eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (lb_1)
Sa, 10:11 Uhr
20.06.2026
Kulturwaldverein auf Spurensuche

Ein Baum verbindet drei Länder

Ein besonderer Baum hat den Kulturwaldverein Sondershausen auf eine spannende Spurensuche geführt: bis nach Südtirol. Ziel der Exkursion war es, den Entstehungsorten der Blutbuche näherzukommen und zugleich neue Verbindungen zu Menschen zu knüpfen, die sich ebenfalls für diese außergewöhnliche Baumart begeistern...

Den Anstoß gaben historische Quellen des Schweizer Professors Jäggi aus dem Jahr 1891. Aus ihnen geht hervor, dass es in Europa drei Orte geben soll, an denen diese auffällige Mutation der Rotbuche entstanden ist.
Eine dieser Spuren führte nach Trient, unweit des Gardasees. Dort sollen die sogenannten Rovereto-Blutbuchen stehen. Nach intensiven Recherchen und einem Austausch per E-Mail mit dem örtlichen Museum entstanden persönliche Kontakte zu Historikern vor Ort.

Bild:
Der Kulturwaldverein kam auf seiner Spurensuche bis nach Trient (Foto: Uwe Lumm)

Bis heute ist die Geschichte dieses besonderen Baumes dort nicht vollständig erforscht. Einer Überlieferung zufolge sollen Adlige oberhalb von Castellano einst solche Bäume erworben haben, um ihre Parks mit dem dunkelroten Laub zu schmücken.

Eine wichtige Rolle spielten dabei die seit 2018 bestehenden Kontakte zu Hans Bereuter, einem pensionierten Schweizer Förster aus der Region Winterthur – jener Gegend, in der die zweite Mutation der Blutbuche entstanden sein soll. Mit seiner Unterstützung gelang es, Treffen mit Forstverantwortlichen in Italien zu organisieren und ein einwöchiges Programm auf die Beine zu stellen.

Anzeige symplr (mr_1)

So kam es zu lebhaften Begegnungen in drei Sprachen: mit dem regionalen Forstdirektor Dr. Miori, dem Forstberater Dr. Bologniani und der Waldbesitzerin Signora Amonn. Bei einer gemeinsamen Waldbegehung, an der auch italienische Forststudentinnen teilnahmen, präsentierten die Gastgeber mit sichtbarem Stolz uralte Blutbuchen. In mehr als 900 Metern Höhe leuchteten ihre tief dunkelroten Blätter zwischen den grünen Bäumen hervor.

Für den Kulturwaldverein steht damit fest: Die Blutbuche hat drei bedeutende Entstehungsorte in Europa – Rovereto in Südtirol, Buch am Irchel in der Schweiz und Sondershausen im Possenwald.
Damit verbindet ein einziger Baum drei Regionen in drei europäischen Ländern – und zeigt, wie Naturgeschichte Menschen über Grenzen hinweg zusammenbringen kann.

Die neu geknüpften Kontakte sollen in den kommenden Jahren weiter vertieft werden. Geplant ist, sich gegenseitig zu besonderen Höhepunkten der Vereine einzuladen und den Austausch lebendig zu halten.
Ein nächster Anlass dafür ist bereits in Sicht: die Blutbuchenmatinee am 23. August im Sondershäuser Possenwald.
Uwe Lumm
Autor: red

Anzeige symplr (lb_3)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentar hinzufügen
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (bb_2)