eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Mo, 10:18 Uhr
11.11.2024
dritte Kampagne „Handle – jetzt!“

Aktionstage gegen häusliche Gewalt

Frauen werden hinter ihrer Wohnungstür misshandelt, geschlagen, ermordet – von Männern, mit denen sie zusammenleben oder zusammengelebt haben. Jeden zweiten Tag stirbt in Deutschland eine Frau durch die Hand „ihres“ Mannes...

Ein Hauptproblem beim Gewalt-schutz ist die Unsichtbarkeit der Gewalt und die Unwissenheit der Betroffenen. Die wenigs-ten gewaltbetroffenen Frauen suchen sich Hilfe, noch weniger wissen, wer ihnen helfen könnte und an wen sie sich wenden müssen.

Anzeige symplr (1)
Die Kampagne „Handle – jetzt!“ der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten mit ihren lo-kalen Netzwerken gegen häusliche Gewalt und der Landesgleichstellungsbeauftragten möchte daran etwas ändern. Sie geht vom 16. bis zum 25. November 2024, dem Internati-onalen Tag gegen Gewalt an Frauen. Der Auftakt findet am 12. November um 14.00 Uhr vor dem Rathaus in Apolda statt.

Frauen, die Gewalt erfahren oder erfahren haben, sind überall – sie sind jedoch meist un-sichtbar. Etwa ein Viertel aller Frauen erleben im Laufe ihres Lebens Partnerschaftsgewalt, ein Drittel sexualisierte Gewalt. In 2023 suchten in den zwölf vom Land geförderten Frauen-häusern 257 Frauen mit 246 Kindern Schutz – das ist nur ein Bruchteil der tatsächlich be-troffenen Frauen. „Das ist auch in Thüringen nicht anders. Es wird noch immer davon aus-gegangen, dass etwa 90 % der Taten im Dunkelfeld liegen, also nicht bekannt werden“, so die Landesarbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsbeauftragten.

Ziel der Kampagne ist, möglichst viele Frauen, die zu Hause Gewalt erleben sowie deren Umfeld in sozialen Netzwerken über Hilfsangebote zu informieren. „Nur, wer weiß, dass es Hilfe und Schutz vor einem gewalttätigen Mann gibt, hat die Chance, sich der Gewalt zu entziehen“, sagt Gabi Ohler, die Beauftragte für die Gleichstellung von Frau und Mann des Freistaats Thüringen. „Gewalt gegen Frauen ist die größte alltägliche Menschenrechtsver-letzung in Deutschland.“

Mit der Kampagne wird mittels zahlreichen Veröffentlichungen in ganz Thüringen auf über 200 Beratungsstellen verwiesen, die Hilfen für Frauen, Kinder und auch für Männer sowohl als Opfer als auch Tatausübende anbieten. Gebündelt sind diese ganzjährig sichtbar als Hilfsangebote der Kommunen und des Landes unter: www.handle-jetzt.de. „Hier finden Op-fer und Täter, Erwachsene und Kinder, Männer und Frauen kostenfreie, vertrauliche An-laufstellen. Zögern Sie nicht, sich an diese zu wenden, lassen Sie sich beraten von Fachleu-ten – handeln Sie jetzt“, so die Landesarbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsbeauftragten.

Begleitend zur 10-tägigen Kampagne finden in vielen der 29 beteiligten Thüringer Regionen auch lokale Veranstaltungen und öffentliche Aktionen statt, zu denen Interessierte herzlich willkommen sind.

Das Netzwerk gegen häusliche Gewalt im Kyffhäuserkreis macht sich bereits seit 17 Jah-ren stark für Opfer von Partnerschaftsgewalt sowie deren Kinder.

Neben einem umfassenden Hilfeangebot von Beratungsstellen, der Selbsthilfegruppe „An-ker“, dem Opferschutz durch den Weissen Ring, der Polizei, dem Kinderschutzdienst, dem familienunterstützenden Verein Düne e. V., dem Frauenhaus und Behörden, ist die Öffent-lichkeitsarbeit eine wichtige Säule der Netzwerkarbeit. Häusliche Gewalt passiert meist nicht offensichtlich. Der private Raum, der eigentlich Schutz bieten soll, wird zu einem Ort der Angst und des Schweigens. Um das Schweigen zu brechen, braucht es Mut und das Wissen um Menschen, die in dieser oft ausweglos erscheinenden Situation, Hilfe anbieten können.

Mit Aktionstagen rund um den Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen am 25. Novem-ber möchte das Netzwerk gegen häusliche Gewalt Gesicht zeigen und lädt zu folgenden Veranstaltungen ein:

#WennDieGewaltNichtAufhört
Montag, 25. November 12.00 Uhr Marktplatz Sondershausen

Fahnenhissaktion unter dem Motto Partnerschaftsgewalt endlich wirksam beenden mit In-formationsständen des Netzwerkes gegen häusliche Gewalt / Ansprache Frauenhaus.

Suppe für den guten Zweck
Der Sondershäuser Bildungsverein lädt gemeinsam mit dem Düne zum Suppe essen ein. Ihre Spende kommt dem Frauenhaus zu Gute.

Mittwoch, 27. November 17.00 Uhr – 19.30 Uhr Bürgerzentrum Cruciskirche Son-dershausen

Fachvortrag „Narzissmus und häusliche Gewalt“ / Referentin Svenja Andrea Beck vom Verein Toxische Beziehungen beenden

Anmeldungen erbeten bis 15. November: Gleichstellungsbeauftragte (Landratsamt: k.toeppe@kyffhaeuser.de / Stadt Sondershausen: nowak@sondershausen.de) / Kinderbe-treuung bei Anmeldung Düne e. V. /03632 700410 / Unkostenbeitrag 3 Euro)

Zu den Veranstaltungen sind Sie herzlich willkommen. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Autor: red

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)