Fr, 13:38 Uhr
30.05.2025
Wanderbericht von Wolfgang Lehmann
Das war der Mai
Der Mai ist gekommen. Überall, wohin wir kommen, schlagen jetzt die Bäume aus. Nach einem alten Sprichwort führen viele Wege nach Rom. Das gilt auch für den Possen. Ein Wanderziel, dass schon oft auf unserem Plan stand. Heute ist für uns der Weg das Ziel...
Wir starten an der Trinitatiskirche in Holzengel. Auch wenn wir könnten, laufen wir heute nicht bis zum Naherholungszentrum. Am neu entstandenen Generationenwald machen wir Rast und wandern wieder zurück zur Kirche in Holztaleben. Die Führung hatte heute Ellinor Paul übernommen. Zur Verstärkung hat sie ihren Mann Kaspar mitgebracht, ein echter Waldmensch.
Damit war der Tag aber noch nicht zu Ende.
Gegen Abend treffen sich einige Wanderfreundinnen und Wanderfreunde im Cafe des Reiterhofs Nucke. Hier hat der Verein Statt Urwald-Kulturwald zu einem Vortrag eingeladen. Förster Ralf Hubert hat recht interessante Ausführungen zum Thema Geschichte der Blutbuchen und ihre Verbreitung gemacht und mit manchen Irrtümern aufgeräumt.
So wird z. B. oft gesagt, dass die Mutterblutbuche im Wald bei Oberspier stand. Sie stand schon immer im Holzengler Forst, auch wenn dieser in alten Zeiten einmal dem Oberspierer Forst zugeordnet war. Es stimmt auch nicht, dass es diese Mutation nur hier gab und alle Blutbuchen der Welt von hier abstammen.
Gleiche Mutationen gab es auch in der Schweiz und Frankreich. Aber die Mehrheit, etwa 99 Prozent der Reißer wurden von Sondershausen aus in alle Welt verschickt. Für Herrn Hubert war dies sein letzter Vortrag. Er geht in Kürze in den verdienten Ruhestand und will zusammen mit seiner Frau die Gegenden der Erde besuchen, wo sie bisher noch nicht waren. Wir wünschen ihnen alles Gute. Dieser Vortrag wurde auch von der amtierenden Sondershäuser Blutbuchenkönigin, Silvia I., besucht. Sie gewährte uns Wanderern ein gemeinsames Foto. Vielen Dank auch dafür.
Am 14. Mai 2025 fand der Tag des Wanderns statt, ein bundesweiter Aktionstag.
Die Wanderfreundinnen und Wanderfreunde des Hainleite-Wanderklubs konnten an diesem Mittwoch aus drei Angeboten wählen, an welcher Wanderung sie teilnehmen: Rhododendronblüte zwischen Ellrich und Sülzhain, Orchideenwanderung um Günserode und
Rund um Walkenried mit Besuch des Klosters.
Es war schon am frühen Morgen erkennbar, dass es ein trockener und warmer Tag wird. Ich schloss mich der Gruppe um Gudrun Jahn an. Mit über neunzig Jahren Lebenserfahrung ist sie nicht nur unsere älteste Wanderin, sondern noch immer ein Vorbild für uns. Sie ist eine Expertin, wenn es um die Orchideen geht und hat neben uns Wanderern auch schon internationale Orchideenexperten über die Hänge um Günserode am Wipperdurchbruch geführt. Zusammen mit ihrem leider schon verstorbenen Mann, Günther Jahn, ein über Thüringen hinaus bekannter und anerkannter Maler und Grafiker, hat sie etwa zur Jahrtausendwende die Bocks-Riemenzunge, eine bis dahin um Günserode noch nicht nachgewiesene Orchideenart entdeckt, dokumentiert und beim Naturschutzbund registriert.
Bescheiden fügt sie ihrer Erzählung hinzu, dass sie damals glaubten, dass es Orchideenfreunde aus Deutschlands Süden waren, die dieses Pflänzchen hier bei einem Besuch in Günserode eingepflanzt haben. Um die kleine Orchidee war ein kleiner Schutzwall aus Steinchen gelegt. Auch heute führte sie uns wieder souverän über die Günseröder Hügel von Orchidee zu Orchidee. Geduldig erklärt sie uns, was wir sehen und welche Erkennungsmerkmale die einzelnen Arten auszeichnen.
Auch wenn es im Vorfeld hieß, die Blüte der Orchideen sei schon durch, sahen wir heute das Große Zweiblatt, verschiedene Knabenkräuter, Hundswurzen und auch das Weiße Waldvöglein. Aber auch andere Pflanzen wie Wiesensalbei oder den Gewöhnlichen Hufeisenklee wachsen hier auf den Bergen. Den krönenden Abschluss fand unsere Wanderung im Kunsthof der Familie mit selbstgebackenen Kuchen und Kaffee. Unser Dank gilt heute unserer hervorragenden Wanderführerin und ihren Töchtern.
Im Vorfeld zu unserer Wanderung entlang des Urbachs am 21. Mai, habe ich mich einmal umgehört und konnte feststellen, dass nicht nur ich es war, der von diesem Urbach noch nichts wusste. Jetzt ist das anders. Unsere Wanderführerin, Renita Hahnemann informierte uns ausführlich. Der Urbach entspringt bei Menteroda und fließt durch die Orte Urbach, Holzsußra und Ebeleben. Bei Ebeleben mündet er in die Helbe.
Unsere Wanderung begann auf dem Marktplatz in Ebeleben. Wir passierten das Schlossgelände und wanderten weiter in Richtung Rockensußra. Wir gingen jedoch nicht in den Ort hinein, sondern liefen weiter nach Holzsußra. Das ist ein kleiner ländlicher Ort mit noch vielen alten Fachwerkhäusern. Durch Holzsußra fließt der Urbach. Er zeigt sich heute beinahe ohne Wasser. An seinem Ufer entlang laufen wir bis zum Festplatz. Hier tritt der Männerchor Holzsußra auf und hier werden die Feste gefeiert. Heute machen wir hier unsere Rast. Danach geht es wieder zurück durch den Ort in Richtung Ebeleben. Wir erreichen die Ebelebener Teiche und in Kürze sind wir wieder am Ausgangspunkt unserer Wanderung. Es war ein schöner Tag mit trocknem und mäßig warmem Wetter.
Für den 28.05. sagten die Wettermeldungen ganztags Regen und teilweise Gewitter voraus. Das war wohl auch die Ursache dafür, daß nur 11 Wanderinnen und Wanderer zum Treffpunkt auf dem Lohplatz kamen.
Nach kurzer Beratung war ein Beschluß gefasst, die eigentlich geplante Wanderung in den Bleicheröder Bergen auf einen späteren Termin zu verlegen. Aber gewandert werden musste. Es regnete gerade nicht und Gewitterwolken waren auch nicht in Sicht. Man einigte sich auf einen Rundgang durch Stockhausen. Auch da gibt es etwas zu sehen. So ging es zunächst entlang der Nordhäuser Straße, weiter über den Stocksener Kreisel zur Stillen Liebe.
Der Hamma-Teich ist gut mit Wasser gefüllt. Nun ging es weiter durch die Siedlung Marienhall. Von den Betreibern des Kaliwerks wurden beginnend ab 1900 insgesamt 50 Häuser für Bergleute und ihre Familien fertiggestellt. Sie erhielten günstige Mietkonditionen. Zu Ehren der Fürstin Marie von Schwarzburg- Sondershausen wurde diese Siedlung Marienhall genannt. Für unsere drei Wanderfreundinnen, die nicht in der Stadt wohnen, war das etwas Neues, was sie kennenlernten. Aus der Siedlung raus, gelangten wir an den Gedenkstein für die Bergleute, die bei der Arbeit im Kaliwerk Glück auf ihr Leben liessen und an das Technische Denkmal Seilscheibe des Schachtes Glück auf V.
Wir gingen noch etwas weiter in das einstige Gelände des Kaliwerkes hinein. Nach Überquerung der Schachtstraße ging es weiter zur Wipper. Hier sieht man die Alte Stockhäuser Mühle, heute für Wohnzwecke genutzt. Dann ging es hinauf zum Kriegerdenkmal und durch die Bruno- Schönlank-Straße zurück zum Ausgangspunkt. Hier sind alle wohlbehalten und trocken gelandet und alle freuten sich, doch etwas unternommen zu haben.
Wolfgang Lehmann-Hainleite-Wanderklub
Autor: emwWir starten an der Trinitatiskirche in Holzengel. Auch wenn wir könnten, laufen wir heute nicht bis zum Naherholungszentrum. Am neu entstandenen Generationenwald machen wir Rast und wandern wieder zurück zur Kirche in Holztaleben. Die Führung hatte heute Ellinor Paul übernommen. Zur Verstärkung hat sie ihren Mann Kaspar mitgebracht, ein echter Waldmensch.
Damit war der Tag aber noch nicht zu Ende.
Gegen Abend treffen sich einige Wanderfreundinnen und Wanderfreunde im Cafe des Reiterhofs Nucke. Hier hat der Verein Statt Urwald-Kulturwald zu einem Vortrag eingeladen. Förster Ralf Hubert hat recht interessante Ausführungen zum Thema Geschichte der Blutbuchen und ihre Verbreitung gemacht und mit manchen Irrtümern aufgeräumt.
So wird z. B. oft gesagt, dass die Mutterblutbuche im Wald bei Oberspier stand. Sie stand schon immer im Holzengler Forst, auch wenn dieser in alten Zeiten einmal dem Oberspierer Forst zugeordnet war. Es stimmt auch nicht, dass es diese Mutation nur hier gab und alle Blutbuchen der Welt von hier abstammen.
Gleiche Mutationen gab es auch in der Schweiz und Frankreich. Aber die Mehrheit, etwa 99 Prozent der Reißer wurden von Sondershausen aus in alle Welt verschickt. Für Herrn Hubert war dies sein letzter Vortrag. Er geht in Kürze in den verdienten Ruhestand und will zusammen mit seiner Frau die Gegenden der Erde besuchen, wo sie bisher noch nicht waren. Wir wünschen ihnen alles Gute. Dieser Vortrag wurde auch von der amtierenden Sondershäuser Blutbuchenkönigin, Silvia I., besucht. Sie gewährte uns Wanderern ein gemeinsames Foto. Vielen Dank auch dafür.
Am 14. Mai 2025 fand der Tag des Wanderns statt, ein bundesweiter Aktionstag.
Die Wanderfreundinnen und Wanderfreunde des Hainleite-Wanderklubs konnten an diesem Mittwoch aus drei Angeboten wählen, an welcher Wanderung sie teilnehmen: Rhododendronblüte zwischen Ellrich und Sülzhain, Orchideenwanderung um Günserode und
Rund um Walkenried mit Besuch des Klosters.
Es war schon am frühen Morgen erkennbar, dass es ein trockener und warmer Tag wird. Ich schloss mich der Gruppe um Gudrun Jahn an. Mit über neunzig Jahren Lebenserfahrung ist sie nicht nur unsere älteste Wanderin, sondern noch immer ein Vorbild für uns. Sie ist eine Expertin, wenn es um die Orchideen geht und hat neben uns Wanderern auch schon internationale Orchideenexperten über die Hänge um Günserode am Wipperdurchbruch geführt. Zusammen mit ihrem leider schon verstorbenen Mann, Günther Jahn, ein über Thüringen hinaus bekannter und anerkannter Maler und Grafiker, hat sie etwa zur Jahrtausendwende die Bocks-Riemenzunge, eine bis dahin um Günserode noch nicht nachgewiesene Orchideenart entdeckt, dokumentiert und beim Naturschutzbund registriert.
Bescheiden fügt sie ihrer Erzählung hinzu, dass sie damals glaubten, dass es Orchideenfreunde aus Deutschlands Süden waren, die dieses Pflänzchen hier bei einem Besuch in Günserode eingepflanzt haben. Um die kleine Orchidee war ein kleiner Schutzwall aus Steinchen gelegt. Auch heute führte sie uns wieder souverän über die Günseröder Hügel von Orchidee zu Orchidee. Geduldig erklärt sie uns, was wir sehen und welche Erkennungsmerkmale die einzelnen Arten auszeichnen.
Auch wenn es im Vorfeld hieß, die Blüte der Orchideen sei schon durch, sahen wir heute das Große Zweiblatt, verschiedene Knabenkräuter, Hundswurzen und auch das Weiße Waldvöglein. Aber auch andere Pflanzen wie Wiesensalbei oder den Gewöhnlichen Hufeisenklee wachsen hier auf den Bergen. Den krönenden Abschluss fand unsere Wanderung im Kunsthof der Familie mit selbstgebackenen Kuchen und Kaffee. Unser Dank gilt heute unserer hervorragenden Wanderführerin und ihren Töchtern.
Im Vorfeld zu unserer Wanderung entlang des Urbachs am 21. Mai, habe ich mich einmal umgehört und konnte feststellen, dass nicht nur ich es war, der von diesem Urbach noch nichts wusste. Jetzt ist das anders. Unsere Wanderführerin, Renita Hahnemann informierte uns ausführlich. Der Urbach entspringt bei Menteroda und fließt durch die Orte Urbach, Holzsußra und Ebeleben. Bei Ebeleben mündet er in die Helbe.
Unsere Wanderung begann auf dem Marktplatz in Ebeleben. Wir passierten das Schlossgelände und wanderten weiter in Richtung Rockensußra. Wir gingen jedoch nicht in den Ort hinein, sondern liefen weiter nach Holzsußra. Das ist ein kleiner ländlicher Ort mit noch vielen alten Fachwerkhäusern. Durch Holzsußra fließt der Urbach. Er zeigt sich heute beinahe ohne Wasser. An seinem Ufer entlang laufen wir bis zum Festplatz. Hier tritt der Männerchor Holzsußra auf und hier werden die Feste gefeiert. Heute machen wir hier unsere Rast. Danach geht es wieder zurück durch den Ort in Richtung Ebeleben. Wir erreichen die Ebelebener Teiche und in Kürze sind wir wieder am Ausgangspunkt unserer Wanderung. Es war ein schöner Tag mit trocknem und mäßig warmem Wetter.
Für den 28.05. sagten die Wettermeldungen ganztags Regen und teilweise Gewitter voraus. Das war wohl auch die Ursache dafür, daß nur 11 Wanderinnen und Wanderer zum Treffpunkt auf dem Lohplatz kamen.
Nach kurzer Beratung war ein Beschluß gefasst, die eigentlich geplante Wanderung in den Bleicheröder Bergen auf einen späteren Termin zu verlegen. Aber gewandert werden musste. Es regnete gerade nicht und Gewitterwolken waren auch nicht in Sicht. Man einigte sich auf einen Rundgang durch Stockhausen. Auch da gibt es etwas zu sehen. So ging es zunächst entlang der Nordhäuser Straße, weiter über den Stocksener Kreisel zur Stillen Liebe.
Der Hamma-Teich ist gut mit Wasser gefüllt. Nun ging es weiter durch die Siedlung Marienhall. Von den Betreibern des Kaliwerks wurden beginnend ab 1900 insgesamt 50 Häuser für Bergleute und ihre Familien fertiggestellt. Sie erhielten günstige Mietkonditionen. Zu Ehren der Fürstin Marie von Schwarzburg- Sondershausen wurde diese Siedlung Marienhall genannt. Für unsere drei Wanderfreundinnen, die nicht in der Stadt wohnen, war das etwas Neues, was sie kennenlernten. Aus der Siedlung raus, gelangten wir an den Gedenkstein für die Bergleute, die bei der Arbeit im Kaliwerk Glück auf ihr Leben liessen und an das Technische Denkmal Seilscheibe des Schachtes Glück auf V.
Wir gingen noch etwas weiter in das einstige Gelände des Kaliwerkes hinein. Nach Überquerung der Schachtstraße ging es weiter zur Wipper. Hier sieht man die Alte Stockhäuser Mühle, heute für Wohnzwecke genutzt. Dann ging es hinauf zum Kriegerdenkmal und durch die Bruno- Schönlank-Straße zurück zum Ausgangspunkt. Hier sind alle wohlbehalten und trocken gelandet und alle freuten sich, doch etwas unternommen zu haben.
Wolfgang Lehmann-Hainleite-Wanderklub
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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