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Di, 14:45 Uhr
17.12.2024
nnz nachgehakt

Was wurde aus dem großen Greußener Postraub?

Im letzten Jahr vermisste manch Nordthüringer Weihnachtspost und -pakete. Im Januar stellte sich heraus: hier war nicht der „Grinch“ am Werk. Die nnz hat nachgehakt, was aus dem „großen Postraub“ geworden ist und erfahren, wie man sicher gehen kann, das Paket und Brief auch ankommen...

Einen ganzen Tisch voller Briefe und Weihnachtskarten beschlagnahmte die Polizei im Januar bei einer Postmitarbeiterin (Foto: agl) Einen ganzen Tisch voller Briefe und Weihnachtskarten beschlagnahmte die Polizei im Januar bei einer Postmitarbeiterin (Foto: agl)


Im vergangenen Jahr gingen in Nordthüringen zahlreiche Pakete „verloren“. Verluste in derlei Konzentration und Menge sind alles andere üblich, nach Hinweisen begann die Post selbst zu recherchieren und stieß dabei auf die Spitze eines Eisbergs. Ende Januar diesen Jahres erfolgt der Zugriff durch die Polizei, einer Postmitarbeiterin und drei weitere Beschuldigten wurde bandenmäßiger Betrug vorgeworfen, unter anderem sollen sie mehr als 30 Pakete und über 2000 Briefsendungen unterschlagen haben.

Fast ein Jahr später teilt die Staatsanwaltschaft in Mühlhausen gewohnt wortkarg mit, dass die Ermittlungen noch andauern. Die Auswertung von Beweismitteln und die vollständige Beschuldigtenvernehmungen stünden weiter aus, ein Abschluss der Ermittlungen könne noch nicht prognostiziert werden.

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Eine halbe Million Pakete am Tag
„Schwarze Schafe“ wie die Greußener Bande seien selten, sagt Thomas Kutsch, der Pressesprecher der Deutschen Post und DHL für Thüringen. „Es gibt eine große Postfamilie, das sind unsere Kollegen wie auch die anderen Zusteller. Sich richtig zu verhalten ist eine Frage der Postlerehre und solche Vorfälle gehen am Ende alle an und kratzen auch alle an. Die übergroße Mehrheit der Postler läuft sich jeden Tag die Hacken ab, gerade jetzt zur Weihnachtszeit und ist dabei frei von allen Verdachtsmomenten. Aber wir können niemanden in den Kopf schauen, Vorkommnisse wie in Greußen sind allerdings die absolute Ausnahme.“

Um Missetätern auf die Schliche zu kommen, gibt es bei der Post eine interne Abteilung der Konzernsicherheit, die „wachsamen Auges“ das Postgeheimnis wahre und bei Verdacht ermittle, erzählt Kutsch weiter, die wichtigsten Hinweise kommen dabei meist über die Kunden. Beim Postraub von Greußen waren es zuerst ein Elektronikfachhändler, dem seit März im Abstand mehrerer Wochen Pakete „verloren“ gingen und der daraufhin Hilfe bei der Post selbst nachhakte.

Die Beute der mutmaßlichen Betrüger waren „nur“ ein paar Pakete unter hunderttausenden, aber es reichte, sie zu ertappen. Rund 500.000 Sendungen verarbeite man allein im Verteilerzentrum in Nohra im Moment täglich, sagt Kutsch, und das sind nur die Pakete, die Briefsendungen liegen noch einmal in ähnlichen Höhen.

Wie gut sich bei derlei Mengen einzelne Sendungen nachverfolgen ließen, liege dabei auch an der Entscheidung des Absenders. „Einen Standardbrief für 85 Cent ist kaum nachvollziehbar. Wenn es wirklich wichtig ist, dann sollte man Briefe als Einschreiben versenden und Pakete auch als solche versichern. Die ein bis zwei Euro zu sparen lohnt sich am Ende nicht und man hat für den Fall der Fälle Haftungsansprüche. Wer unbedingt Bargeld versenden will, sollte das per Wertbrief tun, der dann ebenfalls genau nachvollziehbar ist.“ Zudem sollte man Empfänger wie auch Absender ordentlich vermerken, üblich sei das leider in vielen Fällen nicht mehr. Zur Sendungsverfolgung empfehle sich die Post- und Paketapp von DHL und Deutscher Post, außerdem kann sich, wer Briefe und Pakete vermisst, auch an das „Servicecenter Briefermittlung“ in Marburg wenden. Die Nachforschungsstelle existiert seit 1975 und beschäftigt rund 100 Mitarbeiter, deren alleinige Aufgabe es ist, Absender oder Empfänger unzustellbarer Briefe herauszufinden.

Vor dem Fest bleibt viel zu tun, das Sendungsaufkommen sei in diesem Jahr so hoch wie nie zuvor, sagt Kutsch. Den Postboten die sich tagein, tagaus darum bemühen, dass Briefe und Pakete noch rechtzeitig ankommen, sollte man deswegen nicht mit Misstrauen, sondern mit Wertschätzung begegnen. Gerade in der Weihnachtszeit sei selbst ein kurzes „Danke Schön“ schon hilfreich.
Angelo Glashagel
Autor: red

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