen. Umso mehr ist Bergner überrascht, dass sich im Landtag unter anderem die Grünen diesem Ansinnen kritisch gegenüber positioniert haben.

Sollten in die neue Verordnung unterschiedliche Regelungen – bezogen auf die Höhenlage – eingeführt werde, sorgt dies aus Sicht des Freien Demokraten für unnötige, zusätzliche Bürokratie. „Wir brauchen stattdessen praktikable Regelungen und viel Vertrauen in die Fachleute vor Ort“, so Bergner.

Die Schonzeit-Verkürzung steht in dieser Woche auf der Tagesordnung des Fachausschusses für Infrastruktur, Landwirtschaft und Forsten.
Autor: red

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Kommentare
geloescht.20230206
28.02.2022, 13:39 Uhr
Ich bin kein Gegner
Der Jagd, aber daran erkennt man wieder, dass das Tier zur Sache erklärt wird und es am Ende Wirtschaftliche Dinge sind die im Vordergrund stehen. Wald vor Wild, auf Teufel komm raus von oben verordnet.
Nörgler
28.02.2022, 15:12 Uhr
Offener Brief an Landesregierung (1. Teil)
Sehr geehrte Damen und Herren.
Mit den neuesten Jagd- und Schonzeiten für Schalenwild im Frühjahr (Schmalrehe,
Schmaltiere, nicht führende Bachen) wird der Gesetzgeber sich selbst zum Feind durch
Gesetzbruch, weil der massive Verstoß gegen den Tierschutz billigend in Kauf genommen
wird. Was ist aus der Jagd geworden, fragt nicht nur eine anspruchsvolle Jägerschaft, sondern auch die Öffentlichkeit, wenn die Kinderstube der Wildtiere nicht mehr geachtet wird.

Jagdbeiräte aus der Forstwirtschaft, auch sogenannte Fachpresse schildern seit Jahren, wie leicht Ricke und Schmalreh, Alttier und Schmaltier, Schwarzwild führend und nichtführend auf Fotos sich unterscheiden lassen. Die Praxis, die zur Verschwiegenheit verpflichteten Schweißhundführer und die Wildhändler zeichnen ein anderes Bild. Aktueller Hinweis aus Rheinland Pfalz, zwei Schweißhundführer (ein Forstbeamter und ein Berufsjäger) haben ihre Nachsuchenarbeit eingestellt. Der viele Jahre mit hoher Verantwortung geleistete „Rote-Kreuz-Dienst“ am Wild sei unerträglich geworden, speziell bei der Frühjahrsjagd. (Verendete Bachen an denen die Frischlinge saugen, Ricken, Alttiere, vermutete Schmaltiere, bei denen die Kälber Totenwache halten).

Die Frühjahrsjagd auf weibliches Schalenwild ist vom Gesetzgeber nicht nur für
professionelle, sehr erfahrene Jäger, sondern für jeden Jäger, auch für den Jungjäger nach vierzehntägigem Lehrgang erlaubt. In der Natur spielen sich Tiertragödien ab, die auch unter dem Gesichtspunkt des Waldwiederaufbaus nicht tollerierbar und zurück zu nehmen sind, bevor das Jagdwesen zum Flächenbrand wird.

Tierschutzorganisationen, Peta, Vierpfoten und Jagdgegner stehen in Lauerposition. Ihnen fehlt nur noch ein Günter Wallraff, der sich in das Jagdwesen einschleicht, die Jagd in der Gesellschaft an den Pranger stellt.

Die Frühjahrsjagd, insbesondere ab 1. April, ist nicht nur aus tierschutzrelevanten Gründen bedenklich, sondern auch aus Gründen des Waldschutzes. So wird die Frühjahrsjagd als besonders wirkungsvoll betrachtet, wenn das Wild auf dem ersten Grün Nahrung sucht...
Nörgler
28.02.2022, 15:14 Uhr
Offener Brief an die Landesregierung (2. Teil)
Dem Ruhebedürfnis des Wildes wird keine Rechnung getragen, man treibt es mit der
Intensivbejagung zurück in den Wald, wo es schält und verbeißt. Die zusätzliche Nachtjagd erhöht den Waldschaden. Wir haben in unserem Land kein Wild- sondern ein Jagdproblem, an dem der Gesetzgeber durch seine Verordnungen einen hohen Anteil hat.
Die Stimmen werden lauter, der Forstwirtschaft die Wildbewirtschaftung zu entziehen,
neuen Konzepten zu zuordnen.

Bedeutende Förster- und Jägerpersönlichkeiten der Vergangenheit, die kenntnisreich Wald und Wild gestalteten, sind abgelöst durch Dilettantismus. Wir erteilen den Ländern
Ratschläge rund um den Erdball, wie sie mit Natur und Wildtieren umzugehen haben. Mit
Wildtieren und Wald im eigenen Land stehen wir im wörtlichen Sinne auf Kriegsfuß.
Ein Volk, auch ein Jägervolk, daß seine Werte und Normen aufgibt, schlägt sich die eigenen Wurzeln ab und wird vergehen.

Einer der bekanntesten Wildbiologen Prof. Dr. Dr. Sven Herzog schreibt in seinem Buch
„Wildtier- Management“ „Ich gebe der derzeitigen Jagd noch ein bis zwei Jahrzehnte.“ Die
„Innere Mission“ der Jagd ist ein hohes Gut. Sie muß einen stärkeren Stellenwert bekommen, als gesetzliche Großzügigkeiten, in denen die Forstwirtschaft sich über den
Tierschutz stellt. Trotz Corona, trotz Borkenkäfer, trotz Klima- Weltuntergangsstimmung bitte ich Sie um Nachdenklichkeit für unser Wild. Es ist nicht Privateigentum der Forstwirtschaft, sondern allgemeines Kulturgut.

Mit freundlichen Grüßen Dieter Bertram

Nachtrag: Der Unterzeichner hat 45 Jahre als Berufsjäger in großen Pachtrevieren, sowie im Öffentlichen Wald als Jagdleiter eines Forstamtes mit fünf Revierförstereien gearbeitet. Das Wild war kein Problem, sondern ein Gewinn.
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