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Sa, 13:00 Uhr
20.06.2026
Stress schon in der Grundschule

Wenn Erstklässler am Limit sind

Gerade erst eingeschult und schon unter Druck: Laut einer forsa-Umfrage der KKH Kaufmännische Krankenkasse haben 18 Prozent der Eltern von Sechs- bis Siebenjährigen den Eindruck, dass ihr Kind gestresst ist, sei es in der Schule oder im Alltag...

Bedenklich: 38 Prozent der Mütter und Väter mit Nachwuchs in diesem Alter geben an, dass der Druck beziehungsweise die psychische Belastung in den vergangenen ein bis zwei Jahren zugenommen hat.

Zu möglichen Stressverursachern bei Grundschüler:innen zählen Probleme mit Mitschülern oder anderen Kindern, etwa Streit, Gruppenzwang und Mobbing. Mehr als die Hälfte der Eltern von sechs- bis siebenjährigen Kindern (54 Prozent) betrachtet derartige Konflikte als eine der größten Herausforderungen in Schule und Alltag. In der Altersgruppe der Acht- bis Zehnjährigen sind es mit 46 Prozent etwas weniger. „Mit der Einschulung beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Die Kinder müssen sich nach der Kita-Zeit auf eine neue Umgebung, ein neues soziales Gefüge mit vielen unterschiedlichen Charakteren und eine strukturiertere Art zu lernen einstellen. Da kann es zu Reibereien und Konflikten kommen“, erläutert KKH-Psychologin Franziska Klemm. Vor allem Frustration, mangelnde Empathie und fehlende Impulskontrolle können zu Auseinandersetzungen, Ausgrenzung und Mobbing führen.

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Gesundheitspolitik ist Bildungspolitik
„Wichtig ist, dass wir Kinder früh emotional stärken, damit sie lernen, mit Herausforderungen wie Konflikten, Mobbing und Erwartungsdruck umzugehen. Denn psychosoziale Gesundheit ist keine Nebensache. Sie ist eine wichtige Grundlage dafür, dass Kinder gesund aufwachsen und lernen, Beziehungen zu gestalten sowie ihr Potenzial zu entfalten“, sagt KKH-Vorstandsvorsitzender Dr. Wolfgang Matz. Genau hier setzt das KKH-Programm 1000 Schätze unter der Schirmherrschaft des Bundesdrogenbeauftragten Prof. Dr. Hendrik Streeck an, indem es psychosoziale Kompetenzen von Erst- und Zweitklässler:innen unabhängig von ihrem Elternhaus fördert und einem riskanten Verhalten vorbeugt. Die Kinder lernen, mit anderen zusammenzuarbeiten, zu kommunizieren, Probleme zu lösen, Konflikte zu bewältigen sowie mit eigenen und fremden Gefühlen umzugehen – entscheidende Lebenskompetenzen, die psychische und körperliche Gesundheit nachhaltig stärken.

„Das alles gelingt nur, wenn auch Krankenkassen und Schulen an einem Strang ziehen, denn: Gesundheitspolitik ist Bildungspolitik“, betont Wolfgang Matz. Deshalb bringt die KKH beim 1000 Schätze Fachtag am 19. Juni 2026 in Berlin Akteure aus dem Bildungs- und Gesundheitswesen bei Fachvorträgen, Workshops und Podiumsdiskussionen zusammen. Ziel ist es, neue Perspektiven und konkrete Lösungsansätze zu entwickeln, um die psychosoziale Förderung der Kinder noch besser in den schulischen Alltag zu integrieren und langfristig zu ermöglichen. In die Entwicklung des Programms vor zehn Jahren ist bereits der aktuelle Forschungsstand zu schulischer Gesundheitsförderung und Suchtprävention eingeflossen, ebenso das Wissen erfahrener Expert:innen aus dem Bildungsbereich. In einer Befragung haben 90 Prozent der schulischen Fachkräfte angegeben, das Programm sei gut geeignet, um ihre Schule bei der Lebenskompetenzförderung zu unterstützen. „Genau diese langfristige Ausrichtung ist aus unserer Sicht ein Erfolgsfaktor von 1000 Schätze. Nachhaltige Gesundheitsförderung braucht Zeit. Und sie braucht eine wissenschaftlich fundierte Grundlage. Beides zeichnet das Programm aus. Genau deshalb gelingt es uns, Kinder in ihrer Entwicklung nachhaltig zu stärken und ihre psychosoziale Gesundheit zu fördern“, betont KKH-Chef Matz.
Autor: red

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