Sa, 11:25 Uhr
27.12.2025
Tages- und Festgeldzinsen 2025:
Erst steile Talfahrt, dann Erholung
Für Sparer endet das Jahr 2025 versöhnlich. Nachdem die Tages- und Festgeldzinsen zuvor deutlich gesunken waren, haben sie sich in der zweiten Jahreshälfte ein wenig erholt...
Zinsen (Symbolbild) (Foto: RoboAdvisor auf Pixabay)
Ausgelöst durch die Zinspause der Europäischen Zentralbank (EZB) stehen die Durchschnittszinsen über alle Laufzeiten aktuell höher als zu ihrem jeweiligen Jahres-Tief. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Auswertung von mehr als 800 Banken und Sparkassen durch das Vergleichsportal Verivox.
EZB-Zinspause brachte die Wende bei den Sparzinsen
Aus der Perspektive der Sparer lässt sich das zurückliegende Jahr in zwei Phasen einteilen: Unter dem Einfluss der kontinuierlichen Leitzinssenkungen durch die EZB sind in der ersten Jahreshälfte auch die Sparzinsen deutlich gesunken. Als der Zinssenkungszyklus der Notenbank auslief, folgte auf diese Talfahrt dann eine Stabilisierungsphase, sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH.
Die Durchschnittszinsen bundesweit verfügbarer Tagesgeldangebote standen zu Jahresbeginn bei 1,59 Prozent und erreichten ihren Tiefststand von 1,16 Prozent Anfang August – also in etwa zeitgleich mit der ersten EZB-Sitzung ohne Zinsänderung. Seit diesem Zeitpunkt haben sich die Tagesgeldzinsen stabilisiert und sind auf aktuell 1,30 Prozent gestiegen.
Die regionalen Kreditinstitute zahlen meist noch deutlich weniger Zinsen fürs Tagesgeld: Bei den Sparkassen liegt der Durchschnittszins nur bei 0,37 Prozent, im genossenschaftlichen Sektor – also insbesondere bei den örtlichen Volks- und Raiffeisenbanken – gibt es im Schnitt 0,42 Prozent Zinsen.
Bei den Festgeldern setzte die Zinswende früher ein
Beim Festgeld haben die Kreditinstitute die erwartete Zinswende mit etwas Vorlauf eingepreist: Termingelder mit 2 Jahren Laufzeit brachten Anfang des Jahres im Schnitt 2,26 Prozent. Die Zinsen sanken dann bis Anfang Juli auf ein Jahres-Tief von 1,96 Prozent und sind seitdem wieder auf aktuell 2,04 Prozent gestiegen.
Beim 10-jährigen Festgeld war der Tiefststand mit 2,16 Prozent schon im April erreicht. Zu Jahresbeginn lagen die Durchschnittszinsen mit 2,21 Prozent noch knapp darüber. Mit aktuell 2,42 Prozent liegen die Zinsen für die sehr langfristigen Festgelder aktuell ein gutes Stück höher.
Seit dem Frühjahr ist auch die inverse Zinsstruktur wieder beendet, berichtet Oliver Maier. Seitdem erhalten Sparer für langfristige Festgeldanlagen wieder höhere Zinsen als für Anlagen mit kürzeren Laufzeiten.
Wie es mit den Sparzinsen 2026 weitergeht
Für 2026 rechnet Verivox aktuell mit konstanten Leitzinsen mindestens bis zur Jahresmitte. Entsprechend dürften sich auch die Zinsen für Tagesgeld sowie für kurz- bis mittelfristiges Festgeld im Marktdurchschnitt ziemlich stabil entwickeln.
Auf die Zinsentwicklung der Festgelder mit Laufzeiten von 5 oder gar 10 Jahren haben neben der EZB auch die langfristigen Kapitalmarktzinsen entscheidenden Einfluss. Die hohe Neuverschuldung des Staates dürfte die Anleiherenditen 2026 weiter in die Höhe treiben. Deshalb sehen wir bei den Festgeldern am langen Ende das größte Potenzial für steigende Zinsen, sagt Oliver Maier.
Neuer Anbieter könnte den Konkurrenzkampf beleben
Beim Tagesgeld kann es insbesondere unter den Banken an der Marktspitze aufgrund des intensiven Wettbewerbs ebenfalls Ausschläge geben. So könnte etwa der für 2026 angekündigte Deutschlandstart der neuen Digitalbank Chase für Bewegung sorgen. Die Tochter der amerikanischen Großbank J.P. Morgan plant ihren Markteintritt nach eigenen Angaben fürs zweite Quartal.
Zum Marktstart positionieren sich neue Anbieter oft mit besonders attraktiven Konditionen, um sich zügig einen relevanten Kundenstamm aufzubauen. So war es auch in diesem Sommer, als die spanische Großbank BBVA mit 3 Prozent Zinsen in Deutschland gestartet ist und diese Konditionen für ein ganzes Jahr garantiert hat, sagt Oliver Maier. Wenn die etablierten Wettbewerber durch den Neuling unter Druck geraten und bei den Konditionen nachbessern müssen, entsteht unabhängig vom allgemeinen Zinsumfeld eine Rallye um die besten Zinsen. Aufmerksamen Sparern bieten sich in einer solchen Situation lukrative Anlagechancen.
Methodik
Für die Analyse hat Verivox die aktuellen Tages- und Festgeldgeldzinsen von mehr als 800 Banken und Sparkassen ausgewertet. Berücksichtigt wurden sämtliche Geldhäuser, die ihre Konditionen frei zugänglich im Internet veröffentlichen. Ausgewertet wurden die Konditionen für eine Anlagesumme von 10.000 Euro.
In die Berechnung der Durchschnittszinsen sind beim Tagesgeld nur die regulären Bestandskundenkonditionen der Kreditinstitute eingeflossen. Befristete Aktionszinsen, die nur für Neukunden oder neu angelegtes Geld gültig sind, blieben außen vor.
Autor: psg
Zinsen (Symbolbild) (Foto: RoboAdvisor auf Pixabay)
Ausgelöst durch die Zinspause der Europäischen Zentralbank (EZB) stehen die Durchschnittszinsen über alle Laufzeiten aktuell höher als zu ihrem jeweiligen Jahres-Tief. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Auswertung von mehr als 800 Banken und Sparkassen durch das Vergleichsportal Verivox.
EZB-Zinspause brachte die Wende bei den Sparzinsen
Aus der Perspektive der Sparer lässt sich das zurückliegende Jahr in zwei Phasen einteilen: Unter dem Einfluss der kontinuierlichen Leitzinssenkungen durch die EZB sind in der ersten Jahreshälfte auch die Sparzinsen deutlich gesunken. Als der Zinssenkungszyklus der Notenbank auslief, folgte auf diese Talfahrt dann eine Stabilisierungsphase, sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH.
Die Durchschnittszinsen bundesweit verfügbarer Tagesgeldangebote standen zu Jahresbeginn bei 1,59 Prozent und erreichten ihren Tiefststand von 1,16 Prozent Anfang August – also in etwa zeitgleich mit der ersten EZB-Sitzung ohne Zinsänderung. Seit diesem Zeitpunkt haben sich die Tagesgeldzinsen stabilisiert und sind auf aktuell 1,30 Prozent gestiegen.
Die regionalen Kreditinstitute zahlen meist noch deutlich weniger Zinsen fürs Tagesgeld: Bei den Sparkassen liegt der Durchschnittszins nur bei 0,37 Prozent, im genossenschaftlichen Sektor – also insbesondere bei den örtlichen Volks- und Raiffeisenbanken – gibt es im Schnitt 0,42 Prozent Zinsen.
Bei den Festgeldern setzte die Zinswende früher ein
Beim Festgeld haben die Kreditinstitute die erwartete Zinswende mit etwas Vorlauf eingepreist: Termingelder mit 2 Jahren Laufzeit brachten Anfang des Jahres im Schnitt 2,26 Prozent. Die Zinsen sanken dann bis Anfang Juli auf ein Jahres-Tief von 1,96 Prozent und sind seitdem wieder auf aktuell 2,04 Prozent gestiegen.
Beim 10-jährigen Festgeld war der Tiefststand mit 2,16 Prozent schon im April erreicht. Zu Jahresbeginn lagen die Durchschnittszinsen mit 2,21 Prozent noch knapp darüber. Mit aktuell 2,42 Prozent liegen die Zinsen für die sehr langfristigen Festgelder aktuell ein gutes Stück höher.
Seit dem Frühjahr ist auch die inverse Zinsstruktur wieder beendet, berichtet Oliver Maier. Seitdem erhalten Sparer für langfristige Festgeldanlagen wieder höhere Zinsen als für Anlagen mit kürzeren Laufzeiten.
Wie es mit den Sparzinsen 2026 weitergeht
Für 2026 rechnet Verivox aktuell mit konstanten Leitzinsen mindestens bis zur Jahresmitte. Entsprechend dürften sich auch die Zinsen für Tagesgeld sowie für kurz- bis mittelfristiges Festgeld im Marktdurchschnitt ziemlich stabil entwickeln.
Auf die Zinsentwicklung der Festgelder mit Laufzeiten von 5 oder gar 10 Jahren haben neben der EZB auch die langfristigen Kapitalmarktzinsen entscheidenden Einfluss. Die hohe Neuverschuldung des Staates dürfte die Anleiherenditen 2026 weiter in die Höhe treiben. Deshalb sehen wir bei den Festgeldern am langen Ende das größte Potenzial für steigende Zinsen, sagt Oliver Maier.
Neuer Anbieter könnte den Konkurrenzkampf beleben
Beim Tagesgeld kann es insbesondere unter den Banken an der Marktspitze aufgrund des intensiven Wettbewerbs ebenfalls Ausschläge geben. So könnte etwa der für 2026 angekündigte Deutschlandstart der neuen Digitalbank Chase für Bewegung sorgen. Die Tochter der amerikanischen Großbank J.P. Morgan plant ihren Markteintritt nach eigenen Angaben fürs zweite Quartal.
Zum Marktstart positionieren sich neue Anbieter oft mit besonders attraktiven Konditionen, um sich zügig einen relevanten Kundenstamm aufzubauen. So war es auch in diesem Sommer, als die spanische Großbank BBVA mit 3 Prozent Zinsen in Deutschland gestartet ist und diese Konditionen für ein ganzes Jahr garantiert hat, sagt Oliver Maier. Wenn die etablierten Wettbewerber durch den Neuling unter Druck geraten und bei den Konditionen nachbessern müssen, entsteht unabhängig vom allgemeinen Zinsumfeld eine Rallye um die besten Zinsen. Aufmerksamen Sparern bieten sich in einer solchen Situation lukrative Anlagechancen.
Methodik
Für die Analyse hat Verivox die aktuellen Tages- und Festgeldgeldzinsen von mehr als 800 Banken und Sparkassen ausgewertet. Berücksichtigt wurden sämtliche Geldhäuser, die ihre Konditionen frei zugänglich im Internet veröffentlichen. Ausgewertet wurden die Konditionen für eine Anlagesumme von 10.000 Euro.
In die Berechnung der Durchschnittszinsen sind beim Tagesgeld nur die regulären Bestandskundenkonditionen der Kreditinstitute eingeflossen. Befristete Aktionszinsen, die nur für Neukunden oder neu angelegtes Geld gültig sind, blieben außen vor.
