eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Do, 21:09 Uhr
26.02.2026
Hainleite-Wanderklub

Weißer Schnee und heiße Wanderungen

Die letzte Wanderung im Januar musste wegen der Nichtbegehbarkeit der Wege abgesagt werden. Auch im Februar hielt der Winter den Hainleite-Wanderklub weiter mit Schnee und Eis im Schach. Dennoch trafen sich am vierten Februar 11 Wanderfreundinnen und Wanderfreunde am Sportplatz in Jecha...

Eine Besonderheit gab es an diesem Tag, die ich gleich erwähnen will. Während sonst die Frauen bei unseren Wanderungen die Überzahl haben, sind es diesmal die Männer. Das wird wohl so schnell nicht wieder vorkommen. Unser Wanderfreund Uli Werner führte uns über die Frankenhäuser Straße hinauf in Richtung Dickkopf. Weiter ging es entlang der Sperrlinie zum Truppenübungsplatz in Richtung Osten über den Hühnerberg und dann hinab nach Berka. Am ehemaligen Bahnhof besichtigten wir den im November 2025 errichteten Gedenkstein zur Erinnerung an das Zugunglück vom 08. Mai 1945.

Die KN berichteten darüber am 28.11.2025. Am 08.05. 1945 prallten hier zwei Güterzüge aufeinander. Auf einem Waggon der Züge waren gefüllte Benzinkanister geladen. Infolge des Zusammenpralls gerieten diese in Brand. Das damalige Bahnhofsgebäude und ein gegenüberliegendes Wohnhaus wurden zerstört. Eine der Lokomotiven ebenso. Das Lokpersonal konnte erst Tage später geborgen werden. Beim Zusammenprall und der Explosion war eine unheimliche Hitze entstanden. Das Bahnhofsgebäude, welches wir heute noch sehen können, wurde später neu errichtet. Über die ehemalige Bahntrasse, heute ein Radweg, gingen wir wieder zurück nach Jecha.

Anzeige symplr (1)
Die Wanderung zum Kulpenberg musste ebenfalls wegen der Nichtbegehbarkeit der Wege abgesagt werden. Doch am 18. Februar klappte es wieder. Unser Wanderführer, Wolfgang Lehmann, navigierte uns zu verschiedensten Orten des Gedenkens in Sondershausen und lieferte die entsprechenden Informationen zu den jeweiligen Objekten.

Es gibt verschiedene Arten des Gedenkens. Einerseits das stille individuelle, persönliche Gedenken, z. B. am Grab von Angehörigen. Andererseits das kollektive Gedenken an dafür geschaffenen Plätzen oder Denkmalen. In den letzten Jahren entwickelte sich mehr und mehr das Einbringen von Stolpersteinen und das jährliche Ablegen von Blumen an diesen. Wir besuchten an diesem Tag verschiedenste Orte des Gedenkens.

Der Wanderfebruar in der Hainleite (Foto: Wolfgang Lehmann)
Der Wanderfebruar in der Hainleite (Foto: Wolfgang Lehmann)
Der Wanderfebruar in der Hainleite (Foto: Wolfgang Lehmann)
Der Wanderfebruar in der Hainleite (Foto: Wolfgang Lehmann)
Der Wanderfebruar in der Hainleite (Foto: Wolfgang Lehmann)
Der Wanderfebruar in der Hainleite (Foto: Wolfgang Lehmann)
Der Wanderfebruar in der Hainleite (Foto: Wolfgang Lehmann)
Der Wanderfebruar in der Hainleite (Foto: Wolfgang Lehmann)
Der Wanderfebruar in der Hainleite (Foto: Wolfgang Lehmann)


Die Wanderung startete auf dem Hauptfriedhof in Sondershausen. Wir sahen uns vorhandene Skulpturen und Gedenksteine an, besichtigten die Trauerhalle äußerlich, durchquerten den Ehrenhain und schließlich die Grabsteine für Sondershausen bedeutender Persönlichkeiten im Lapidarium.

Der nächste Gedächtnisort befindet sich anfangs der Schachtstraße. Hier erinnert eine Seilscheibe als technisches Denkmal und ein Gedächtnisstein an alle im Schacht während ihrer Arbeit verstorbenen Kumpel.

Nun ging es durch Stocksen hinauf zum denkmalgeschützten Gebäude des Sondershäuser Hauptbahnhofs, wo eine Rast eingelegt wurde. Von hieraus ging es wieder stadteinwärts, vorbei an der Gedächtnisglocke in der Güntherstraße. An der Glocke, die einst im Turm der Trinitatiskirche hing, gedachten wir der Opfer der am 08. Mai 1945 erfolgten Bombardierung Sondershausens. Die Nordhäuser Kreuzung, unser nächster Halt, war ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und insofern stark von der Bombardierung betroffen. Das gilt auch für die Lohstraße und Teile der heutigen August-Bebel-Straße. Im Sockel des Obelisken vor den Gebäuden der Musikakademie sind bedeutende Persönlichkeiten mit kurzen Zitaten dargestellt, die wir uns näher ansahen.

Auch am Mahnmal für die Opfer des Faschismus und Krieges, das vor dem vor dem imposanten Gebäude des Gymnasiums steht, machen wir einen kurzen Halt, um dann weiter zum ehemaligen Friedhof am Rosengarten weiterzugehen.

In den Jahren 1852 bis 1889 fanden hier 4630 Sondershäuser Personen ihre letzte Ruhestätte, darunter Johann Günter Friedrich Cannabich (Lehrer, Pfarrer und Geograph), Friedrich August Eupel (Hofbuchhändler, Drucker und Verleger), Prof. Thilo Irmisch (Botaniker und Heimatforscher) oder auch Carl Scheppig, (Oberbaurat und Architekt am Fürstenhof), im Übrigen ein Schüler Schinkels. Später, im Jahr 1947 wurde hier ein sowjetischer Friedhof mit 65 Gräbern eröffnet.

Der Alte Friedhof hinter der Stadtmauer, auch Gottesacker, ist heute unsere letzte Station. Dieser wurde von 1578 bis 1852 genutzt. Etwa 24000 Personen wurden hier begraben. Der Dichter und Philosoph Johann Karl Wezel wurde hier mit einem Armenbegräbnis bestattet.

Eine informative Wanderung geht zu Ende und alle hoffen wir nun auf gutes Wanderwetter an den folgenden Wandertagen. In der letzten Woche des Februars konnte man meinen, der Frühling sei eingekehrt. Am 25. Februar hat uns unsere Wanderführerin Silvia Haltenhof zu einer Wanderung in den Nationalpark Hainich eingeladen. Neunundzwanzig Wanderinnen und Wanderer sind angereist. Silvia hat im vergangenen Jahr ihre Ausbildung zur Wanderführung an der Landessportschule in Bad Blankenburg erfolgreich bestanden und hatte heute Premiere. Sie hat ihre Aufgabe gut gemeistert. Sicher führte sie uns auf den Pfaden des Nationalparks und gab uns interessante Informationen an die Hand.

Auch die von ihr bestellte Sonne ist erschienen.
Ausgangspunkt dieser Wanderung war der Wanderparkplatz Fuchsfarm bei Mülverstedt. Es dauerte nicht lange und wir erreichten den Hünenteich am germanischen Kult Pfad. Auch am ehemaligen Standort der Hünenburg kamen wir vorbei. Die Hünenburg, eine mittelalterliche Wallanlage, diente der Kontrolle der Salzstraße. Einen etwas längeren Aufenthalt hatten wir an der Umweltbildungsstation „UBIS“. Die anwesenden Rancher gaben uns einen interessanten Flyer zum Nationalpark in die Hand. Wir sahen uns um und konnten mach interessantes Ausstellungsstück finden. Nun ging es weiter und wir erreichten die „Eiserne Hand“, ein außergewöhnlicher Wegweiser, der schon im 16. Jahrhundert Handelsreisenden den Weg wies. Ein Stück weiter erreichten wir die „Betteleiche“, eine tausendjährige Eiche mit sonderbarer Form. Einer Sage nach verssteckten hier einst Bettelmönche die milden Gaben, die sie für ihre Dienste erhielten. Nun erreichten wir den Wendepunkt unserer Wanderung, die Schutzhütte Ihlefeld. Auch wir fanden in ihr Schutz und Sitzgelegenheiten, um uns vor unserem Rückmarsch zu stärken.

Jetzt noch einige Bemerkungen in eigener Sache. Wir, die Seniorenwanderer und die Kurzstreckenwanderer treffen uns immer mittwochs, die Wochenendwanderer alle zwei Wochen sonnabends. Gern können sich an diesen Tagen Gäste zu uns gesellen, die Spaß am Wandern haben und einmal schnuppern wollen, wie das in der Gemeinschaft funktioniert. Schaut einfach in den Hainleite Wanderboten für das Jahr 2026. Das ist der Wanderplan und enthält alle geplanten Wanderungen unserer drei Wandergruppen sowie zentral geplante Wanderungen und Wanderungen mit übergeordneten und freundschaftlich verbundenen Vereinen. Einmal jährlich unternehmen wir Mehrtageswanderungen. Es ist jedem Mitglied freigestellt, an welcher Wanderung er teilnimmt. Es gibt keine Teilnahmepflicht oder Gruppenzwang.

Als Hainleite Wanderklub sind wir Mitglied im Thüringer Gebirgs- und Wanderverein (TGW). Zurzeit sind etwa 150 Wanderfreundinnen und Wanderfreunde bei uns organisiert. Das Durchschnittsalter liegt bei 74+, was zeigt, dass auch Senioren aktiv sind. Die Mitglieder sind nicht nur Sondershäuser, sondern kommen aus der Region zwischen Bad Frankenhausen bis Ebeleben.

Im Wanderboten werdet ihr auch lesen, daß der Hainleite- Wanderverein in diesem Jahr seinen 35. Jahrestag begeht. Wolltet ihr schon immer mal das Wandern in der Gruppe ausprobieren, sprecht gern die Mitglieder unseres Vorstandes an. Deren Telefonnummern findet ihr auch im Wanderboten. Ihr könnt aber auch jeden anderen, von dem ihr wißt, dass er Mitglied in unserem Verein ist, ansprechen. Wir freuen uns, Dich in unseren Reihen begrüßen zu können.
Wolfgang Lehmann
Hainleite -Wanderverein
Autor: red

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentar hinzufügen
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)